Elsbeth in Japan
Heute endlich mal ausgeschlafen, aber darum leider ein wenig spät für die Attraktion Tokyos, den Fischmarkt Tsukiji, wo jeden morgen schon sehr früh die Fischauktion lauft und dann anschliessend der Markt für Otto Normalverbraucher offensteht. Ein unglaubliches Angebot. Der Japaner lebt vom Meer, am Meer und hat nur Fisch im Kopf, wenn er an Essen denkt. Fleisch erobert nur sehr langsam und fast ausschliesslich in Form von Rinderhack den Tisch.
Die Gegend um den Fischmarkt ist von einer überraschenden Einfachheit, wenn man sonst das andere Tokyo im Kopf hat. Allein die elektrischen Installationen erinnern hier eher an Osteurop als an eines der modernsten Länder der Welt. Es gibt um den Fischmarkt herum kleine Märkte, die eher an einen Soukh in Nordafrika erinnern in ihrem malerischen Angebot. Aber trotz allem von einer nicht zu übertreffenden Sauberkeit. Kaum hat man ein Glas vor einem Stand auch nur zufällig berührt, schon rennt jemand mit einem Tuch um es sauber zu reiben. Die müssten mal bei mir zuhause meine Fenster sehen.
Nach einer Sushi Mittagspause in einer sehr populären Sushi Bar am Fischmarkt habe ich Kulturelles auf dem Programm. Das Nationalmuseum Tokyo im Ueno Park. Geschichte und Kultur Japans sind hier in einer Art und Weise ausgestellt, wie es nur die Japaner können. Jedes Stück gut präsentiert und alles nur von ausgesuchtester und perfekter Qualität. Präzision und Qualitätsbewusstsein sind tief in der japanischen Mentalität verwurzelt. Dies begreift man nirgends besser als hier als Tourist in Tokyo. Selbst der Barmann, der den Kaffee oder Tee an der Bar serviert macht dies mit einer Perfektion, die Tasse muss genau ausgerichtet sein, alles bis auf i-Tüpfelchen genau, der Schaum auf dem Cappucchino, das Design mit dem Kakao auf dem Milchschaum etc.
Heute folgendes Erlebnis: Mir fiel im Museum ein altes Ubahn ticket heraus, ohne dass ich es merkte, gleich sprangen zwei herbei und hoben es auf und fragten, ob sie es in den Müll werfen könnten. Dies machte mich sehr verlegen, denn die dachten natürlich "diese schlampigen Europäer". Wie überhaupt nirgends Schmutz zu sehen ist oder etwa ein kleiner Fetzen Papier auf der Strasse. Man tut dies einfach nicht und man akzeptiert es auch nicht. Man sieht hier hin und wieder Leute mit Gesichtsmasken, die wie Operationsärzte durch die Gegend eilen. Dies sind nicht etwa Hypochonder, die Angst vor Bakterien haben. Nein, es sind Leute, die eine kleine Erkältung haben und wenn man dies hat dann setzt man sich mit Rücksicht auf die anderen diese Maske auf, um niemanden anzustecken. Keine schlechte Idee, hilft sicherlich vor allem in der U-Bahn gegen Ansteckungsgefahr.
Ich möchte auch nicht nochmals auf das Kapitel Toiletten zurückkommen, aber ich kenne kein Land, wirklich kein Land, wo die öffentlichen Toiletten so sauber sind, dass man meint, man sei zuhause. Nie fehlt Klopapier, nie ein Schmutz, immer picobello. Immer Seife etc, wir können viel lernen in dieser Beziehung. Was müssen die einen Horror haben vor dem, was bei uns so an öffentlichen Einrichtungen ist.
So, nun heisst es Koffer packen, morgen früh geht es zu Fuji und nach Hakone, wo ich dann eine Nacht in einem anderen Hotel verbringe. Hoffentlich ebenfalls mit einfachem Internetanschluss.