Friday, 4 September 2009

Reise auf die Insel Shikoku

Elsbeth in Japan
2.9.
Von Okayama nach Matsuyama
Ich habe beschlossen, die Insel Shikoku aufzusuchen. Sie ist weniger populär bei ausländischen Touristen. Mal sehen, wie das so ist, wenn man in die wirkliche Provinz sich verirrt.
Im Reiseführer steht: The least-developed and rarely visited of Japan's four main islands, Shikoku's attraction (and drawbacks) are attendant on its relative isolation. The island can provide a more "Japanese" experience than either Honshu or Kyushu. Its people are less familiar with foreigners ....
Also dann kommt noch die Information, dass erst 1988 die Insel mit dem Festland per Brücke verbunden wurde. Sie ist die längste doppelstöckige Brücke der Welt, unten Strasse, oben Zug.


Ja und genau so war mein Aufenthalt auf Shikoku.
Schon die Toursiteninformation in Matsuyama war eine Klasse für sich. Wer hat denen nur das Schild geschreiben "We speak English".
Mein Japanisch war besser, das sagt alles!
Ich wusste, dass ich die Tram nehmen muss, aber welche und wo???
Ich hatte Glück. Ein uraltes, mageres Männchen sieht meine Probleme - und siehe da, er spricht ein wenig Englisch, er war früher gehobenes Management. Er zeigt mir, wie ich zu meinem Hotel komme. Er nimmt sich die Zeit und fährt mit mir 20 Minuten Tram, um sicher zu sein, dass ich richtig ankomme. Auf der Fahrt deutet er mir die Highlights von Matsuyama an - wenigstens die Highlights, die er als solche empfindet.
Bei jedem Café oder jeder Bäckerei, an der die Tram vorbeifährt, schreit er "good cakes, good bakery" und lacht sich halb kaputt.
Er geht dann mit mir sogar noch bis zur Rezeption des Hotels, um sicher zu sein, dass ich aufgenommen werde. Ich muss sagen, die japanische Gastfreundschaft beeindruckt mich immer wieder aufs Neue.
Und nun zu meinem Hotel. Es ist gleich neben den Dogo Onsen, zwei Thermalquellen, eine davon stark salzhaltig, die schon seit über 3.000 Jahren von den Menschen genutzt werden. Hier hat auch der Kaiser sein privates Bad seit dem 19. Jahrhundert.
Nun, nach einer Besichtigung der Stadt und der Burg mache ich das, was viele Japaner nach 18.00 Uhr machen. Ich ziehe mir meinen Badekimono an, das sind Kimonos, die in jedem Hotel jeden Tag frisch aufs Bett gelegt werden, und ziehe diese komischen Holzsandalen an mit den 2 Absätzen (vorne und hinten) und stolziere durch den Ort. Als Europäerin falle ich natürlich auf wie ein bunter Hund und die Japaner lachen sich zu Tode, ich lache zurück. Ich denke das ist für die so wie wenn die Japaner in Bayern mit Lederhosen und Bierkrügen herumrennen. Ich lache vor allem auch, da Männlein wie Weiblein beim Flanieren Han in Hand zum Bad und zu den diversen Restaurants nach dem Bad ein kleines Körbchen in den Händen tragen, Darin haben sie ihre Wertsachen, Seife, kleine Waschlapppen etc. Den Rest wie Shampoo, Haarconditioner, Cremes, Haarföhn etc bekommt man in den Onsen.
In der Onse selbst bringe ich auch das Personal auf Trab, denn ich wähle ganz grossartig die teuerste Badeversion mit Tee, Kuchen, Ruheraum (alles in wunderschönem Jugendstil eingerichtet) und anschliessend Besichtigung der kaiserlichen Räume.
Ich muss sagen, die japanische Badekultur gefällt mir. Sehr entspannend, sauber und gepflegt.
Im Anschluss gibt es ein Kurkonzert auf japanisch wohin dann alle Kimonoträger strömen. Ein muskulöser Musiker schlägt auf riesige Trommeln ein. Es verreisst einem das Trommelfell, aber die Japaner sind hin- und hergerissen von dieser Vorstellung.
Da es sehr heiss war, sind die Abende ebenfalls noch warm und angenehm, so sitzen denn alle draussen und ich auch, ich genehmige mir mir wie alle anderen noch ein schönes Eis.
3.9.
Matsuyama - Onomitchi
Leider muss ich mich schnellstens nun auf den Weg in Richtung Tokyo machen. Ich beschliesse, dies nicht auf die einfachste Art und Weise zu tun, also mit dem Zug. Ich bin neugierig und will die Brückenanlagen von Insel zu Insel sehen, was allerdings nur mit dem Bus zu machen ist.
Auf Shikoku ist fast alles nur auf japanisch beschriftet, selbst die Zahlen. Im Restaurant wusste ich nicht, was ich bestellte und ich wusste auch nicht den Preis, denn ich kann die Zahlenschriften nur bis 5 entziffern. So, nun muss ich einen Busfahrplan lesen, der absolut unlesbar ist. Die Leute sind hilfsbereit, aber sie kennen sich nicht so aus. Nun irgenwie gelang es mir, den richtigen Bus zu kriegen. Und ich muss sagen, die Strecke ist atemberaubend, auch wenn leider der blaue Himmel gefehlt hat. Es war heiss, schwül und bewölkt.
Diese Hängebrücken sind Meisterwerke der Ingenieurskunst, denn sie haben schon einige Erdbeben überstanden.
Mein Umsteigen in einen anderen Bus war ein wenig eine Katastrophe, denn der Fahrer setzte mich raus an einer kleinen Haltestelle an der Autobahn mitten in Nirgendwo (ob da wohl wirklich ein Bus kommen wird???).
Aber wie immer, man fragt sich mit dem Lexikon und den Händen durch und ich finde dann den Anschluss an den nächsten Bus nach Onomichi.
Onomichi ist eine kleiner Hafenstadt auf Hokkaido. Eine liebenswüdige Stadt mit Charme. Hier wird ein typisch japanisches Touristen Highlight angeboten, ein Literaturweg, vorbei an Tempel usw. Denn diese Stadt hat mehrere Dichter hervorgebracht. Es gibt ein Literaturmuseum und am Literaturweg sind Gedichte in Steine eingemeiselt. Für mich ist dieser Literaturweg nur interessant wegen des schönen Blickes auf das Meer und die Inselwelt, die zwischen Hokkaido und Shikoku liegt.
Abends leiste ich mir ein gutes Fischmenü.
Morgen kommt der grosse Schlag in Richtung Norden, 900 km im Shinkansen in 4 Stunden.


leaving Koyasan

Elsbeth in Japan
1.9.
Heute morgen wieder um 5.30 aufgestanden, zwar sehr müde, aber das Erlebnis der morgendlichen Zeremonie will ich mir nicht entgehen lassen.
Die Feuerzeremonie ist einzigartig und man versteht, warum die Leute gerne bei Beerdigungen plötzlich Shingon Buddhisten sind. Der Japaner ist sehr pragmatisch, er nimmt sich von allem das, was er nötig hat.
Nach der Zeremonie werde ich von den Mönchen zu einem Tee eingeladen. Es waren nur sehr wenig Besucher da und sie haben bemerkt, dass ich zum zweiten Mal teilnehme.
Gerne nehme ich die Einladung an und es kommt zu interessanten Gesprächen, da einer der Priester ein Deutscher aus Regensburg ist, ich hatte also einen Übersetzer und jemanden, der mir viel erklären konnte.
Der Buddhismus konnte in Japan so gut Fuss fassen, das er bereit war, eine Geburten- und Sterberegister zu führen und die Totenzeremonien zu halten, mit denen der Shintoismus nichts zu tun haben will. Sie wurden dann recht mächtig innerhalb des Staates, denn die ganze Statistik war in ihren Händen. Wie schon erwähnt, wurden sie so mächtig, dass der Kaiser aus Nara wegzog und seine Hauptstadt nach Kyoto verlegte, um der Einfluss Sphäre des Buddhismus zu entkommen.
Es wurde ganz lustig, es gab Kuchen und einige der alten Mönche gaben sich total der Naschsucht hin. Sie hatten so lustige Äuglein, dass ich denke, dass in ihrer Jugend auch noch andere Laster hinzukamen. Auf jeden Fall Trinken gehört auch zu ihrem Laster, das habe ich gestern abend bemerkt.
Dann gegen später kommt die Küchenhilfe total gestresst, mein Frühstück steht schon lange bereit. Ich geniesse nochmals das gute japanische Frühstück und dann ist auch für mich Zeit, mich rasch auf den Weg zu machen, denn die Züge in Japan sind furchterregend pünktlich.
Im Eilschritt schiebe ich meinen Koffer zum Bus, dann Zahnradbahn. Unterwegs fallen mir zum ersten Male die speziellen Apfelbäume dieser Gegend auf. Ich habe zum Essen säuerlich eingelegte grüne Äpfel bekommen. Es soll eine Sorte sein, die es nur hier gibt und die man nicht normal essen kann sondern nur eingelegt. Sie werden total grün geerntet. Diese Apfelbäume habe Blätter, die mindestens 3mal so gross sind wie die von unsere Apfelbäumen. Die Früchte sollen sehr gesund sein. Auf jeden Fall, ich fand sie sehr schmackhaft, wenn auch für einen europäischen Gaumen ungewöhnlich. Der Express Zug nach Okayama führt wieder durch tropische Vegetation bis kurz vor der Grossstadt.
Nach Futon Matte und Reiskissen (das sehr gewöhnungsbedürftig ist, da betonhart) habe ich mir via Internet dort ein gutes Hotel reserviert,
In Osaka habe ich Aufenthalt, das genügt mir, um den Koffer in ein Schliessfach zu geben (die hier überall in ausreichenden Mengen zu finden sind) und dann eine schnelle Tour durch die Stadt zu machen. Hier ebenfalls eine fantastische Interpretation der modernen Architektur. Wirklich, da sind die Japaner führend. Ihre Skyline ist zwar niedriger als anderswo aufgrund der Erdbebengefahr, aber sie ist ästhetisch schön.
Dann Weiterfahrt mit dem Shinkansen. Ein Erlebnis der modernen Zugfahrt. Es ist nicht nur die Lokomotive motorisiert, sondern jeder Wagon ebenfalls. Dadurch die hohen Geschwindigkeiten. Die Landschaft fliegt dahin. Es wird kurz vor einem Haltepunkt immer genau angegeben wieviele Minuten der Zug hält. Meist ist es nur eine Minute und eine Minute ist für einen japanischen Zugführer genau 60 Sekunden, wer dann nicht draussen ist, hat halt Pech gehabt, er fährt eine Station weiter. Die Türen schliessen automatisch. Entsprechend diszipliniert und organisiert stellen sich die Japaner darum vor der Tür auf. Es geht nicht hektisch zu - eigentlich nie in Japan und trotzdem ist der Rhythmus schnell - wenn ein altes Mütterchen vor der Tür steht, dann wird alles getan, um sie flott nach draussen zu setzen, und wenn man sie auch halb tragen muss. Jeder weiss, dass sein eigenes Aussteigen davon abhängt, dass Muttchen nach draussen kommt und nicht die Tür blockiert. Vor dem Einstieg haben die anderen Passagiere eine Schlange gebildet, die geduldig den Ausstieg abwartet, bevor sie sich in Bewegung setzt. Mit dieser Art des Ein- und Ausstiegs kommt nie Stress auf und es geht wirklich schneller. Hier könnten wir viel lernen.
Auf der Weiterfahrt beschliesse ich spontan noch in der Haltestelle Himeji auszusteigen, um die besterhaltene Burg Japans zu besuchen. Eine der wenigen Burgen, die aus dem 16. Jahrhundert erhalten blieben und nicht total neu rekonstruiert wurden. Die Amerikaner haben Himeji bei ihren Bombardierungen übersehen, ein grosses Glück. Viele andere Burgen und Kulturgüter haben sie gnadenlos zusammengebombt. Kyoto blieb nur erhalten, da ein Japanologe das Ohr des Präsidenten fand, sonst wäre es auch ausradiert worden.
Dann abends Ankunft in Okayama und dort muss ich nun mein gutes Hotel suchen, dessen Adresse nur sehr vage formuliert war, eben auf japanisch. Es sei ein 4-Sterne Hotel für nur 48€, mals sehen. Da es in Bahnhofsnähe sein soll, gehe ich zu Fuss. Ich muss auch in der richtigen Gegend sein, aber keiner kennt das Hotel und keiner spricht Englisch. Sie zeigen mir zwar ein tolles Palasthotel, das kann es ja nicht sein für 48€. Ich ziehe also mit meinem Koffer 3 Mal an diesem Hotel vorbei, das auch einen anderen Namen hat. Aber eine sehr nette Frau bedeutet mir, dass dies wohl das einzige sein kann, das in etwa meiner Namensbeschreibung entspricht. Ich frage dann an der Rezeption, die mir dann zur Aufkunft gibt, dass sie mich erwarten. Ein toller Schuppen, ich war platt. Die Wirtschaftskrise lässt grüssen, die Business Hotels der Oberklasse haben grosse Probleme und über Internet kann man richtig Schnäppchen machen.
Ich gehe früh ins Bett und geniesse den Luxus, denn ich habe nach all den Morgenmessen Schlafdefizit und muss am nächsten Tag auch wieder früh raus, dann geht es nach der Insel Shikoku.

Tuesday, 1 September 2009

Mein Zimmer im Tempel in Koyasan


Elsbeth in Japan


Elsbeth in Japan
31.8.
Heute morgen um 5.30 aufgestanden, um pünktlich zum morgendlichen Mantrasingen zu sein. Die Mönche sind schon lange wach. Es ist lustig, einige mit den Zahnbürsten über den Hof rennen zu sehen, da sie auch den Gemeinschaftswaschraum benutzen müssen.
Die Meditation selbst ist ein Erlebnis. Am Eingang muss man seine Schuhe in Reih und Glied aufstellen, so wie es sich gehört. Man dreht sich mit dem Rücken zur Tür und legt erst dann die Schuhe ab, so dass man beim Rausgehen nur einfach in die Schuhe schlüpfen muss. Dann bekommt man ein wenig gelbes Pulver auf die Handfläche und der Mönch deutet an, dass man dieses zerreiben muss.
In einem kleinen Raum von ca 70m² sind zwei Altäre aufgebaut. Einer, vor dem ein offenes Feuer brennt, in das ein junger Mönch nach und nach Essenzen gibt. Er hat so zirka 10 verschiedene Töpfchen vor sich und legt auch immer wieder Holz auf das Feuer. Beim zweiten Altar sitzen die Mönche schon aufgereiht, sie beginnen mit dem Mantrasingen. Es ist ein eintöniger Singsong, der von einigen der Stimmen getragen wird, die anderen fallen dann ein. Ab und zu kommt ein Gong oder werden zwei Blechplatten aufeinandergeschlagen. Der Raum ist nur mit Kerzenlicht beleuchtet, es sind sicher so ca 50 Kerzen. Und dies in einem Gebäude, das überwiegend aus Holz besteht, die Feuerwehr hätte ihre Freude. Man wird weggetragen von der eintönigen Musik, die doch etwas an sich hat. Und dann von den Essenzen. Gegen Ende wehen richtige Rauchschwaden durch den kleinen Raum, man ist von dem Gesang und dem Gerüchen benebelt und würde gar zu gerne mitmachen. Die Texte sind in Sanskrit, also auch für die Mönche schwieriger Lehrstoff. Da alle Tempel zur selben Zeit ihre "Messe" haben, hallt durch den ganzen Ort der Singsong der Mantras, schon ein bewegendes Ereignis. Die Mönche machen hier etwa ein Drittel der Einwohner aus.
Wenn man durch Koyasan geht, dann fällt auf, dass es reiche und arme Tempel gibt. Mein Tempel ist zum Beispiel ein armer. Die Gebäude sind weniger spektatkulär, es stehen keine grossen Autos rum. Und trotzdem ist gerade mein Tempel einer der bekanntesten, was das Spirituelle angeht.
Andere Tempel sind reich ausgestattete Gebäude mit dicken Autos davor, hier sieht man plötzlich Mercedes M-Klasse, die man sonst fast nie in Japan sieht (wie man überhaupt im allgemeinen sehr, sehr wenig europäische Marken sieht). Also muss hier wohl viel Geld sein, manchmal hilft halt das Spirituelle nicht viel, ist oft verbunden mit Mangel an praktischem Anpacken des Alltags.
Der Kongobuji Tempel ist das Hauptquartier des Shingon-shu Buddhismus, ein Riesenbau, dessen älteste Teile von 1593 stammen, der aber 1869 weitgehend umgebaut und restauriert wurde. Hier ist sozusagen der Vatikan des japanischen Shingon Buddhismus. Man kann einige der Innenräume besichtigen, prächtig bemalte Schiebetüren, weitgehend vergoldete Wandpanelen. Ein grosser, perfekt gestalteter Zengarten.
Ganz in der Nähe das andere Highlight von Koyasan, das Tokugawa-Ke Redai, das Familienmausoleum der Tokugawa Shoguns aus dem 17. Jahrhundert. Zwei reich verzierte, fast identisch gestaltete Tempel.
Dann die grosse Stupa des Konpon Daito Tempels, deren Bau angeblich noch unter Kobo Daishi (also im 9. Jahrhundert) begonnen wurde.
Tempel, Tempel, Tempel. Ich beschliesse jedoch, einen Teil des Pilgerweges zu gehen. Einfach um zu sehen, was entlang dieser Route so liegt und auch um die Pilger zu sehen, die sich darauf in Richtung Koyasan bewegen.
Wie man aus den beigefügten Wanderkarten ersehen kann,
ist dieses Unterfangen für einen Europäer ein kleinere Herausforderung. Im Fremdenverkehrsbüro zuckt man mit den Schultern. Ein Tourist, der wandert und evtl eine Wanderkarte will, das hat es noch nie gegeben. Und das ganze dann auch noch auf Englisch, nein.
Nun ich stütze mich also auf die beiliegenden Karten und rechne mir in etwa aus, wie die Route verlaufen muss.




Erst geht es wieder durch dieses weite Totenfeld, das kein Ende zu nehmen scheint, dann durch den Zedernwald und man kommt dann tatsächlich zu einem Dorf, dann zu einem zweiten. Man begegnet keiner Menschenseele, auch die Dörfer wie ausgestorben, kein Hund, der einen ankläfft. Von Katzen ganz zu schweigen, die scheinen in Japan nicht zu existieren. Seit meinem Aufenthalt habe ich nur eine einzige Katze gesehen. Es ist eine absolute Totenstille, im Wald wie in den Dörfern. Man begreift, dass die ganze Jugend hier nur eines will, weg aus den Dörfern, rein in die Grossstadt, auch wenn man dann nur winzige Zimmer hat. Irgendwann ist mir dann die Sache nicht mehr so geheuer und ich drehe dann um. Habe, wie ich feststelle, ganz schön viele Kilometer zurückgelegt. Bin dann froh, wieder im Tempel zu sein. Habe gerade noch Zeit, mich auf japanisch zu waschen und mich in das grosse Wannenbad zu legen, um zu entspannen. Eine tolle Sache, man könnte sich daran gewöhnen. Dann Abendessen und dieses Mal nehme ich das Angebot von warmem Sake an, denn die Nächte hier werden schon herbstlich kühl.

Der Mönch, der mich in meinem Zimmer bedient, serviert mir den heissen Sake und sagt, dass ich erst so drei Gläser trinken muss vor dem Essen. Es sei die reinste Medizin (ihre kalten Winter in den winddurchlässigen Gebäuden überlebten sie nur so) und der Geschmack vom Essen wird durch Sake verstärkt. Nun, das Essen hier im Tempel ist so vorzüglich, es schmeckt mit und ohne Sake. Der Küchenchef wäre in Paris ein reicher Mann. Er ist unermüdlich und hat auch Sinn für das Schöne. Er macht selbst schon beim Frühstück Farbkombinationen. Die Kost ist rein vegetarisch, aber Top Klasse. Ich habe seit ich in Japan bin erst einmal nur Brot gegessen (war als ich mit den italienischen Freunden die japanische Interpretation von italienischem Essen zu mir nahm). Komischerweise fehlt es mir nicht. Der Reis hier ist so schmackhaft und die Zutaten so herrlich, ich könnte glatt hier bleiben.

Trotz meines Sake Durchhängers will ich noch sehen, ob der Abt mich an sein Internetkabel lässt. Er war heute sehr nett zu mir und hat sogar darauf bestanden, dass er mich photographiert. Also, mal sehen, ob meine Sakekondition mitmacht und ich den Blog noch in ein paar Minuten hochladen kann.
Morgen früh nochmals eine "Messe" und dann rolle ich meinen Koffer in Richtung Okayama, wo ich die folgende Nacht zubringen werde, bevor ich nach Matsuyama weiterreise.
Leider keine Möglichkeit, aufs internet zu gehen. Aus den Reispapierwänden heraus schnarchen sakeselige Mönche. Die Ration war wohl zu gross. Begründung für die Ration: die Temperatur ist empfindlich kalt geworden, der Herbst beginnt, und den Winter kann man hier nur mit heissem Sake Schnaps überleben.
Nur im Gemeinschaftsbad der Männer hört man noch einige Spanier, die heute abend hier logieren, rumplantschen, die haben wohl eine Flasche noch mitgenommen.

Koyasan, ein Friedhof, der Weltkulturerbe ist

Elsbeth in Japan

Elsbeth in Japan
30.8.
Sonntag
Morgens recht früh schon zum Bahnhof, Mein Hotel lag sehr praktisch in einer Parallelstrasse zum Bahnhof. Frühstuück im Bahnhof und dann so wie die Japaner, 20 Minuten zu früh für den Zug. Sie sind immer zu früh, denn sie hassen Verspätungen, sie erwarten aber gleichzeitig, dass der Zug auf die Minute kommt. Man ist stolz hier und sagt, dass man seine Uhr nach der Bahn stellen könnte. Die Anfahrt nach Koyasan ist schwierig. Ab Kyoto kann man vergessen, dass hier noch gut Englisch gesprochen wird oder Ansagen auf Englisch kommen.
Bis Osaka geht es flott, dann aber Umsteigen, wohin? Die S-Bahn um zu einem anderen Bahnhof zu kommen. In der S-Bahn weder Ansage noch ein Plan der Stationen. Ich frage, wann meine Station kommt. Die Umstehenden zücken ihre Handys und rufen ihr GPS ab, um zu sehen, wo wir gerade sind und andere holen über Internet einen Plan der S-Bahn.
Das geht flott mit dem neuen 3G System, das auf der UMTS Technik aufgebaut ist. Wirklich erstaunlich. Sie einigen sich dann schliesslich darüber, wo sie mich rauswerfen. Und in der Tat, es klappt, ich bekomme sogar noch den Anschluss, den ich wollte. Eine Nebenlinie, die von Osaka aus auf die Wakayam Halbinsel fährt. Nach zirka einer halben Stunde geht es in tiefe Gebirgstäler. Die Zuglinie führt über Brücken und Tunnels in eine wilde, fast schon tropische Landschaft. Keine Täler, wo ein Dorf liegen könnte, zu tief eingeschnitten, zu schmal. Nur ab und zu klebt ein kleines Haus irgendwo am Berg. Wir überwinden auch viel Höhe. Endstation ist dann Gokuraku-bashi, hier müssen alle raus. Wenn ich alle sage, dan meine ich viele japanische Mitreisende, denn es ist Sonntag und Koyasan ist ein Ort, wohin man gerne mit seiner Familie geht, denn oft hat man dort auch ein Grab (dazu später).
Nun muss man noch eine uralte Zahnradbahn nehmen, Von dieser aus merkt man erst, wie hoch man schon gekommen ist. Die 8 Berge, die das Tempelgebiet von Koyasan bilden sind mit fast 2000m die höchsten auf der Halbinsel.
Dieses Gebiet ist im Juli 2004 zum Weltkulturerbe erklärt worden. Hier ist das spirituelle Zentrum des Shingon Buddhismus, des ältesten Buddhismus in Japan überhaupt. Von hier aus begann die Missionierung. Viele Pilgerwege in Japan sind auf dieses Zentrum hier ausgerichtet. Koyasan ist sozusagen das Santiago de Compostella von Japan. 117 Tempel gibt es hier und ich werde sie sicher nicht alle besuchen, das könnt ihr glauben.
Koyasan wurde von Kobo Daishi (774-835) gegründet. Er kehrte 804 von seinen buddhistischen Studien in China nach Japan zurück und bat den Kaiser, die Lehre des Mikkyo, einer Form des esoterischen Buddismus, in Japan zu unterrichten. Er suchte schon bald eine der abgelegensten Gegenden Japans aus, um dem Einfluss des Staates zu entgehen und sich ganz auf die Kontemplation und Meditation zu konzentrieren. Die tantrische Shingon Schule zählt heute in Japan zirka 10 Millionen Anhänger. Für diese ist Kobo Daishi nicht tot, sondern befindet sich in einem Zustand ewiger Meditation. Daher wurden nach und nach rund um das Mausoleum von Kobo Daishi eine halbe Million Gräber errichtet, denn man suchte die Nähe dieses Erleuchteten, der versprochen hatte, dass er, wenn er dann endgültig ins Nirwana eingeht, seine Anhänger mitnehmen werde.
Die Shingon Schule meditiert mit Bildern, den Mantras und hier in Koyasan ist das Zentrum der Ausbildung junger Mönche. Eine der harten Prüfungen ist 1.000.000 Mantras zu rezitieren in 50 Tagen, also jeden Tag 20.000.
Ja und warum erzähle ich dies alles. Nun ich bin heute natürlich schon hier herumgewandert und es ist atemberaubend, wenn ihr durch einen Zedernwald mit altem Baumbestand geht und überall Grabsteine stehen. Noch nie so viele Grabsteine gesehen, von uralt bis neueren Datums - es sollen mindestens eine halbe Million sein (vermutlich haben sie dann aufgehört zu zählen). Alles Formen, von absolut geschmackslos bis romantisch mystisch, gespenstisch, alles ist da. Und da am 13./14.8. jedes Jahr die Geister der Vorfahren für einen Tag auf die Erde zurückkommen und die Familie besuchen, sind viele Gräber noch geschmückt. Ich komme mir vor als ob ich durch ein Disneyland der Friedhöfe gehe. Siehe die Diashow. Vor allem die Bekleidung, die manche Statuen haben, verwundern. Viele bekommen einen Latz umgehängt - sollen die was essen?
Dann liegen Botschaften auf den Gräbern, in denen die Lebenden den Geistern ihrer Verstorbenen etwas mitteilen wollen. Diese Grabfelder ziehen sich über Kilometer hin, wer nicht die finanziellen Mittel hatte für ein normales Grab, der legte kleine Steine an den Wegrand.
Zwischendurch sieht man Pilger, zum Teil barfuss, die immer an den Stupas, die den Pilgerweg säumen, stehen bleiben in Kontemplation.
Gegen Abend dann mache ich mich auf in mein Kloster, wo ich die zwei folgenden Nächte verbringen werde. Die Mönche sind ein wenig aus dem Konzept. Sie müssen einen Mann erwartet haben, konnten mit meinem Namen nichts anfangen. Na ja, mir macht das nichts aus und auf Frauen sind sie eigentlich schon eingerichtet, zumindest gibt es eine getrennte Badeabteilung.
Sie sind sehr freundlich. Mein Zimmer hat zirka 8m², Nachts wird ein Futon ausgebreitet. Die Wände sind aus Reispapier, man hört alle Geräusche. Hoffentlich schnarcht keiner und ich entschuldige mich schon jetzt innerlich dafür, dass ich wohl auf die Toilette im Stockwerk tiefer muss, denn bei der Hitze trinkt man unendlich viel. Aber ich bin ja noch im Training durch das Haus in Gent.
Ein niedriger Tisch, an dem dann später mir ein Mönch ein tolles vegetarisches Abendessen serviert. Sie sind schüchtern, die jungen Mönche, die mich empfangen, rumführen, gleich mit einer Tasse Tee verwöhnen, mir später das Bett ausbreiten etc. Sprechen fast kein Englisch, nur einer scheint sprachtalentiert zu sein, die anderen eine Katastrophe. Wohl einfach zuviele Mantras rezidiert.
Ich mache mich auf in den Waschraum. Man sitzt wie bei den Onsen auf dem kleinen Hocker und wäscht sich und dann geht es in die grosse Wanne, wo man sich reinlegt und gemütlich das Bad geniesst. Da ich die erste bin, habe ich alles für mich allein und bin ich auch die erste, die in der Gemeinschaftsbadewanne sitzt. In einer japanischen Familie lässt man das Badewasser nicht raus, es geht einer nach dem anderen in dasselbe Wasser, man ist ja gewaschen!!!
Ja und morgen darf ich absolut nicht vergessen, mein Abendessen zu photographieren. So ein tolles vegetarisches Essen hatte ich noch nie. Man wollte mir noch Sake reichen, aber das ist für morgen. Mönche lieben gutes Essen und gutes Trinken.
Ja und morgen früh dann um 6 Uhr die berühmte Meditation des Muryokoin Tempels.

Saturday, 29 August 2009

Elsbeth in Japan
Samstag 29.8.
Heute Ausflug nach Kameoka mit einem historischen Zug. Eine Bahnlinie durch eine Schlucht im Nordwesten von Kyoto. Blick auf einen wilden Fluss, in dem einige Flösse und Kajaks mit den Stromschnellen kämpfen.
Publikum im Zug vorwiegend Erwachsene, die sich wie die kleinen Kinder freuen über die Tatsache, dass entlang der Bahnlinie immer wieder so Plastik Murmeltiere aufgestellt sind. Manchmal sind die Japaner wie die kleinen Kinder und furchtbar romantisch. Das bekommt man nicht in Einklang mit ihrer Technik Versessenheit.
Die jungen Mädchen haben sich zum Wochenende herausgeputzt, eine Mischung von Schulmädchen Unschuld und Lolita. Spitzen und kurze Röcke oder Hot Pants sind in Mode, dazu Schmollmund und hohe Absätze, mit denen sie mehr schlecht als recht gehen können.
Nach der Rückkehr ins Zentrum von Kyoto, Spaziergang durch Gion, das Geisha Viertel und siehe da, am Samstag sieht man doch vereinzelt Kimonoträgerinnen, einige sind Maikas, d.h. junge Mädchen, die eine Geisha Schulung mitmachen. In ihren echten Kimonos mit den Riesenschleifen am Rücken sehen sie aus wie Bonbonverpackungen. Aber eine richtige Geisha ...
Doch, da kommt plötzlich ein grosses schwarzes Auto mit weisbehandschuhtem Chauffeur. Der Wagen muss in der Fussgängerzone langsam fahren und so sieht man dann plötzlich eine echte Geisha. Die japanischen Männer raunen und stöhnen, einige von ihnen rennen mit dem Auto mit, um sie zu sehen und evtl auch ein Photo zu machen.
Die Frau im Auto sieht aus wie eine Porzellanpuppe, ein Kunstwerk. Ganz weiss geschminkt, das Haar hochgesteckt, zierliche Figur, schicker Seidenkimono. Hier leistet sich jemand eine teure Dame für die Nachmittagsunterhaltung.
Geishas stehen noch immer in hohem Ansehen, das hat man an der Reaktion der Männer gemerkt, die eine Mischung von Sehnsucht und Ehrfurcht ist.
Ja, und dann kommt mein Augenblick. Es ist Wahlkampf und die Politiker gehen auf die Strasse. Dies tat auch der Transport- und Fremdenverkehrsminister von Japan. Ein für japanische Verhältnisse relativ grosser Mann. Ich sehe wie er (ich weiss zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wer er ist) auf mich zukommt, im Gefolge seine Bodyguards. Er will mir die Hand schütteln, stellt sich vor auf Englisch (nicht allzu berühmt, Aussprache 5). Wir werden umringt von den Leuten, die hören wollen, was ich zu sagen habe. Ich gratuliere ihm zu dem guten Zugsystem und zu der Pünktlichkeit seiner Züge. Sage, dass ich gerne in Japan bin, dass ich mir jedoch wünschte, dass mehr englische Hilfen für den Touristen gegeben werden, damit man sich besser zurechtfinden kann. Am liebsten hätte ich ihm auch ein paar Privatstunden Englisch zur Verbesserung seiner Aussprache angeboten, aber nun, man ist ja höflich und hier in Japan ist Höflichkeit oberstes Gebot.
Ich werde morgen mit einem lachenden und einem weinenden Auge Kyoto verlassen. Eine schöne Stadt, aber Koyasan und der heilige Berg erwartet mich, oder besser gesagt, der Mönch Shimutsu, der mir die Zusage für eine Unterkunft in seinem Tempel per mail geschickt hat. Also morgen abend werde ich dann mit den Mönchen speisen und am Montag in aller Frühe (um 6 Uhr) dann Meditation und "Gottesdienst", zu dieser Teilnahme verpflichtet man sich, wenn man im Tempel übernachtet.
Nun, am Dienstag abend habe ich dann hoffentlich wieder Internet Anschluss und kann berichten

Friday, 28 August 2009

Kyoto - Takayama - Kanazawa Diashow

Elsbeth in Japan

Kyoto - Takayama - Kanazawa

Elsbeth in Japan
26.-28.8.
Kyoto - Takayama - Kanazawa
Durch die japanische Alpen
Mittwoch morgens geht es mit der Bahn nach Nagoya und dann mit einem lokalen Zug quer durchs Land, durch tiefe Schluchten an deren Ränder sich auf der einen Seite gerade mal eine enge Strasse schmiegt und auf der anderen Seite die Bahnlinie, die sehr häufig sich durch enge Tunnels schlängeln muss, da kein Platz ist. Auch dies ist Japan, wirklich unerwartet wilde und unberührte Landschaften., klare Gebirgsbäche und Wälder, wohin man auch schaut. Sehr grüne, fast dschunglehafte Vegetation.
Nur ab und zu weitet sich das Tal ein wenig und schon finde man ein handtuchgrosses Reisfeld und ein kleines, abgelegenes Häuschen dabei.
Erst in der Nähe unseres Ziels weitet sich das Tal inmitten der Gifu Berge, die bis 3000 m Höhe erreichen,und macht Platz für eine Stadt von rund 67.000 Einwohnern, Takayama.
Unser Hotel ist in Bahnhofsnähe gelegen und wir werfen schnell die Koffer ab, um noch bei Tageslicht das historische Stadtzentrum zu besichtigen. Dieses besteht aus engen Strassenzügen, an denen sich kleien Holzhäuscen reihen, die glücklicherweise alle heute unter Denkmalschutz stehen, denn sonst hätten wir auch hier die Sünden der 50er- und 60er Jahre.
Im Winter ist Takayama oft durch Schneemassen von der Aussenwelt abgeschlossen, was vielleicht die Entwicklung der Stadt lange hemmte. Tradition war und ist hier die Holzverarbeitung. Möbel und Kunsthandwerk auf Basis von Holz bestimen noch heute das Einkommen der Menschen., wobei man sich fragt, wie sie hier die billige Made in China Konkurrenz abwehren können, denn die Waren sind sehr teuer.
Ein anderer Wirtschaftszweig ist wohl der Tourismus geworden. Vor allem japanische Touristen sind total verliebt in die Vergangenheit ihrer glorreichen Edo Periode. Und Japaner kaufen Souvenirs - jede Menge.
Im Frühjahr und Herbst ist hier ein grosses Festival, das mit grossen historischen Umzugswagen in seiner Art wohl einmalig ist. Es geht bis in die Nacht hinein, wobei dann die Umzugswagen mit den traditionellen japanischen Lampions beleuchtet sind. Die ganze Stadt beteiligt sich an der Organisation dieses Riesenspektakels, zu dem Tausende von Touristen kommen. In einem Museum kann man einige der prächtigen historischen Umzugswagen sehen, andere sind über die Stadt verteilt in grossen Scheunen untergebracht. Man fürchtet, dass sonst bei einem evtl Feuer alle vernichtet werden würde. Wie überhaupt das Thema Feuer allgegenwärtig ist bei dieser Holzbauweise. Es ist selbst in den Strassen absolutes Rauchverbot.
Nach dieser auführlichen Besichtigung begebe ich mich in das Onsenbad des Hotels zur Entspannung. Eine tolle Einrichtung. Leider sind alle in der Gruppe so verklemmt (Italiener, Kanadier, Australier), dass keiner ausser mir diese Gelegenheit wahrnimmt, dabei sind die Onsen strikt getrennt nach Männchen und Weibchen. Aber man muss eben nackt hineingehen ....
Am Abend leiste ich mir ein tolles Abendessen mit dem berühmten Rindfleisch der Hida Region, das einem Kobe Fleisch ebenbürtig ist, aber Gott sei Dank preislich deutlich günstiger. Das Steak (das erste Fleisch, das ich seit 10 Tagen zu mir nehme) ist sehr klein, aber so was von lecker. Wie feiner Marmor sieht es aus, es ist durchzogen von winzigen Fettadern, daher saftig. Man bereitet das Steak selbst auf einem heissen Stein zu, ohne Zugabe von Fett, darum ist es sehr bekömmlich trotz des Fettanteils.

Donnerstag
Besuch des morgendlichen Marktes in Takayama, wo man Gelegenheit hat, die örtlichen Spezialitäten zu probieren. Dann Weiterfahrt in Richtung Kanazawa. Unterwegs Besuch von historischen Bauernhäusern, die Dank eines deutschen Architekten, Bruno Taut, der in den 20er Jahren hier reiste und die Einmaligkeit dieser Architektur erkannte, unter Denkmalschutz gestellt wurden. (siehe Photos)
In solchen Bauernhäusern lebten bis zu 40 Menschen der Sippe zusammen. Da die Landwirtschaft sehr arm war, bot sich als Nebeneinkommen die Seidenraupenzucht und die Verarbeitung der Seide an. Dazu musste die Familie zahlreich sind und gut zusammenarbeiten. Die historischen Photos sind beeindruckend. Wie haben die nur alle Platz gefunden in diesen Häusern?
Mit Gokayama beuschen wir noch ein Dorf mit diesen Häusern, das aber heute fast schon wie Brügge in Belgien total überrannt ist vom Tourismus.
Dann noch die Besichtigung einer traditionellen Papierfabrik, in der das Papier für Lampions, Tuschezeichnungen, Postkarten etc, hergestellt wird in traditioneller Handarbeit. Sehr schönes und kostbares Papier, das erstaunlich widerstandsfähig und elastisch ist. Es wird aus einer Pflanze hergestellt, die es hier in grosser Menge in den Wäldern gibt. Der Prozess der Fasergewinnung ist sehr zeitaufwändig, aber das Ergebnis ist von grosser Schönheit.
Kanazawa ist dann abends unserer Endstation. Mit dem italienischen Ehepaar aus Rom, mit dem ich mich angefreundet habe, gehe ich dann in ein italienisches Restaurant (oder der japanischen Interpretation davon). Die beiden haben Heimweh nach der Pasta. Sie ist Napolitanerin und gibt dann der Küche noch Anweisungen, wie es zu machen ist. Diese nicken höflichst, wie es hier der Brauch ist, verstehen aber absolut nichts. Das Ergebnis war nicht zu schlimm und wir hatten sogar Orvieto Wein.

Freitag
Kanazawa war von einem Shogun als Gegenpol zu Kyoto geplant. Er hat sehr viel Ehrgeiz in dieses Projekt gelegt und heute noch sind- dank Denkmalschutz in letzter Minute - einige alte Strassenzüge bewahrt. Vor allem das Geisha Viertel ist bekannt durch viele Romane. Auch heute noch gibt es hier Geisha Schulen. Ein Abend mit einer Geisha ist sehr teuer, kostet rund 700 Euros. Die Geisha darf man nicht anfassen , viele der Geschichten mit Liebe und so stimmen also gar nicht. Wenn man den Arm um eine Geisha legt, und sei es auch nur für ein Photo, dann geht sie auf der Stelle. Eine Geisha darf auch nicht verheiratet sein, dann muss sie ihren job aufgeben und dann macht sie halt z.B. ein Geisha Teehaus auf und macht Tee Zeremonien, die ebenfalls teuer sind.
Ein weiterer Höhepunkt ist Kenrokuen Garten, der von den Shoguns angelegt wurde und zu den 3 schönsten Gärten Japans zählt. Ich leiste mir im Teehaus im Zentrum dieses Gartens eine Tee Zeremonie. Ich bin alleine inimit zwei Japanern und imitiere eben denen ihre Verneigungen. Was soll man anders tun. Man steht als Europäer sehr häufig wie ein Barbar da. Hier sind die Leute so höflich. Der Polizist, der die Autos an einer Baustelle anhält, verneigt sich vor dem ersten Wagen der hält. Der Zugschaffner kommt ins Abteil, nimmt die Mütze ab und verneigt sich. Er entschuldigt sich dann, dass er unsere Fahrkarten kontrollieren muss. Deutsche Bundesbahn was nun???
Nach einer guten Mahlzeit mit viel grünem Tee sitze ich nun im Zug nach Kyoto. Ich bin sehr froh, dass meine Pläne für die nächsten Tage sich konkretisieren. Ich habe den Interrail Pass aktiviert und eine Zusage vom einem Tempel in Koyasan bekomme, dass ich dort für zwei Nächte bleiben kann. Also morgen noch eine Tag in Kyoto und dann werde ich sicherlich zwei bis drei Tage nicht auf Internet sein.

Tuesday, 25 August 2009

Kyoto - einfach eine phantastische Stadt

Elsbeth in Japan
Heute viel zu Fuss durch die Stadt gegangen. Man kann nicht alles machen, aber ich habe meine Rosinen rausgepickt.
Zuerst den Higashi Honganshi Tempel, der berühmt ist durch die grösste Holzkonstruktion der Welt, 158 m lang und von grosser Harmonie. Die Holzkonstruktionen sind traditionell ohne Nägel zusammengefügt, nur einige Bambusnägel halten das ganze zusammen. Diese Konstruktionen sind erdbebensicher , da das Gebäude elastisch mitgeht. Es ist auf einem Untergrund, der eine Mischung von Lehm und Sand ist, gebaut, was ja unserem gesunden Menschenverstand widerspricht, aber eben bei Erdbeben unheimlich effektiv ist.
Dann weiter zum Kiyomizudera Tempel, der am Rande der Stadt an einem Berghang liegt. Ebenfalls von ausserordentlicher Schönheit und ein grosses Meditationszentrum.
Auf dem Weg zu diesem Tempel durch die Altstadt flaniert, wo bald an jeder Ecke ein Shintoschrein steht.
Mittagessen in einem kleinen Restaurant, das auch gleichzeitig kunstvolle Keramik anbietet. Als Abschluss der einfachen Mahlzeit einen grünen Tee getrunken, der exzellent war. Er wird mit einem schwachen Teelöffel grünem Teepulver hergestellt, das schaumig geschlagen wird in zirka 100 ml 60° warmem Wasser. Eine Delikatesse, man könnte süchtig danach werden. Man kann diese Mischung auch mit Milch haben statt Wasser, dann ist dies ein sahniges Dessert. Leider ist dieses Teepulver sehr teuer. 40 g kosten rund 15 Euros, darum ist solch eine Tasse Tee, gereicht mit 2 kleinen japanischen Süssigkeiten auch nicht für unter 6 Euros zu bekommen.
Dann zum Sanjusangen-do Tempel, der wohl einmalig ist in seiner Art, noch nie so was gesehen. Komischerweise finden die Touristengruppen diesen Tempel nicht, nur japanische Gläubige zu sehen und ein paar versprengte Touristen wie ich.
dabei ist dies wirklich ein Highlight Kyotos, 1001 vergoldete Buddhastatuen stehen aufgereiht in einer 120 m langen Tempelhalle, die 1164 gegründet wurde. Es hat 100 Jahre gedauert (vermutlich ging zwischendurch das Geld aus), um all diese Buddhas herzustellen.
In der Mitte ein grosser Buddha, dann 500 zu seiner rechten und 500 zu seiner linken Seite. Man kann vermuten, dass zirka 70 Künstler an dieser Arbeit beteiligt waren. Unter anderem kann man die Signatur der berühmtesten Bildschnitzer dieser Zeit hier zurückfinden. Die Buddhas sind unter ihrer Goldschicht aus Zedernholz gemacht. Leider waren Photos verboten. Also keine Photos.
Von diesem Tempel gehe ich über die Strasse, um das Nationalmuseum von Kyoto zu besuchen, aber dort entschuldigt man sich ausgiebig und mit Verneigungen, sie sagen, dass ich erst 2013 kommen kann, denn bis dahin wird renoviert. Na ja, dann eben nicht.
Dann den Bus genommen und nach Gion, dem Geish Viertel von Kyoto, das ich gestern bei Nacht besucht hatte. Enge Gässchen, kleine Bars, einige Theater. Gestern abend waren die Gässchen sehr schlecht beleuchtet und fast nur Männer waren unterwegs. Einige der Lamions vor den Häusern waren rot und da habe ich - wohl nicht unrichtig - beschlossen, dass dies wohl dasselbe Zeichen ist wie bei uns ... Die Geishas hier sind wohl in einer anderen Mission unterwegs. Aber tagsüber ist es hier ganz amüsant, viele junge Menschen wohnen hier, da ihnen diese gemütliche Kleinstadt Atmosphäre behagt.
Dann noch ein Photoshooting, um die japanischen Spezialitäten festzuhalten.
Morgen geht es früh los, ich werde 2 Tage unterwegs sein und weiss noch nicht, ob ich zu meinem Blog komme.
Wie man sieht, ist Platz auch in der kleinsten
Hütte. In Kyoto sind Appartments von 70m² schon in der Luxusklasse. Ein Auto darf man nur haben, wenn man auch eine Garage hat. Manchmal steht das Auto fast schon im Wohnzimmer

Der Zengarten des Tempels Ginkakuji in Kyoto - ein Weltkulturerbe

Elsbeth in Japan

Hier die Bilder zum Thema Essen in Japan

Elsbeth in Japan

Monday, 24 August 2009

Wie man im teuren Japan mit kleinem Budget überlebt


Elsbeth in Japan
Wie man im teuren Japan überlebt;
Es stimmt, der Yen ist gegenüber dem Euro abgewertet worden. Aber trotzdem sind die Preise hier manchmal verrückt. Ein Beispiel: Dasselbe Menü, das man zu Mittag isst, kostet am Abend 2-3 Mal soviel. Manchmal noch mehr.
Da Fisch, das Grundnahrungsmittel, auch in Japan sehr teuer ist, kann dies dann zu astronomischen Preisen gehen. Auf der anderen Seite ist Fleisch oder Gemüse auch keine Alternative, denn beides ist ebenfalls sehr teuer und wird nur in Miniportionen in die Mahlzeiten eingebaut. Ein Pfirsich kostete heute 3€. Es ist dann natürlich ein Pfirsich wie gemalt und sehr gross, aber eben 3€. Trauben, wunderschön, aber ein kleines Päckchen von vielleicht 300g von tollster Qualität kostet eben 7-8€.
Was macht man dann, um als Tourist mit kleinem Buffet zu überleben?
Man isst im Restaurant zu Mittag, sucht sich dabei ein gutes, aber nicht allzu schickes aus. Abends geht man so kurz vor Ladenschluss in eines der Luxuswarenhäuser, das im Untergeschoss eine tolle Lebensmittelabteilung hat, die so fantastisch ist, dass Fauchon in Paris oder Käfer in München vor Neid verblassen. Alles frisch zubereitet, die Sushis frisch geschnitten, alles schön präsentiert - aber alles muss weg, denn der Japaner will Frische, er akzeptiert nichts vom vorhergehenden Tag. Und die japanische Hausfrau kocht anscheinend werktags nicht, denn es werden unwahrscheinlich viel vorbereitete Mahlzeiten angeboten, die frisch vor einem gekocht werden (dies ist den Japaner wichtig, sie müssen Frische sehen!).
Kurz nach 7.30 werden plötzlich alle diese Lunchpakete, die wunderbar verpackt und zusammengestellt sind, zum halben Preis angeboten. An jedem Stand werden dem potentiellen Käufer auch kleine Proben der Mahlzeiten angeboten, um den Appetit zu wecken. Selbst bei den Backwaren kann man plötzlich vieles probieren.
Vorteil: Man kann die vielen Dinge geschmacklich kennenlernen. Und es gibt hier vieles, das ich zuvor nie gesehen habe. Dies ist die Vorspeise. Und dann kauft man ein tolles Sushipaket, das man mit Ess Stäbchen und Saucen mitbekommt. Und dies zum halben Preis.
Dies habe ich heute abend z.B. mitgenommen, nachdem ich als Vorspeise einige Geschmacksproben entlang der Stände genommen habe - zur allgemeinen Belustigung der Japaner. Vor ein paar Tagen hat sich besonders einer in der Nudelküche amüsiert. Er wollte unbedingt seine Sojanudeln mit Sauce loskriegen und ersah mich als Opfer. Dreimal musste ich einen Nachschlag (ganz gerne) über mich ergehen lassen mit viel Hihihi, denn ich machte ihm nach der ersten Probe das Zeichen, dass ich es prima fand.
So, und da ich durch den Jetlag so um 23 Uhr richtig Hunger habe, habe ich mein Suishi Paket gepflegt zu mir genommen in meinem Hotelzimmer. Dieses liegt im 14. Stock, den 13. Stock gibt es hier nicht, denn die Japaner sind abergläubisch. Von meinem Zimmer aus habe ich einen tollen Blick auf die Stadt bei Nacht. Es fehlt nun nur noch Sake, aber alleiniges Trinken will ich lieber nicht beginnen sonst ...
So, nun wiss ihr, wie man in Japan gut essen kann für wenig Geld. In Kyoto fangen die Abendmenüs im mittelguten Restaurant bei einem Preis von 60-80 € an.

Diashow Kyoto und Nara

Elsbeth in Japan - Diashow Kyoto und Nara

Kyoto - das ist meine Stadt

Elsbeth in Japan
24.8.
Kyoto ist meine Stadt. Es gibt endlich Strassennamen, man findet sich zurecht. Vom Hotel aus ist Zentrum zu Fuss gut erreichbar und es gibt enorm viel zu sehen. Mit "nur" 1,5 Millionen Einwohner ist Kyoto übersichtlicher als Tokyo. Die Menschen sind weniger gestresst, haben für japanische Verhältnisse fast was südländisches an sich. Es gibt viel zu sehen, allein ca 1500 Tempel sind in dieser alten Kaiserstadt, die erst 1868 vom Kaiser aus politischen Gründen für Tokyo verlassen wurde. Er entzog sich durch diesen Umzug dem Machtbereich des Shoguns und erreichte so mehr Unabhängigkeit. Dieser Schachzug und die Modernisierung des Landes entzog dem Shogun die Machtbasis.
Kyoto hat einen unendlichen kulturellen Reichtum und blieb von den Bomben des 2. Weltkriegs verschont. Also gilt es für den Touristen: Rosinenpicken, denn sonst kommt man nicht rum.
Morgen habe ich einen Tag ohne geführtes Programm und vor lauter Angebot weiss ich noch nicht wie ich das Maximale rausbekomme. Wir werden sehen.
Heute Besuch von der Nijo Burg, dem Goldenen Pavillon des Rokuon-Ji Tempels und des Kaiserpalastes.
Kleine Anmerkung zum besseren Verständnis der Diareihe. Der Holzfussboden im Shogun Palast (Nijo Burg) war so angelegt, dass bei jeder Bewegund ein Quietschen zu hören war. So konnten Spione und andere verdächtige Elemente nie unbemerkt sich anschleichen. Die einzigen Räume, die nicht quietschten, waren die innersten Privaträume im Frauenbereich, wo nur der Shogun sich aufhalten durfte. Das Quietschen wird ausgelöst durch Nägel, auf denen die Holzdielen aufsitzen. Die Japaner bezeichnen dieses Quietschen als Gesang der Nachtigall.

Nachmittags Besuch des Buddha Tempels in Nara mit der grössten Buddhastatue der Welt und des grossen Shinto Schreines von Nara. Nara war im 8. Jahrhundert Sitz des Kaiserhauses. Doch nachdem die Buddha Mönche die politische Macht an sich rissen, entzog sich der Kaiser dieser Bevormundung ganz elegant, indem er den Palast nach Kyoto verlegte. Heilige Schreine kann man nicht so leicht verlegen wie einen Palast und so verloren die Mönche ihre übermächtige Stellung.

Sunday, 23 August 2009

Leider kein Geld für eine Perlenkette

Elsbeth in Japan
Toba und der Ise -Shima Nationalpark.
Das Hotel in Toba dominiert von einem Hügel aus die Ise Bucht, die heute als Nationalpark geschützt ist. Man muss nämlich wissen, dass die Japaner sich in den letzten 30 Jahren wohl zu einer der ökologischsten Nation der Welt entwickelt haben. Die Flüsse fast lupenrein, Bäume sind prinzipiell geschützt (man holzt in Kanada ab), Müll wird rezykliert, dass wir Deutschenschon wieder Stiefkinder sind. Meere müssen geschützt werden, damit auch die zukünftige Generation Fische hat (man überfischt die Weltmeere, aber nicht die eigene Küste), mit den Thermalquellen werden ganze Heiz- und Warmwassersysteme ausgeklügelt, aber man lässt gleichzeitig die Aircondition auf Hochtouren laufen und die Häuser sind schlecht isoliert. Ja, und eine neue Erkenntnis, ich habe seit zwei Tagen beheizte Klodeckel, Temperatur kann ich auswählen. Ich bin nur noch nicht draufgekommen, ob ich die auch kühlen kann, denn es ist sehr heiss hier.
Aber nun zurück zu der schönen IseBucht, die ich leider vor lauter Gucken nicht photographiert habe. Da wo Naturschönheit ist, da findet man in Japan einen Shintoschrein, und da die Natur hier besonders schön ist, ist hier auch das höchste Shinto Heiligtum Japans, das der Sonnengöttin Amatrasu gewidmet ist. Jahrlich kommen 6 Millionen Besucher hierher. Das Besondere an diesem Schrein ist, dass, zurückgehend auf ein Kaiserdekret aus dem 12 Jahrhundert, dieser Schrein alle 20 Jahre rekonstruiert wird. Nur Kriege oder andere Krisen haben diesen Rhythmus kurzfristig unterbrochen. Man brannte den alten Schrein ab und baute alles neu. Da man hier jedoch von rund 200 Gebäuden spricht, hat man das Ganze ein wenig gelockert. Und damit die Pilgerströme immer kommen können, gibt es zwei Anlagen, eine die besucht wird und eine wo die neuen Gebäude gebaut werden. Man wollte dies auch so, um die traditionelle Handwerkskunst nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Tempel werden im traditionellen Stil gebaut und wir haben die Handwerker bei ihrer Arbeit gesehen, denn 2013 ist der Abschluss der Rekonstruktion vorgesehen. Früher hat man die reichen Tempelgaben dann verbrannt oder evtl besonders wertvolle Kulturgüter an andere Tempel oder Privatleute weitergegeben. Eine radikale Wiedererneuerung also.
Der Schrein war enorm gut besucht, die Leute werfen eine Münze vor den Schreinen ihrer Wahl, verbeugen sich dann zweimal (90° wenn sie es noch können), dann klatschen sie zweimal in die Hände, damit die Gottheit sie auch hört, und verbeugen sich noch zweimal. So einfach ist das im Shintoismus, so schnell geht es einem dann besser. Während dieser Zeremonie kann man einen Wunsch sich ausdenken.
Dann gehen die Familien fröhlich in das Shopping Zentrum ausserhalb des Geländes, das ebenfalls im alten Stil mit kleinen Holzhäusern aufgebaut ist. Und da gibt es wieder Kitsch jede Menge und die kulinarischen Spezialitäten der Region, an jeder Ecke wird etwas genascht. Tofueis, Eis mit grünem Teegeschmack, Meeresfrüchte in allen Variationen, Soyanudeln, spezielle Kuchen usw.
Apropos Kuchen, habe ganz vergessen zu berichten, dass im Bahnhof von Nagoya eine lange Schlange geduldig wartender Japaner war, und ihr werdet es nicht glauben, sie warteten auf Baumkuchen. Ein japanischer Bäcker hat mehrer Rollen am Drehen, er hat vermutlich in Deutschland die Baumkuchenfabrikation gesehen und hat damit hier in Japan einen Hit gelandet. In einer langen Schlange warten ist eigentlich etwas, das die Japaner nicht akzeptieren, sie wollen schnell bedient sein.
Nach einem wieder exzellenten Mittagsmahl gehen wir zur Perlen Insel oder Mikimoto Insel, wo das Perlenmuseum steht und natürlich auch eine grosse Verkaufsfläche.
Dort wird zuerst gezeigt, wie die Perlentaucher früher gearbeitet haben. Die Taucher waren ausschliesslich Frauen, denn die können angeblich länger den Atem anhalten und mit ihrer Fettschicht auch mehr gegen die Kälte angehen. Denn eine solche Ama, wie diese Taucherinnen heissen, ist 4-5 Stunden im Wasser. Heute gibt es noch 1300 Amas in der Bucht. Sie werden schon als Kinder trainiert und können über eine Minute unter Wasser bleiben.
Meist arbeiten sie im Team mit ihrem Ehemann, der das Boot führt und die Frauen auf ein Zeichen hin sehr schnell nach oben zieht an einem Seil. Somit begeben diese Frauen eigentlich ihr Leben in die Hände ihres Mannes. Ich würde dies für meinen Teil im Moment nicht ausprobieren.
Die Frauen sind ganz in Weiss gekleidet, denn anscheinend schreckt diese Farbe die Haie ab. Die Ganzkörperbekleidung schützt auch vor den Quallen. Heute ist das einzig Moderne am Outfit die Tatsache, dass sie unter der weissen Bekleidung Taucheranzüge tragen. Aber eine Pressluftflasche ist nicht erlaubt, um Überfischung zu vermeiden. Es muss traditionelle gearbeitet werden. Man muss nämlich wissen, dass die Perlen eigentlich nur ein Nebenprodukt waren. Eigentlich bezahlt werden die Frauen nach dem Gewicht der Austern bezahlt, die sie emporbringen und ein weiteres Produkt, das sie abernten sind bestimmte Algensorten.
Mikimoto hat das Nebenprodukt der Perlen am Hals der Frauen schon als junger Mensch bewundert und es hat sich in ihm festgesetzt, dass mehr Frauen solch einen Schmuck haben sollten, man musste nur die richtige Methode finden, um die Austern anzuregen. Er hat dann intensiv geforscht um eine effektive Methode zu finden, die als Ergebnis möglichst regelmässig geformte Perlen bringt. Die Ateliers die in die Austern eine kleine "Perlmuttsaat" einbringen gleichen einem Operationssaal. Mit viel Geschick wird die Saat eingebracht in den Bereich der Auster, der für die Perlmuttproduktion zuständig ist.
Die Austern müssen dann 3 Jahre in eine Aquakultur in der Ise Bucht untergebracht werden. Nur 1/3 der Austern liefern dann ein Ergebnis. Taifune, Bakterienbefall, rote Algen und andere Vorkommnisse bringen Verluste von 2/3.
Die Qualitätsauslese ist nach wie vor manuell und mit den Augen. Und die gehen dem Betrachter über, wenn er die historischen Schmuckkreationen im Museum sieht.
Der Museumsladen am Ausgang ist dann eine grosse Versuchung. Die Preise sind deutlich geringer als in Europa und man muss sagen, Mikimoto ist tolle Qualität.
Aber was soll's, ich bin noch 2 Wochen unterwegs, da gibt es andere Prioritäten.
Abends werden wir in den Zug verfrachtet und heute abend schreibe ich in einem Hotel in Kyoto meine Berichte, denn in Toba gab es keinen Internetanschluss.
Elsbeth in Japan
22.8.
Heute Aufbruch mit dem Shikansen nach Nagoya und dann nach Toba, wo ich dann eine Nacht in einem Hotel sein werde.
Der Shikansen ist der ganze Stolz der Japaner. Er fährt im Schnitt 300kmh, Aufenthaltsdauer am Bahnhof für Aus-und Einstieg 1 Minute. Durchschnitt der Verspätungen aufs Jahr gerechnet 36 Sekunden. Ich glaube, wenn die Lokführer hier so Verpätungen wie in Deutschland oder Frankreich hätten, dann würden sie Harakiri machen.
Ich lese gerade die Japan Times und da heisst es, dass ein Prozess wegen eines Zugunglücks von vor 5 Jahren nogmaals aufgerollt wird. Der Lokführer hat ein zu schnelles Tempo gefahren, da er mehrer Sekunden Verspätung hatte. Dadurch flog er aus einer Kurve und landete mit seinem Zug in einem Appartmenthaus. 107 Tote, vor allem in dem Haus und viele Verletzte. Dies war vor zirka 5 Jahren. Anscheinend ist der Gesichtsverlust und die Bestrafung gross, wenn es zu einer Verspätung kommt. Die Japaner können einfach Verspätungen nicht ausstehen. Gestern waren einige Italiener unserer Gruppe 3 Minuten verspätet am Treffpunkt, das war für unsere Reiseleiterin eine grössere Katastrophe und sie wollte nicht afhören, sich bei den anderen für diese Verspätung zu entschuldigen. Die kamen an diesem Tag nie wieder zu spät!
So, unser Shikansen geht nur 270kmh, da er öfter hält. Dafür entschuldigt sich der Lokführer. Die « nur » 270kmh sind jedoch im Fahrplan vorgesehen. Was für eine perfektionistische Welt!
Wir kommen in Nagoya an, wir, das sind zwei sympathische italienische Ehepaare und ich. Eine Reiseführerin für die Stadt steht schon bereit und im Eiltempo werden wir zuerst in ein Restaurant gebrach für eine japanische Mahlzeit, wieder köstlich, ich kann die japanische Küche nur loben, wo viel Variation im Geschmack ist wirklich einmalig. Und immer super zubereitet. Das einzige was sich immer gleich bleibt ist halt der Reis, den ich mit immer mehr Geschicklichkeit mit den Essstäbchen packen kann.
Dann geht es zur Burganlage von Nagoya, die die typische Burgenstadt Architektur hat, wie man sie in Japan sehr häufig findet. Nur war Nagoya der Sitz eine Sohnes des wichtigen Shoguns Tokugawa und daher wurde hier mit nichts gespart. Allein schon die Grösse der Anlage nimmt einem den Atem. Leider wurde die Burg aus dem 16. Jahrhundert im zweiten Weltkrieg völlig zusammengebombt und wir haben eine originalgetreue Rekonstruktion aus dem Jahre 1959 vor uns. Nur die Verteidigungsmauern aus gigantischen Steinen zusammengesetzt - wieder ohne Mörtel, um gegen Erdstösse resistent zu sein - konnte den Luftangriffen widerstehen. Ein unglaubliches Glück war es, dass die Einwohner vor allem das Palastgebäude leergeräumt hatten. Sie haben die ganzen Schiebtüren, die reich verziert waren, herausgenommen. Offensichtlich war ihnen klar, dass sie Angriffsziel sein werden, denn Nagoya ist die Heimatstadt von Toyota, also ein strategisches Ziel. Bis in einem Jahr soll auch noch der zum Palast gehörende Administrations- und Wohntrakt rekonstruiert sein und damit bekommen die geretteten Kulturgüter wieder ihren Platz zurück, wenn auch nur in Form eines Museums.
Vom Palast geht es dann zum Toyota Museum, das einen guten Überblick über die Entwicklung der Firma vom Hersteller von mechanischen Webstühlen zum Autoproduzenten gibt. Der Herr Toyoda, ja er schrieb sich mit d war ein unruhiger Erfindergeist, der viele Patente anmeldete und auch einige teuer z.B. an die Amerikaner verkaufen konnte. Mit diesem Geld wollte er sich unbedingt seinen Traum von der Autoproduktion erfüllen. Er war nämlich durch Europa und Amerika gereist und hat dort Autos gesehen, die es in Japan zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht gab. Er beschloss, dass auch Japan an dieser Entwicklung teilnehmen musste und importierte ein Auto, um es von seinen Arbeitern auseinandernehmen zu lassen. Diese mussten dann von Hand alle Stücke nachbilden und dann zusammensetzen. Zuerst alles aus Holz (darin besitzen die japanischen Handwerker auf Grund ihrer Tempeltradition grosses Geschick) und dann aus Stahl, und für die Stahlversion hatte er das knowhow seiner Webstuhlarbeiter. Die ersten Modelle von Herrn Toyoda liessen dann eine gewisse Eleganz missen. Der Weg zum kompetitiven Auto war dann doch noch recht steinig.
Im zweiten Weltkrieg war dann die ganze Industrieanlage von Toyota in Schutt und Asche. Hier haben die Japaner eben sehr viel gemein mit den Deutschen.
Nach diesem interessanten Ausflug in das industrielle Japan geht es dann weiter mit einem lokalen Zug nach Toba, der Stadt die Frauenherzen höher schlagen lässt, denn hier ist die Wiege der Perlenzucht.

Saturday, 22 August 2009

Elsbeth in Japan
21.8.
Heute Abreise aus Tokyo, das sicherlich noch mehrere Tage an Besichtigung wert gewesen wäre, aber man soll ja immer etwas für ein nächstes Mal aufbewahren, also sayonara Tokyo.
Es geht zum Mt Fuji, aber leider ist ausgerechnet heute das Wetter sehr wolkig, also Fuji futsch in den Wolken. Aber von Zeit zu Zeit reissen die Wolken bei der Anreise auf und man hat gute Sicht auf diesen beeindruckenden Berg, der mit 3776 m Höhe als höchster Gipfel Japans aus seiner Umgebung heraussticht. Es ist Sommer und daher ist der Gipfel schwarz, das photogene Zuckerhäubchen aus Schnee ist für eine andere Jahreszeit. Daher verschwende ich auch nicht allzu viel Zeit, einen Fuji mit vielen Photos zu dokumentieren, denn aus der diesigen Ferne ergibt dies nichts.
Die Basis des Berges ist zirka 40 km breit und die Kegelvulkanform klassisch. Die Japnaer haben bis auf rund 2400m eine Serpentinenstrasse de Luxe gebaut, die in den Kurven immer einen geriffelten Strassenbelag hat , um mehr Sicherheit zu gewährleisten. Hier könnten unsere Strassenbauer etwas lernen.
Auf der Anhöhe 2400m ist ein grosser Souvenirshop und sind auch einige Restaurants im grossen Stil. Von hier aus startet die Fujibesteigung, die für jeden Japaner ein fast religiöses Erlebnis bedeutet. Wir werden nur mit dem Bus hingekarrt und haben genau 30 Minuten Aufenthalt. Wie bedaure ich, dass ich nicht an dem allgemeinen Aufbruch auf den Berg teilnehmen kann, auch wenn dies hier ein organisierter Massenbetrieb ist. Die Japaner wandern anscheinend nur in Gruppen. Diese treffen sich am Eingang zum Aufstieg, der mit einem Holztor gekennzeichnet ist. Dann kommt ein Gruppenphoto und der Wanderführer gibt eine aufmunternde Ansprache mit Tips etc die dann mit einem dreifachen Faust in die Höhe begleitet von Ausrufen, die sicher dem Deutschen Zickezacke entsprechen, endet, wobei dann alle mitschreien. Und dann geht es los. Die Wanderer sind alle exzellent ausgerüstet und gegen die Sonne geschützt. Bei manchen geht dies sogar soweit, dass sie ein schwarzes Tuch vor ihren Hut hängen und nur die Augen von unter dem Hut rausschauen. Die Talibans hätten hier ihre grösste Freuden. Aber nicht nur die Frauen sind so verhüllt. Man sieht keine nackten Beine oder Arme, obwohl die Temperatur hier unten noch bei 26° liegt. Die Japaner kennen die Kraft ihrer Sonne, die wirklich gnadenlos ist, was manche Europäer leider nur zu spät merken. In jeder der Gruppe, mit denen ich gereist bin, sind ein bis zwei Personen total erbrannt , obwohl sie - so behaupten sie - Sonnencreme aufgetragen haben. Also die paar Europäer, die in Bermudas den Fuji besteigen, werden es sicher bereuen. Ich gehe bis zum ersten Anstieg. Die Serpentinen schlingen sich in einer gut berechneten Steigung hoch.














Der Untergrund ist pure schwarzrote Lavaasche, also staubig. Wie immer sind die Japaner gut organiseert. Aufstieg und Abstieg sind im Einbahnsystem, selbst der Weg rund des Kraters ist nur in einer Richtung begehbar. Wohl auch besser so in Anbetracht der Anzahl von Wanderern. Dicht an dicht geht es nach oben. Die Park Ranger lassen immer eine Gruppe nach der anderen im 5-Minutenabstand losgehen. Wehe also dem, der in seiner Gruppe zurückhängt. Und heute werden sie nicht einmal mit einer guten Sicht belohnt. Als wir mit dem Bus abreisen, verhüllt dichtester Nebel den Berg. Darum also auch die Empfehlung, nur mit einer Kopflampe ausgestattet die Wanderung zu beginnen.
Die vielen Nichtwanderer beglücken sich in den vielen Souvenirshops mit kleinen Fujimodellen und glücksbringenden kleinen Glöckchen etc. Die Japaner sind die geborenen Souvenirkäufers. Es gehört zur guten Sitte, den Daheimgebliebenen kleine Geschenke mitzubringen, alles Schreckliche ist erluabt. Viele springen nur aus dem Bus und gehen direkt rein in den Laden, den sie erst bei Busabfahrt dann verlassen, beladen mit Plastiktüten. Man begreift nun die Mentalität der japanischen Touristen in Europa.

Es geht weiter nach Hakone, das an einem See liegt, der in einem alten Kaldera entstanden ist, dem Lake Asji.
Hakone ist auch berühmt für seine Onsen, das sind die Thermalquellen, die in Japan überall heraussprudeln, wenn man nur ein wenig bohrt.
Nach einer schrecklichen Bootsfahrt Disneylandstyle und nur in einer Nebelwand (aber für die Japaner ist PRogrammm Programm, egal wie) werden wir zum Hotel gebracht, wo ich dann mein erstes Onsen Erlebnis habe. Das Hotel hat eigene Onsen in seinem Zengarten, die die Gäste benutzen können. Wenn man nun glaubt, man hüpft da fröhlich hinunter und springt mal so rein, dann täuscht man sich gewaltig. Alles unterliegt hier einem strengen Ritual.
Im Zimmer liegt ein Kimono aus. Diesen muss man anziehen mit den dazugehörenden Latschen (die laut kleinem Plakat sterilisiert sind, also ich bekomme keinen Fusspilz).
Dann fährt man mit dem Lift direkt hinunter in den Badebereich, wo einem bedeutet wird, dass man von hier aus nur noch barfuss laufen darf. Ausserdem bekommt man ein klitzekleines Handtuch,, dieses wird das einzige Objekt sein, das man später mitnehmen darf.
Nun ist man in einem Raum, der gut ausgestattet ist mit Einweghaarbürsten, Bodylotion, Hautcremes aller Art, Spiegel, Haarföhns etc. Hier sind die am Werk, die das Bad schon hinter sich haben. Für mich geht es nun darum, den Kimono und das grosse Handtuch, das ich aus dem Zimmer mitnehmen musste, in ein Schliessfach zu legen und dann mit meinem kleinen Tüchlein weiter in einen Waschraum zu gehen. Dort sind kleine, durch eine niedrige Mauer abgetrennte Waschzellen mit kleine Plastikhockern, einer niedrig angebrachten Dusche, einem Eimer, Desinfektionsmittel, Seife, Shampoo, Haarconditioner, Duschgel.
Man muss nun erst den kleinen Plastikstuhl desinfizieren und dann sitzt man darauf, man ist nun von evtl Blicken rechs und links geschützt und muss sich von oben bis unten abschrubben und waschen.. Dann wird die Seife gut abgespült und man kann nun in die Onsen eintauchen, wo schon einige Japanerinnen sitzen, die einen aufmerksam betrachten. Das kleine Tüchlein lege ich wie die Japanerinnen gefaltet auf das Haupt, denn es darf aus hygienischen Gründen nicht in das Wasser kommen.
Man kann nun die Onsen im Innenbereich und im Aussenbereich benutzen. Sie haben rund 41° Temperatur und riechen ganz leicht nach Schwefel. Das Wasser ist sehr weich.
Im Aussenbereich sind die Onsen von einem Zengarten umgeben. Ich kann jedem nur die Anlage eines solchen Gartentyps empfehlen. Man geht nur ab und an mit einer Harke durch die Steinchen , kein Rasenschneiden. Die einzelnen Pflanzen darin muss man pflegen und ein wenig bonsaimässig zuschneiden - fertig ist die Gartenanlage. Man kann sich reinsetzen und meditieren.
Ich bleibe lange im Onsen sitzen. Es ist sehr entspannend.
Natürlich bin auch ich neugierig und schaue mir die Frauen an. Also ich kann nur sagen, unter den Kleidern sind die angeblich zierlichen Figuren der Japanerinnen trügerisch schön. In Natur bin ich doch ein bisschen enttäuscht. Meine Theorie der kurzen Beine in Proportion zum Oberkörper halte ich aufrecht. Steife Silikonbrüste leider schon verbreitet, denn im algemenen sind die Frauen hier relativ flach, nur ganz wenige haben ein bisschen Balkon von Natur aus. Orangenhaut jedoch findet man nicht, die zeigen nur die europäischen Frauen, die gerade hinzugekommen sind. Es muss wohl auch am Futter liegen, denn selbst korpulentere japanische Frauen haben keine Zellulitis.
Diese Betrachtungen sollen nicht boshaft sein, sie entspringen ganz einfach einer gewissen Neugierde.
Ich werde keine Onsenphotos bringen.
Dann noch ganz kurz zu den Schwierigkeiten bei Bodylotion etc. Alles nur auf japanisch geschrieben. Es gab also in der Umkleidekabine jede Menge Hihi der Frauen, die mir dann im einzelnen mit Gestik vermittelten, für was die einzelen Cremen und Lotionen gut sind. Fasziniert sahen sie zu, wie mein Haar eben nicht so glatt wie ihres wird beim Föhnen, die Neugierde ist immer beiderseits.
Nun noch schick machen und ab in die Bar, wo eine Pianistin spielt. Alles sehr traditionell, aber immerhin ein wenig Unterhaltung.

Thursday, 20 August 2009

Wirrwarr der Elektrik




Elsbeth in Japan
Kaum zu glauben, Kabelsalat beim Fischmarkt


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Sushi Bar




Elsbeth in Japan
Schlange vor einer populären Sushi Bar am Fischmarkt. Die Bar daneben hatte nur einen Kunden. Ich bin natürlich hier in der Schlange zum allgemeinen Amusement der Japaner.
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Sushi Messer




Elsbeth in Japan
Verkauf von Sushi Messern an einem Stand beim Fischmarkt. Diese Messer sind sehr teuer
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U-bahn Schlaf




Elsbeth in Japan
Der Schlaf in der U-Bahn, morgens um 10 Uhr schon die komplette Erschöpfung. Meist hängen so rund 90% der Mitfahrer rum, wenn man morgens sehr früh oder abends die Bahn nimmt.
Heute sogar einen gesehen, der auf dem Bahnsteig im Stehen tief schlief














Jede Menge Handschlaufen für die Rush-hour
Elsbeth in Japan
Heute endlich mal ausgeschlafen, aber darum leider ein wenig spät für die Attraktion Tokyos, den Fischmarkt Tsukiji, wo jeden morgen schon sehr früh die Fischauktion lauft und dann anschliessend der Markt für Otto Normalverbraucher offensteht. Ein unglaubliches Angebot. Der Japaner lebt vom Meer, am Meer und hat nur Fisch im Kopf, wenn er an Essen denkt. Fleisch erobert nur sehr langsam und fast ausschliesslich in Form von Rinderhack den Tisch.
Die Gegend um den Fischmarkt ist von einer überraschenden Einfachheit, wenn man sonst das andere Tokyo im Kopf hat. Allein die elektrischen Installationen erinnern hier eher an Osteurop als an eines der modernsten Länder der Welt. Es gibt um den Fischmarkt herum kleine Märkte, die eher an einen Soukh in Nordafrika erinnern in ihrem malerischen Angebot. Aber trotz allem von einer nicht zu übertreffenden Sauberkeit. Kaum hat man ein Glas vor einem Stand auch nur zufällig berührt, schon rennt jemand mit einem Tuch um es sauber zu reiben. Die müssten mal bei mir zuhause meine Fenster sehen.
Nach einer Sushi Mittagspause in einer sehr populären Sushi Bar am Fischmarkt habe ich Kulturelles auf dem Programm. Das Nationalmuseum Tokyo im Ueno Park. Geschichte und Kultur Japans sind hier in einer Art und Weise ausgestellt, wie es nur die Japaner können. Jedes Stück gut präsentiert und alles nur von ausgesuchtester und perfekter Qualität. Präzision und Qualitätsbewusstsein sind tief in der japanischen Mentalität verwurzelt. Dies begreift man nirgends besser als hier als Tourist in Tokyo. Selbst der Barmann, der den Kaffee oder Tee an der Bar serviert macht dies mit einer Perfektion, die Tasse muss genau ausgerichtet sein, alles bis auf i-Tüpfelchen genau, der Schaum auf dem Cappucchino, das Design mit dem Kakao auf dem Milchschaum etc.
Heute folgendes Erlebnis: Mir fiel im Museum ein altes Ubahn ticket heraus, ohne dass ich es merkte, gleich sprangen zwei herbei und hoben es auf und fragten, ob sie es in den Müll werfen könnten. Dies machte mich sehr verlegen, denn die dachten natürlich "diese schlampigen Europäer". Wie überhaupt nirgends Schmutz zu sehen ist oder etwa ein kleiner Fetzen Papier auf der Strasse. Man tut dies einfach nicht und man akzeptiert es auch nicht. Man sieht hier hin und wieder Leute mit Gesichtsmasken, die wie Operationsärzte durch die Gegend eilen. Dies sind nicht etwa Hypochonder, die Angst vor Bakterien haben. Nein, es sind Leute, die eine kleine Erkältung haben und wenn man dies hat dann setzt man sich mit Rücksicht auf die anderen diese Maske auf, um niemanden anzustecken. Keine schlechte Idee, hilft sicherlich vor allem in der U-Bahn gegen Ansteckungsgefahr.
Ich möchte auch nicht nochmals auf das Kapitel Toiletten zurückkommen, aber ich kenne kein Land, wirklich kein Land, wo die öffentlichen Toiletten so sauber sind, dass man meint, man sei zuhause. Nie fehlt Klopapier, nie ein Schmutz, immer picobello. Immer Seife etc, wir können viel lernen in dieser Beziehung. Was müssen die einen Horror haben vor dem, was bei uns so an öffentlichen Einrichtungen ist.
So, nun heisst es Koffer packen, morgen früh geht es zu Fuji und nach Hakone, wo ich dann eine Nacht in einem anderen Hotel verbringe. Hoffentlich ebenfalls mit einfachem Internetanschluss.