Elsbeth in Japan
Samstag 29.8.
Heute Ausflug nach Kameoka mit einem historischen Zug. Eine Bahnlinie durch eine Schlucht im Nordwesten von Kyoto. Blick auf einen wilden Fluss, in dem einige Flösse und Kajaks mit den Stromschnellen kämpfen.
Publikum im Zug vorwiegend Erwachsene, die sich wie die kleinen Kinder freuen über die Tatsache, dass entlang der Bahnlinie immer wieder so Plastik Murmeltiere aufgestellt sind. Manchmal sind die Japaner wie die kleinen Kinder und furchtbar romantisch. Das bekommt man nicht in Einklang mit ihrer Technik Versessenheit.
Die jungen Mädchen haben sich zum Wochenende herausgeputzt, eine Mischung von Schulmädchen Unschuld und Lolita. Spitzen und kurze Röcke oder Hot Pants sind in Mode, dazu Schmollmund und hohe Absätze, mit denen sie mehr schlecht als recht gehen können.
Nach der Rückkehr ins Zentrum von Kyoto, Spaziergang durch Gion, das Geisha Viertel und siehe da, am Samstag sieht man doch vereinzelt Kimonoträgerinnen, einige sind Maikas, d.h. junge Mädchen, die eine Geisha Schulung mitmachen. In ihren echten Kimonos mit den Riesenschleifen am Rücken sehen sie aus wie Bonbonverpackungen. Aber eine richtige Geisha ...
Doch, da kommt plötzlich ein grosses schwarzes Auto mit weisbehandschuhtem Chauffeur. Der Wagen muss in der Fussgängerzone langsam fahren und so sieht man dann plötzlich eine echte Geisha. Die japanischen Männer raunen und stöhnen, einige von ihnen rennen mit dem Auto mit, um sie zu sehen und evtl auch ein Photo zu machen.
Die Frau im Auto sieht aus wie eine Porzellanpuppe, ein Kunstwerk. Ganz weiss geschminkt, das Haar hochgesteckt, zierliche Figur, schicker Seidenkimono. Hier leistet sich jemand eine teure Dame für die Nachmittagsunterhaltung.
Geishas stehen noch immer in hohem Ansehen, das hat man an der Reaktion der Männer gemerkt, die eine Mischung von Sehnsucht und Ehrfurcht ist.
Ja, und dann kommt mein Augenblick. Es ist Wahlkampf und die Politiker gehen auf die Strasse. Dies tat auch der Transport- und Fremdenverkehrsminister von Japan. Ein für japanische Verhältnisse relativ grosser Mann. Ich sehe wie er (ich weiss zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wer er ist) auf mich zukommt, im Gefolge seine Bodyguards. Er will mir die Hand schütteln, stellt sich vor auf Englisch (nicht allzu berühmt, Aussprache 5). Wir werden umringt von den Leuten, die hören wollen, was ich zu sagen habe. Ich gratuliere ihm zu dem guten Zugsystem und zu der Pünktlichkeit seiner Züge. Sage, dass ich gerne in Japan bin, dass ich mir jedoch wünschte, dass mehr englische Hilfen für den Touristen gegeben werden, damit man sich besser zurechtfinden kann. Am liebsten hätte ich ihm auch ein paar Privatstunden Englisch zur Verbesserung seiner Aussprache angeboten, aber nun, man ist ja höflich und hier in Japan ist Höflichkeit oberstes Gebot.
Ich werde morgen mit einem lachenden und einem weinenden Auge Kyoto verlassen. Eine schöne Stadt, aber Koyasan und der heilige Berg erwartet mich, oder besser gesagt, der Mönch Shimutsu, der mir die Zusage für eine Unterkunft in seinem Tempel per mail geschickt hat. Also morgen abend werde ich dann mit den Mönchen speisen und am Montag in aller Frühe (um 6 Uhr) dann Meditation und "Gottesdienst", zu dieser Teilnahme verpflichtet man sich, wenn man im Tempel übernachtet.
Nun, am Dienstag abend habe ich dann hoffentlich wieder Internet Anschluss und kann berichten
Friday, 28 August 2009
Kyoto - Takayama - Kanazawa
Elsbeth in Japan
26.-28.8.
Kyoto - Takayama - Kanazawa
Durch die japanische Alpen
Mittwoch morgens geht es mit der Bahn nach Nagoya und dann mit einem lokalen Zug quer durchs Land, durch tiefe Schluchten an deren Ränder sich auf der einen Seite gerade mal eine enge Strasse schmiegt und auf der anderen Seite die Bahnlinie, die sehr häufig sich durch enge Tunnels schlängeln muss, da kein Platz ist. Auch dies ist Japan, wirklich unerwartet wilde und unberührte Landschaften., klare Gebirgsbäche und Wälder, wohin man auch schaut. Sehr grüne, fast dschunglehafte Vegetation.
Nur ab und zu weitet sich das Tal ein wenig und schon finde man ein handtuchgrosses Reisfeld und ein kleines, abgelegenes Häuschen dabei.
Erst in der Nähe unseres Ziels weitet sich das Tal inmitten der Gifu Berge, die bis 3000 m Höhe erreichen,und macht Platz für eine Stadt von rund 67.000 Einwohnern, Takayama.
Unser Hotel ist in Bahnhofsnähe gelegen und wir werfen schnell die Koffer ab, um noch bei Tageslicht das historische Stadtzentrum zu besichtigen. Dieses besteht aus engen Strassenzügen, an denen sich kleien Holzhäuscen reihen, die glücklicherweise alle heute unter Denkmalschutz stehen, denn sonst hätten wir auch hier die Sünden der 50er- und 60er Jahre.
Im Winter ist Takayama oft durch Schneemassen von der Aussenwelt abgeschlossen, was vielleicht die Entwicklung der Stadt lange hemmte. Tradition war und ist hier die Holzverarbeitung. Möbel und Kunsthandwerk auf Basis von Holz bestimen noch heute das Einkommen der Menschen., wobei man sich fragt, wie sie hier die billige Made in China Konkurrenz abwehren können, denn die Waren sind sehr teuer.
Ein anderer Wirtschaftszweig ist wohl der Tourismus geworden. Vor allem japanische Touristen sind total verliebt in die Vergangenheit ihrer glorreichen Edo Periode. Und Japaner kaufen Souvenirs - jede Menge.
Im Frühjahr und Herbst ist hier ein grosses Festival, das mit grossen historischen Umzugswagen in seiner Art wohl einmalig ist. Es geht bis in die Nacht hinein, wobei dann die Umzugswagen mit den traditionellen japanischen Lampions beleuchtet sind. Die ganze Stadt beteiligt sich an der Organisation dieses Riesenspektakels, zu dem Tausende von Touristen kommen. In einem Museum kann man einige der prächtigen historischen Umzugswagen sehen, andere sind über die Stadt verteilt in grossen Scheunen untergebracht. Man fürchtet, dass sonst bei einem evtl Feuer alle vernichtet werden würde. Wie überhaupt das Thema Feuer allgegenwärtig ist bei dieser Holzbauweise. Es ist selbst in den Strassen absolutes Rauchverbot.
Nach dieser auführlichen Besichtigung begebe ich mich in das Onsenbad des Hotels zur Entspannung. Eine tolle Einrichtung. Leider sind alle in der Gruppe so verklemmt (Italiener, Kanadier, Australier), dass keiner ausser mir diese Gelegenheit wahrnimmt, dabei sind die Onsen strikt getrennt nach Männchen und Weibchen. Aber man muss eben nackt hineingehen ....
Am Abend leiste ich mir ein tolles Abendessen mit dem berühmten Rindfleisch der Hida Region, das einem Kobe Fleisch ebenbürtig ist, aber Gott sei Dank preislich deutlich günstiger. Das Steak (das erste Fleisch, das ich seit 10 Tagen zu mir nehme) ist sehr klein, aber so was von lecker. Wie feiner Marmor sieht es aus, es ist durchzogen von winzigen Fettadern, daher saftig. Man bereitet das Steak selbst auf einem heissen Stein zu, ohne Zugabe von Fett, darum ist es sehr bekömmlich trotz des Fettanteils.
Donnerstag
Besuch des morgendlichen Marktes in Takayama, wo man Gelegenheit hat, die örtlichen Spezialitäten zu probieren. Dann Weiterfahrt in Richtung Kanazawa. Unterwegs Besuch von historischen Bauernhäusern, die Dank eines deutschen Architekten, Bruno Taut, der in den 20er Jahren hier reiste und die Einmaligkeit dieser Architektur erkannte, unter Denkmalschutz gestellt wurden. (siehe Photos)
In solchen Bauernhäusern lebten bis zu 40 Menschen der Sippe zusammen. Da die Landwirtschaft sehr arm war, bot sich als Nebeneinkommen die Seidenraupenzucht und die Verarbeitung der Seide an. Dazu musste die Familie zahlreich sind und gut zusammenarbeiten. Die historischen Photos sind beeindruckend. Wie haben die nur alle Platz gefunden in diesen Häusern?
Mit Gokayama beuschen wir noch ein Dorf mit diesen Häusern, das aber heute fast schon wie Brügge in Belgien total überrannt ist vom Tourismus.
Dann noch die Besichtigung einer traditionellen Papierfabrik, in der das Papier für Lampions, Tuschezeichnungen, Postkarten etc, hergestellt wird in traditioneller Handarbeit. Sehr schönes und kostbares Papier, das erstaunlich widerstandsfähig und elastisch ist. Es wird aus einer Pflanze hergestellt, die es hier in grosser Menge in den Wäldern gibt. Der Prozess der Fasergewinnung ist sehr zeitaufwändig, aber das Ergebnis ist von grosser Schönheit.
Kanazawa ist dann abends unserer Endstation. Mit dem italienischen Ehepaar aus Rom, mit dem ich mich angefreundet habe, gehe ich dann in ein italienisches Restaurant (oder der japanischen Interpretation davon). Die beiden haben Heimweh nach der Pasta. Sie ist Napolitanerin und gibt dann der Küche noch Anweisungen, wie es zu machen ist. Diese nicken höflichst, wie es hier der Brauch ist, verstehen aber absolut nichts. Das Ergebnis war nicht zu schlimm und wir hatten sogar Orvieto Wein.
Freitag
Kanazawa war von einem Shogun als Gegenpol zu Kyoto geplant. Er hat sehr viel Ehrgeiz in dieses Projekt gelegt und heute noch sind- dank Denkmalschutz in letzter Minute - einige alte Strassenzüge bewahrt. Vor allem das Geisha Viertel ist bekannt durch viele Romane. Auch heute noch gibt es hier Geisha Schulen. Ein Abend mit einer Geisha ist sehr teuer, kostet rund 700 Euros. Die Geisha darf man nicht anfassen , viele der Geschichten mit Liebe und so stimmen also gar nicht. Wenn man den Arm um eine Geisha legt, und sei es auch nur für ein Photo, dann geht sie auf der Stelle. Eine Geisha darf auch nicht verheiratet sein, dann muss sie ihren job aufgeben und dann macht sie halt z.B. ein Geisha Teehaus auf und macht Tee Zeremonien, die ebenfalls teuer sind.
Ein weiterer Höhepunkt ist Kenrokuen Garten, der von den Shoguns angelegt wurde und zu den 3 schönsten Gärten Japans zählt. Ich leiste mir im Teehaus im Zentrum dieses Gartens eine Tee Zeremonie. Ich bin alleine inimit zwei Japanern und imitiere eben denen ihre Verneigungen. Was soll man anders tun. Man steht als Europäer sehr häufig wie ein Barbar da. Hier sind die Leute so höflich. Der Polizist, der die Autos an einer Baustelle anhält, verneigt sich vor dem ersten Wagen der hält. Der Zugschaffner kommt ins Abteil, nimmt die Mütze ab und verneigt sich. Er entschuldigt sich dann, dass er unsere Fahrkarten kontrollieren muss. Deutsche Bundesbahn was nun???
Nach einer guten Mahlzeit mit viel grünem Tee sitze ich nun im Zug nach Kyoto. Ich bin sehr froh, dass meine Pläne für die nächsten Tage sich konkretisieren. Ich habe den Interrail Pass aktiviert und eine Zusage vom einem Tempel in Koyasan bekomme, dass ich dort für zwei Nächte bleiben kann. Also morgen noch eine Tag in Kyoto und dann werde ich sicherlich zwei bis drei Tage nicht auf Internet sein.
26.-28.8.
Kyoto - Takayama - Kanazawa
Durch die japanische Alpen
Mittwoch morgens geht es mit der Bahn nach Nagoya und dann mit einem lokalen Zug quer durchs Land, durch tiefe Schluchten an deren Ränder sich auf der einen Seite gerade mal eine enge Strasse schmiegt und auf der anderen Seite die Bahnlinie, die sehr häufig sich durch enge Tunnels schlängeln muss, da kein Platz ist. Auch dies ist Japan, wirklich unerwartet wilde und unberührte Landschaften., klare Gebirgsbäche und Wälder, wohin man auch schaut. Sehr grüne, fast dschunglehafte Vegetation.
Nur ab und zu weitet sich das Tal ein wenig und schon finde man ein handtuchgrosses Reisfeld und ein kleines, abgelegenes Häuschen dabei.
Erst in der Nähe unseres Ziels weitet sich das Tal inmitten der Gifu Berge, die bis 3000 m Höhe erreichen,und macht Platz für eine Stadt von rund 67.000 Einwohnern, Takayama.
Unser Hotel ist in Bahnhofsnähe gelegen und wir werfen schnell die Koffer ab, um noch bei Tageslicht das historische Stadtzentrum zu besichtigen. Dieses besteht aus engen Strassenzügen, an denen sich kleien Holzhäuscen reihen, die glücklicherweise alle heute unter Denkmalschutz stehen, denn sonst hätten wir auch hier die Sünden der 50er- und 60er Jahre.
Im Winter ist Takayama oft durch Schneemassen von der Aussenwelt abgeschlossen, was vielleicht die Entwicklung der Stadt lange hemmte. Tradition war und ist hier die Holzverarbeitung. Möbel und Kunsthandwerk auf Basis von Holz bestimen noch heute das Einkommen der Menschen., wobei man sich fragt, wie sie hier die billige Made in China Konkurrenz abwehren können, denn die Waren sind sehr teuer.
Ein anderer Wirtschaftszweig ist wohl der Tourismus geworden. Vor allem japanische Touristen sind total verliebt in die Vergangenheit ihrer glorreichen Edo Periode. Und Japaner kaufen Souvenirs - jede Menge.
Im Frühjahr und Herbst ist hier ein grosses Festival, das mit grossen historischen Umzugswagen in seiner Art wohl einmalig ist. Es geht bis in die Nacht hinein, wobei dann die Umzugswagen mit den traditionellen japanischen Lampions beleuchtet sind. Die ganze Stadt beteiligt sich an der Organisation dieses Riesenspektakels, zu dem Tausende von Touristen kommen. In einem Museum kann man einige der prächtigen historischen Umzugswagen sehen, andere sind über die Stadt verteilt in grossen Scheunen untergebracht. Man fürchtet, dass sonst bei einem evtl Feuer alle vernichtet werden würde. Wie überhaupt das Thema Feuer allgegenwärtig ist bei dieser Holzbauweise. Es ist selbst in den Strassen absolutes Rauchverbot.
Nach dieser auführlichen Besichtigung begebe ich mich in das Onsenbad des Hotels zur Entspannung. Eine tolle Einrichtung. Leider sind alle in der Gruppe so verklemmt (Italiener, Kanadier, Australier), dass keiner ausser mir diese Gelegenheit wahrnimmt, dabei sind die Onsen strikt getrennt nach Männchen und Weibchen. Aber man muss eben nackt hineingehen ....
Am Abend leiste ich mir ein tolles Abendessen mit dem berühmten Rindfleisch der Hida Region, das einem Kobe Fleisch ebenbürtig ist, aber Gott sei Dank preislich deutlich günstiger. Das Steak (das erste Fleisch, das ich seit 10 Tagen zu mir nehme) ist sehr klein, aber so was von lecker. Wie feiner Marmor sieht es aus, es ist durchzogen von winzigen Fettadern, daher saftig. Man bereitet das Steak selbst auf einem heissen Stein zu, ohne Zugabe von Fett, darum ist es sehr bekömmlich trotz des Fettanteils.
Donnerstag
Besuch des morgendlichen Marktes in Takayama, wo man Gelegenheit hat, die örtlichen Spezialitäten zu probieren. Dann Weiterfahrt in Richtung Kanazawa. Unterwegs Besuch von historischen Bauernhäusern, die Dank eines deutschen Architekten, Bruno Taut, der in den 20er Jahren hier reiste und die Einmaligkeit dieser Architektur erkannte, unter Denkmalschutz gestellt wurden. (siehe Photos)
In solchen Bauernhäusern lebten bis zu 40 Menschen der Sippe zusammen. Da die Landwirtschaft sehr arm war, bot sich als Nebeneinkommen die Seidenraupenzucht und die Verarbeitung der Seide an. Dazu musste die Familie zahlreich sind und gut zusammenarbeiten. Die historischen Photos sind beeindruckend. Wie haben die nur alle Platz gefunden in diesen Häusern?
Mit Gokayama beuschen wir noch ein Dorf mit diesen Häusern, das aber heute fast schon wie Brügge in Belgien total überrannt ist vom Tourismus.
Dann noch die Besichtigung einer traditionellen Papierfabrik, in der das Papier für Lampions, Tuschezeichnungen, Postkarten etc, hergestellt wird in traditioneller Handarbeit. Sehr schönes und kostbares Papier, das erstaunlich widerstandsfähig und elastisch ist. Es wird aus einer Pflanze hergestellt, die es hier in grosser Menge in den Wäldern gibt. Der Prozess der Fasergewinnung ist sehr zeitaufwändig, aber das Ergebnis ist von grosser Schönheit.
Kanazawa ist dann abends unserer Endstation. Mit dem italienischen Ehepaar aus Rom, mit dem ich mich angefreundet habe, gehe ich dann in ein italienisches Restaurant (oder der japanischen Interpretation davon). Die beiden haben Heimweh nach der Pasta. Sie ist Napolitanerin und gibt dann der Küche noch Anweisungen, wie es zu machen ist. Diese nicken höflichst, wie es hier der Brauch ist, verstehen aber absolut nichts. Das Ergebnis war nicht zu schlimm und wir hatten sogar Orvieto Wein.
Freitag
Kanazawa war von einem Shogun als Gegenpol zu Kyoto geplant. Er hat sehr viel Ehrgeiz in dieses Projekt gelegt und heute noch sind- dank Denkmalschutz in letzter Minute - einige alte Strassenzüge bewahrt. Vor allem das Geisha Viertel ist bekannt durch viele Romane. Auch heute noch gibt es hier Geisha Schulen. Ein Abend mit einer Geisha ist sehr teuer, kostet rund 700 Euros. Die Geisha darf man nicht anfassen , viele der Geschichten mit Liebe und so stimmen also gar nicht. Wenn man den Arm um eine Geisha legt, und sei es auch nur für ein Photo, dann geht sie auf der Stelle. Eine Geisha darf auch nicht verheiratet sein, dann muss sie ihren job aufgeben und dann macht sie halt z.B. ein Geisha Teehaus auf und macht Tee Zeremonien, die ebenfalls teuer sind.
Ein weiterer Höhepunkt ist Kenrokuen Garten, der von den Shoguns angelegt wurde und zu den 3 schönsten Gärten Japans zählt. Ich leiste mir im Teehaus im Zentrum dieses Gartens eine Tee Zeremonie. Ich bin alleine inimit zwei Japanern und imitiere eben denen ihre Verneigungen. Was soll man anders tun. Man steht als Europäer sehr häufig wie ein Barbar da. Hier sind die Leute so höflich. Der Polizist, der die Autos an einer Baustelle anhält, verneigt sich vor dem ersten Wagen der hält. Der Zugschaffner kommt ins Abteil, nimmt die Mütze ab und verneigt sich. Er entschuldigt sich dann, dass er unsere Fahrkarten kontrollieren muss. Deutsche Bundesbahn was nun???
Nach einer guten Mahlzeit mit viel grünem Tee sitze ich nun im Zug nach Kyoto. Ich bin sehr froh, dass meine Pläne für die nächsten Tage sich konkretisieren. Ich habe den Interrail Pass aktiviert und eine Zusage vom einem Tempel in Koyasan bekomme, dass ich dort für zwei Nächte bleiben kann. Also morgen noch eine Tag in Kyoto und dann werde ich sicherlich zwei bis drei Tage nicht auf Internet sein.
Tuesday, 25 August 2009
Kyoto - einfach eine phantastische Stadt
Elsbeth in Japan
Heute viel zu Fuss durch die Stadt gegangen. Man kann nicht alles machen, aber ich habe meine Rosinen rausgepickt.
Zuerst den Higashi Honganshi Tempel, der berühmt ist durch die grösste Holzkonstruktion der Welt, 158 m lang und von grosser Harmonie. Die Holzkonstruktionen sind traditionell ohne Nägel zusammengefügt, nur einige Bambusnägel halten das ganze zusammen. Diese Konstruktionen sind erdbebensicher , da das Gebäude elastisch mitgeht. Es ist auf einem Untergrund, der eine Mischung von Lehm und
Sand ist, gebaut, was ja unserem gesunden Menschenverstand widerspricht, aber eben bei Erdbeben unheimlich effektiv ist.
Dann weiter zum Kiyomizudera Tempel, der am Rande der Stadt an einem Berghang liegt. Ebenfalls von ausserordentlicher Schönheit und ein grosses Meditationszentrum.
Auf dem Weg zu diesem Tempel durch die Altstadt flaniert, wo bald an jeder Ecke ein Shintoschrein steht.
Mittagessen in einem kleinen Restaurant, das auch gleichzeitig kunstvolle Keramik anbietet. Als Abschluss der einfachen Mahlzeit einen grünen Tee getrunken, der exzellent war. Er wird mit einem schwachen Teelöffel grünem Teepulver
hergestellt, das schaumig geschlagen wird in zirka 100 ml 60° warmem Wasser. Eine Delikatesse, man könnte süchtig danach werden. Man kann diese Mischung auch mit Milch haben statt Wasser, dann ist dies ein sahniges Dessert. Leider ist dieses Teepulver sehr teuer. 40 g kosten rund 15 Euros, darum ist solch eine Tasse Tee, gereicht mit 2 kleinen japanischen Süssigkeiten auch nicht für unter 6 Euros zu bekommen.
Dann zum Sanjusangen-do Tempel, der wohl einmalig ist in seiner Art, noch nie so was gesehen. Komischerweise finden die Touristengruppen diesen Tempel nicht, nur japanische Gläubige zu sehen und ein paar versprengte Touristen wie ich.
dabei ist dies wirklich ein Highlight Kyotos, 1001 vergoldete Buddhastatuen stehen aufgereiht in einer 120 m langen Tempelhalle, die 1164 gegründet wurde. Es hat 100 Jahre gedauert (vermutlich ging zwischendurch das Geld aus), um all diese Buddhas herzustellen.
In der Mitte ein grosser Buddha, dann 500 zu seiner rechten und 500 zu seiner linken Seite. Man kann vermuten, dass zirka 70 Künstler an dieser Arbeit beteiligt waren. Unter anderem kann man die Signatur der berühmtesten Bildschnitzer dieser Zeit hier zurückfinden. Die Buddhas sind unter ihrer Goldschicht aus Zedernholz gemacht.
Leider waren Photos verboten. Also keine Photos.
Von diesem Tempel gehe ich über die Strasse, um das Nationalmuseum von Kyoto zu besuchen, aber dort entschuldigt man sich ausgiebig und mit Verneigungen, sie sagen, dass ich erst 2013 kommen kann, denn bis dahin wird renoviert. Na ja, dann eben nicht.
Dann den Bus genommen und nach Gion, dem Geish Viertel von Kyoto, das ich gestern bei Nacht besucht hatte. Enge Gässchen, kleine Bars, einige Theater. Gestern abend waren die Gässchen sehr schlecht beleuchtet und fast nur Männer waren unterwegs. Einige der Lamions vor den Häusern waren rot und da habe ich - wohl nicht unrichtig - beschlossen, dass dies wohl dasselbe Zeichen ist wie bei uns ... Die Geishas hier sind wohl in einer anderen Mission unterwegs. Aber tagsüber ist es hier ganz amüsant, viele junge Menschen wohnen hier, da ihnen diese gemütliche Kleinstadt Atmosphäre behagt.
Dann noch ein Photoshooting, um die japanischen Spezialitäten festzuhalten.
Morgen geht es früh los, ich werde 2 Tage unterwegs sein und weiss noch nicht, ob ich zu meinem Blog komme.
Wie man sieht, ist Platz auch in der kleinsten
Hütte. In Kyoto sind Appartments von 70m² schon in der Luxusklasse. Ein Auto darf man nur haben, wenn man auch eine Garage hat. Manchmal steht das Auto fast schon im Wohnzimmer

Heute viel zu Fuss durch die Stadt gegangen. Man kann nicht alles machen, aber ich habe meine Rosinen rausgepickt.
Zuerst den Higashi Honganshi Tempel, der berühmt ist durch die grösste Holzkonstruktion der Welt, 158 m lang und von grosser Harmonie. Die Holzkonstruktionen sind traditionell ohne Nägel zusammengefügt, nur einige Bambusnägel halten das ganze zusammen. Diese Konstruktionen sind erdbebensicher , da das Gebäude elastisch mitgeht. Es ist auf einem Untergrund, der eine Mischung von Lehm und
Dann weiter zum Kiyomizudera Tempel, der am Rande der Stadt an einem Berghang liegt. Ebenfalls von ausserordentlicher Schönheit und ein grosses Meditationszentrum.
Auf dem Weg zu diesem Tempel durch die Altstadt flaniert, wo bald an jeder Ecke ein Shintoschrein steht.
Mittagessen in einem kleinen Restaurant, das auch gleichzeitig kunstvolle Keramik anbietet. Als Abschluss der einfachen Mahlzeit einen grünen Tee getrunken, der exzellent war. Er wird mit einem schwachen Teelöffel grünem Teepulver
Dann zum Sanjusangen-do Tempel, der wohl einmalig ist in seiner Art, noch nie so was gesehen. Komischerweise finden die Touristengruppen diesen Tempel nicht, nur japanische Gläubige zu sehen und ein paar versprengte Touristen wie ich.
dabei ist dies wirklich ein Highlight Kyotos, 1001 vergoldete Buddhastatuen stehen aufgereiht in einer 120 m langen Tempelhalle, die 1164 gegründet wurde. Es hat 100 Jahre gedauert (vermutlich ging zwischendurch das Geld aus), um all diese Buddhas herzustellen.
In der Mitte ein grosser Buddha, dann 500 zu seiner rechten und 500 zu seiner linken Seite. Man kann vermuten, dass zirka 70 Künstler an dieser Arbeit beteiligt waren. Unter anderem kann man die Signatur der berühmtesten Bildschnitzer dieser Zeit hier zurückfinden. Die Buddhas sind unter ihrer Goldschicht aus Zedernholz gemacht.
Von diesem Tempel gehe ich über die Strasse, um das Nationalmuseum von Kyoto zu besuchen, aber dort entschuldigt man sich ausgiebig und mit Verneigungen, sie sagen, dass ich erst 2013 kommen kann, denn bis dahin wird renoviert. Na ja, dann eben nicht.
Dann den Bus genommen und nach Gion, dem Geish Viertel von Kyoto, das ich gestern bei Nacht besucht hatte. Enge Gässchen, kleine Bars, einige Theater. Gestern abend waren die Gässchen sehr schlecht beleuchtet und fast nur Männer waren unterwegs. Einige der Lamions vor den Häusern waren rot und da habe ich - wohl nicht unrichtig - beschlossen, dass dies wohl dasselbe Zeichen ist wie bei uns ... Die Geishas hier sind wohl in einer anderen Mission unterwegs. Aber tagsüber ist es hier ganz amüsant, viele junge Menschen wohnen hier, da ihnen diese gemütliche Kleinstadt Atmosphäre behagt.
Dann noch ein Photoshooting, um die japanischen Spezialitäten festzuhalten.
Morgen geht es früh los, ich werde 2 Tage unterwegs sein und weiss noch nicht, ob ich zu meinem Blog komme.
Hütte. In Kyoto sind Appartments von 70m² schon in der Luxusklasse. Ein Auto darf man nur haben, wenn man auch eine Garage hat. Manchmal steht das Auto fast schon im Wohnzimmer
Monday, 24 August 2009
Wie man im teuren Japan mit kleinem Budget überlebt
Elsbeth in Japan
Wie man im teuren Japan überlebt;
Es stimmt, der Yen ist gegenüber dem Euro abgewertet worden. Aber trotzdem sind die Preise hier manchmal verrückt. Ein Beispiel: Dasselbe Menü, das man zu Mittag isst, kostet am Abend 2-3 Mal soviel. Manchmal noch mehr.
Da Fisch, das Grundnahrungsmittel, auch in Japan sehr teuer ist, kann dies dann zu astronomischen Preisen gehen. Auf der anderen Seite ist Fleisch oder Gemüse auch keine Alternative, denn beides ist ebenfalls sehr teuer und wird nur in Miniportionen in die Mahlzeiten eingebaut. Ein Pfirsich kostete heute 3€. Es ist dann natürlich ein Pfirsich wie gemalt und sehr gross, aber eben 3€. Trauben, wunderschön, aber ein kleines Päckchen von vielleicht 300g von tollster Qualität kostet eben 7-8€.
Was macht man dann, um als Tourist mit kleinem Buffet zu überleben?
Man isst im Restaurant zu Mittag, sucht sich dabei ein gutes, aber nicht allzu schickes aus. Abends geht man so kurz vor Ladenschluss in eines der Luxuswarenhäuser, das im Untergeschoss eine tolle Lebensmittelabteilung hat, die so fantastisch ist, dass Fauchon in Paris oder Käfer in München vor Neid verblassen. Alles frisch zubereitet, die Sushis frisch geschnitten, alles schön präsentiert - aber alles muss weg, denn der Japaner will Frische, er akzeptiert nichts vom vorhergehenden Tag. Und die japanische Hausfrau kocht anscheinend werktags nicht, denn es werden unwahrscheinlich viel vorbereitete Mahlzeiten angeboten, die frisch vor einem gekocht werden (dies ist den Japaner wichtig, sie müssen Frische sehen!).
Kurz nach 7.30 werden plötzlich alle diese Lunchpakete, die wunderbar verpackt und zusammengestellt sind, zum halben Preis angeboten. An jedem Stand werden dem potentiellen Käufer auch kleine Proben der Mahlzeiten angeboten, um den Appetit zu wecken. Selbst bei den Backwaren kann man plötzlich vieles probieren.
Vorteil: Man kann die vielen Dinge geschmacklich kennenlernen. Und es gibt hier vieles, das ich zuvor nie gesehen habe. Dies ist die Vorspeise. Und dann kauft man ein tolles Sushipaket, das man mit Ess Stäbchen und Saucen mitbekommt. Und dies zum halben Preis.
Dies habe ich heute abend z.B. mitgenommen, nachdem ich als Vorspeise einige Geschmacksproben entlang der Stände genommen habe - zur allgemeinen Belustigung der Japaner. Vor ein paar Tagen hat sich besonders einer in der Nudelküche amüsiert. Er wollte unbedingt seine Sojanudeln mit Sauce loskriegen und ersah mich als Opfer. Dreimal musste ich einen Nachschlag (ganz gerne) über mich ergehen lassen mit viel Hihihi, denn ich machte ihm nach der ersten Probe das Zeichen, dass ich es prima fand.
So, und da ich durch den Jetlag so um 23 Uhr richtig Hunger habe, habe ich mein Suishi Paket gepflegt zu mir genommen in meinem Hotelzimmer. Dieses liegt im 14. Stock, den 13. Stock gibt es hier nicht, denn die Japaner sind abergläubisch. Von meinem Zimmer aus habe ich einen tollen Blick auf die Stadt bei Nacht. Es fehlt nun nur noch Sake, aber alleiniges Trinken will ich lieber nicht beginnen sonst ...
So, nun wiss ihr, wie man in Japan gut essen kann für wenig Geld. In Kyoto fangen die Abendmenüs im mittelguten Restaurant bei einem Preis von 60-80 € an.
Kyoto - das ist meine Stadt
Elsbeth in Japan
24.8.
Kyoto ist meine Stadt. Es gibt endlich Strassennamen, man findet sich zurecht. Vom Hotel aus ist Zentrum zu Fuss gut erreichbar und es gibt enorm viel zu sehen. Mit "nur" 1,5 Millionen Einwohner ist Kyoto übersichtlicher als Tokyo. Die Menschen sind weniger gestresst, haben für japanische Verhältnisse fast was südländisches an sich. Es gibt viel zu sehen, allein ca 1500 Tempel sind in dieser alten Kaiserstadt, die erst 1868 vom Kaiser aus politischen Gründen für Tokyo verlassen wurde. Er entzog sich durch diesen Umzug dem Machtbereich des Shoguns und erreichte so mehr Unabhängigkeit. Dieser Schachzug und die Modernisierung des Landes entzog dem Shogun die Machtbasis.
Kyoto hat einen unendlichen kulturellen Reichtum und blieb von den Bomben des 2. Weltkriegs verschont. Also gilt es für den Touristen: Rosinenpicken, denn sonst kommt man nicht rum.
Morgen habe ich einen Tag ohne geführtes Programm und vor lauter Angebot weiss ich noch nicht wie ich das Maximale rausbekomme. Wir werden sehen.
Heute Besuch von der Nijo Burg, dem Goldenen Pavillon des Rokuon-Ji Tempels und des Kaiserpalastes.
Kleine Anmerkung zum besseren Verständnis der Diareihe. Der Holzfussboden im Shogun Palast (Nijo Burg) war so angelegt, dass bei jeder Bewegund ein Quietschen zu hören war. So konnten Spione und andere verdächtige Elemente nie unbemerkt sich anschleichen. Die einzigen Räume, die nicht quietschten, waren die innersten Privaträume im Frauenbereich, wo nur der Shogun sich aufhalten durfte. Das Quietschen wird ausgelöst durch Nägel, auf denen die Holzdielen aufsitzen. Die Japaner bezeichnen dieses Quietschen als Gesang der Nachtigall.
Nachmittags Besuch des Buddha Tempels in Nara mit der grössten Buddhastatue der Welt und des grossen Shinto Schreines von Nara. Nara war im 8. Jahrhundert Sitz des Kaiserhauses. Doch nachdem die Buddha Mönche die politische Macht an sich rissen, entzog sich der Kaiser dieser Bevormundung ganz elegant, indem er den Palast nach Kyoto verlegte. Heilige Schreine kann man nicht so leicht verlegen wie einen Palast und so verloren die Mönche ihre übermächtige Stellung.
24.8.
Kyoto ist meine Stadt. Es gibt endlich Strassennamen, man findet sich zurecht. Vom Hotel aus ist Zentrum zu Fuss gut erreichbar und es gibt enorm viel zu sehen. Mit "nur" 1,5 Millionen Einwohner ist Kyoto übersichtlicher als Tokyo. Die Menschen sind weniger gestresst, haben für japanische Verhältnisse fast was südländisches an sich. Es gibt viel zu sehen, allein ca 1500 Tempel sind in dieser alten Kaiserstadt, die erst 1868 vom Kaiser aus politischen Gründen für Tokyo verlassen wurde. Er entzog sich durch diesen Umzug dem Machtbereich des Shoguns und erreichte so mehr Unabhängigkeit. Dieser Schachzug und die Modernisierung des Landes entzog dem Shogun die Machtbasis.
Kyoto hat einen unendlichen kulturellen Reichtum und blieb von den Bomben des 2. Weltkriegs verschont. Also gilt es für den Touristen: Rosinenpicken, denn sonst kommt man nicht rum.
Morgen habe ich einen Tag ohne geführtes Programm und vor lauter Angebot weiss ich noch nicht wie ich das Maximale rausbekomme. Wir werden sehen.
Heute Besuch von der Nijo Burg, dem Goldenen Pavillon des Rokuon-Ji Tempels und des Kaiserpalastes.
Kleine Anmerkung zum besseren Verständnis der Diareihe. Der Holzfussboden im Shogun Palast (Nijo Burg) war so angelegt, dass bei jeder Bewegund ein Quietschen zu hören war. So konnten Spione und andere verdächtige Elemente nie unbemerkt sich anschleichen. Die einzigen Räume, die nicht quietschten, waren die innersten Privaträume im Frauenbereich, wo nur der Shogun sich aufhalten durfte. Das Quietschen wird ausgelöst durch Nägel, auf denen die Holzdielen aufsitzen. Die Japaner bezeichnen dieses Quietschen als Gesang der Nachtigall.
Nachmittags Besuch des Buddha Tempels in Nara mit der grössten Buddhastatue der Welt und des grossen Shinto Schreines von Nara. Nara war im 8. Jahrhundert Sitz des Kaiserhauses. Doch nachdem die Buddha Mönche die politische Macht an sich rissen, entzog sich der Kaiser dieser Bevormundung ganz elegant, indem er den Palast nach Kyoto verlegte. Heilige Schreine kann man nicht so leicht verlegen wie einen Palast und so verloren die Mönche ihre übermächtige Stellung.
Sunday, 23 August 2009
Leider kein Geld für eine Perlenkette
Elsbeth in Japan
Toba und der Ise -Shima Nationalpark.
Das Hotel in Toba dominiert von einem Hügel aus die Ise Bucht, die heute als Nationalpark geschützt ist. Man muss nämlich wissen, dass die Japaner sich in den letzten 30 Jahren wohl zu einer der ökologischsten Nation der Welt entwickelt haben. Die Flüsse fast lupenrein, Bäume sind prinzipiell geschützt (man holzt in Kanada ab), Müll wird rezykliert, dass wir Deutschen
schon wieder Stiefkinder sind. Meere müssen geschützt werden, damit auch die zukünftige Generation Fische hat (man überfischt die Weltmeere, aber nicht die eigene Küste), mit den Thermalquellen werden ganze Heiz- und Warmwassersysteme ausgeklügelt, aber man lässt gleichzeitig die Aircondition auf Hochtouren laufen und die Häuser sind schlecht isoliert. Ja, und eine neue Erkenntnis, ich habe seit zwei Tagen beheizte Klodeckel, Temperatur kann ich auswählen. Ich bin nur noch nicht draufgekommen, ob ich die auch kühlen kann, denn es ist sehr heiss hier.
Aber nun zurück zu der schönen IseBucht, die ich leider vor lauter Gucken nicht photographiert habe. Da wo Naturschönheit ist, da findet man in Japan einen Shintoschrein, und da die Natur hier besonders schön ist, ist hier auch das höchste Shinto Heiligtum Japans, das der Sonnengöttin Amatrasu gewidmet ist. Jahrlich kommen 6 Millionen Besucher hierher. Das Besondere an diesem Schrein ist, dass, zurückgehend auf ein Kaiserdekret aus dem 12 Jahrhundert, dieser Schrein alle 20 Jahre rekonstruiert wird. Nur Kriege oder andere Krisen haben diesen Rhythmus kurzfristig unterbrochen. Man brannte den alten Schrein ab und baute alles neu. Da man hier jedoch von rund 200 Gebäuden spricht, hat man das Ganze ein wenig gelockert. Und damit die Pilgerströme immer kommen können, gibt es zwei Anlagen, eine die besucht wird und eine wo die neuen Gebäude gebaut werden. Man wollte dies auch so, um die traditionelle Handwerkskunst nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Tempel werden im traditionellen Stil gebaut und wir haben die Handwerker bei ihrer Arbeit gesehen, denn 2013 ist der Abschluss der Rekonstruktion vorgesehen. Früher hat man die reichen Tempelgaben dann verbrannt oder evtl besonders wertvolle Kulturgüter an andere Tempel oder Privatleute weitergegeben. Eine radikale
Wiedererneuerung also.
Der Schrein war enorm gut besucht, die Leute werfen eine Münze vor den Schreinen ihrer Wahl, verbeugen sich dann zweimal (90° wenn sie es noch können), dann klatschen sie zweimal in die Hände, damit die Gottheit sie auch hört, und verbeugen sich noch zweimal. So einfach ist das im Shintoismus, so schnell geht es einem dann besser. Während dieser Zeremonie kann man einen Wunsch sich ausdenken.
Dann gehen die Familien fröhlich in das Shopping Zentrum ausserhalb des Geländes, das ebenfalls im alten Stil mit kleinen Holzhäusern aufgebaut ist. Und da gibt es wieder Kitsch jede Menge und die kulinarischen Spezialitäten der Region, an jeder Ecke wird etwas genascht. Tofueis, Eis mit grünem Teegeschmack, Meeresfrüchte in allen Variationen, Soyanudeln, spezielle Kuchen usw.
Apropos Kuchen, habe ganz vergessen zu berichten, dass im Bahnhof von Nagoya eine lange Schlange geduldig wartender Japaner war, und ihr werdet es nicht glauben, sie warteten auf Baumkuchen. Ein japanischer Bäcker hat mehrer Rollen am Drehen, er hat vermutlich in Deutschland die Baumkuchenfabrikation gesehen und hat damit hier in Japan einen Hit gelandet. In einer langen Schlange warten ist eigentlich etwas, das die Japaner nicht akzeptieren, sie wollen schnell bedient sein.
Nach einem wieder exzellenten Mittagsmahl gehen wir zur Perlen Insel oder Mikimoto Insel, wo das Perlenmuseum steht und natürlich auch eine grosse Verkaufsfläche.
Dort wird zuerst gezeigt, wie die Perlentaucher früher gearbeitet haben. Die Taucher waren ausschliesslich Frauen, denn die können angeblich länger den Atem anhalten und mit ihrer Fettschicht auch mehr gegen die Kälte angehen. Denn eine solche Ama, wie diese Taucherinnen heissen, ist 4-5 Stunden im Wasser. Heute gibt es noch 1300 Amas in der Bucht. Sie werden schon als Kinder trainiert und können über eine Minute unter Wasser bleiben.
Meist arbeiten sie im Team mit ihrem Ehemann, der das Boot führt und die Frauen auf ein Zeichen hin sehr schnell nach oben zieht an einem Seil. Somit begeben diese Frauen eigentlich ihr Leben in die Hände ihres Mannes. Ich würde dies für meinen Teil im Moment nicht ausprobieren.
Die Frauen sind ganz in Weiss gekleidet, denn anscheinend schreckt diese Farbe die Haie ab. Die Ganzkörperbekleidung schützt auch vor den Quallen. Heute ist das einzig Moderne am Outfit die Tatsache, dass sie unter der weissen Bekleidung Taucheranzüge tragen. Aber eine Pressluftflasche ist nicht erlaubt, um Überfischung zu vermeiden. Es muss traditionelle gearbeitet werden. Man muss nämlich wissen, dass die Perlen eigentlich nur ein Nebenprodukt waren. Eigentlich bezahlt werden die Frauen nach dem Gewicht der Austern bezahlt, die sie emporbringen und ein weiteres Produkt, das sie abernten sind bestimmte Algensorten.
Mikimoto hat das Nebenprodukt der Perlen am Hals der Frauen schon als junger Mensch bewundert und es hat sich in ihm festgesetzt, dass mehr Frauen solch einen Schmuck haben sollten, man musste nur die richtige Methode finden, um die Austern anzuregen. Er hat dann intensiv geforscht um eine effektive Methode zu finden, die als Ergebnis möglichst regelmässig geformte Perlen bringt. Die Ateliers die in die Austern eine kleine "Perlmuttsaat" einbringen gleichen einem Operationssaal. Mit viel Geschick wird die Saat eingebracht in den Bereich der Auster, der für die Perlmuttproduktion zuständig ist.
Die Austern müssen dann 3 Jahre in eine Aquakultur in der Ise Bucht untergebracht werden. Nur 1/3 der Austern liefern dann ein Ergebnis. Taifune, Bakterienbefall, rote Algen und andere Vorkommnisse bringen Verluste von 2/3.
Die Qualitätsauslese ist nach wie vor manuell und mit den Augen. Und die gehen dem Betrachter über, wenn er die historischen Schmuckkreationen im Museum sieht.
Der Museumsladen am Ausgang ist dann eine grosse Versuchung. Die Preise sind deutlich geringer als in Europa und man muss sagen, Mikimoto ist tolle Qualität.
Aber was soll's, ich bin noch 2 Wochen unterwegs, da gibt es andere Prioritäten.
Abends werden wir in den Zug verfrachtet und heute abend schreibe ich in einem Hotel in Kyoto meine Berichte, denn in Toba gab es keinen Internetanschluss.
Toba und der Ise -Shima Nationalpark.
Das Hotel in Toba dominiert von einem Hügel aus die Ise Bucht, die heute als Nationalpark geschützt ist. Man muss nämlich wissen, dass die Japaner sich in den letzten 30 Jahren wohl zu einer der ökologischsten Nation der Welt entwickelt haben. Die Flüsse fast lupenrein, Bäume sind prinzipiell geschützt (man holzt in Kanada ab), Müll wird rezykliert, dass wir Deutschen
Aber nun zurück zu der schönen IseBucht, die ich leider vor lauter Gucken nicht photographiert habe. Da wo Naturschönheit ist, da findet man in Japan einen Shintoschrein, und da die Natur hier besonders schön ist, ist hier auch das höchste Shinto Heiligtum Japans, das der Sonnengöttin Amatrasu gewidmet ist. Jahrlich kommen 6 Millionen Besucher hierher. Das Besondere an diesem Schrein ist, dass, zurückgehend auf ein Kaiserdekret aus dem 12 Jahrhundert, dieser Schrein alle 20 Jahre rekonstruiert wird. Nur Kriege oder andere Krisen haben diesen Rhythmus kurzfristig unterbrochen. Man brannte den alten Schrein ab und baute alles neu. Da man hier jedoch von rund 200 Gebäuden spricht, hat man das Ganze ein wenig gelockert. Und damit die Pilgerströme immer kommen können, gibt es zwei Anlagen, eine die besucht wird und eine wo die neuen Gebäude gebaut werden. Man wollte dies auch so, um die traditionelle Handwerkskunst nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Tempel werden im traditionellen Stil gebaut und wir haben die Handwerker bei ihrer Arbeit gesehen, denn 2013 ist der Abschluss der Rekonstruktion vorgesehen. Früher hat man die reichen Tempelgaben dann verbrannt oder evtl besonders wertvolle Kulturgüter an andere Tempel oder Privatleute weitergegeben. Eine radikale
Der Schrein war enorm gut besucht, die Leute werfen eine Münze vor den Schreinen ihrer Wahl, verbeugen sich dann zweimal (90° wenn sie es noch können), dann klatschen sie zweimal in die Hände, damit die Gottheit sie auch hört, und verbeugen sich noch zweimal. So einfach ist das im Shintoismus, so schnell geht es einem dann besser. Während dieser Zeremonie kann man einen Wunsch sich ausdenken.
Dann gehen die Familien fröhlich in das Shopping Zentrum ausserhalb des Geländes, das ebenfalls im alten Stil mit kleinen Holzhäusern aufgebaut ist. Und da gibt es wieder Kitsch jede Menge und die kulinarischen Spezialitäten der Region, an jeder Ecke wird etwas genascht. Tofueis, Eis mit grünem Teegeschmack, Meeresfrüchte in allen Variationen, Soyanudeln, spezielle Kuchen usw.
Apropos Kuchen, habe ganz vergessen zu berichten, dass im Bahnhof von Nagoya eine lange Schlange geduldig wartender Japaner war, und ihr werdet es nicht glauben, sie warteten auf Baumkuchen. Ein japanischer Bäcker hat mehrer Rollen am Drehen, er hat vermutlich in Deutschland die Baumkuchenfabrikation gesehen und hat damit hier in Japan einen Hit gelandet. In einer langen Schlange warten ist eigentlich etwas, das die Japaner nicht akzeptieren, sie wollen schnell bedient sein.
Nach einem wieder exzellenten Mittagsmahl gehen wir zur Perlen Insel oder Mikimoto Insel, wo das Perlenmuseum steht und natürlich auch eine grosse Verkaufsfläche.
Dort wird zuerst gezeigt, wie die Perlentaucher früher gearbeitet haben. Die Taucher waren ausschliesslich Frauen, denn die können angeblich länger den Atem anhalten und mit ihrer Fettschicht auch mehr gegen die Kälte angehen. Denn eine solche Ama, wie diese Taucherinnen heissen, ist 4-5 Stunden im Wasser. Heute gibt es noch 1300 Amas in der Bucht. Sie werden schon als Kinder trainiert und können über eine Minute unter Wasser bleiben.
Meist arbeiten sie im Team mit ihrem Ehemann, der das Boot führt und die Frauen auf ein Zeichen hin sehr schnell nach oben zieht an einem Seil. Somit begeben diese Frauen eigentlich ihr Leben in die Hände ihres Mannes. Ich würde dies für meinen Teil im Moment nicht ausprobieren.
Die Frauen sind ganz in Weiss gekleidet, denn anscheinend schreckt diese Farbe die Haie ab. Die Ganzkörperbekleidung schützt auch vor den Quallen. Heute ist das einzig Moderne am Outfit die Tatsache, dass sie unter der weissen Bekleidung Taucheranzüge tragen. Aber eine Pressluftflasche ist nicht erlaubt, um Überfischung zu vermeiden. Es muss traditionelle gearbeitet werden. Man muss nämlich wissen, dass die Perlen eigentlich nur ein Nebenprodukt waren. Eigentlich bezahlt werden die Frauen nach dem Gewicht der Austern bezahlt, die sie emporbringen und ein weiteres Produkt, das sie abernten sind bestimmte Algensorten.
Mikimoto hat das Nebenprodukt der Perlen am Hals der Frauen schon als junger Mensch bewundert und es hat sich in ihm festgesetzt, dass mehr Frauen solch einen Schmuck haben sollten, man musste nur die richtige Methode finden, um die Austern anzuregen. Er hat dann intensiv geforscht um eine effektive Methode zu finden, die als Ergebnis möglichst regelmässig geformte Perlen bringt. Die Ateliers die in die Austern eine kleine "Perlmuttsaat" einbringen gleichen einem Operationssaal. Mit viel Geschick wird die Saat eingebracht in den Bereich der Auster, der für die Perlmuttproduktion zuständig ist.
Die Austern müssen dann 3 Jahre in eine Aquakultur in der Ise Bucht untergebracht werden. Nur 1/3 der Austern liefern dann ein Ergebnis. Taifune, Bakterienbefall, rote Algen und andere Vorkommnisse bringen Verluste von 2/3.
Die Qualitätsauslese ist nach wie vor manuell und mit den Augen. Und die gehen dem Betrachter über, wenn er die historischen Schmuckkreationen im Museum sieht.
Der Museumsladen am Ausgang ist dann eine grosse Versuchung. Die Preise sind deutlich geringer als in Europa und man muss sagen, Mikimoto ist tolle Qualität.
Aber was soll's, ich bin noch 2 Wochen unterwegs, da gibt es andere Prioritäten.
Abends werden wir in den Zug verfrachtet und heute abend schreibe ich in einem Hotel in Kyoto meine Berichte, denn in Toba gab es keinen Internetanschluss.
Elsbeth in Japan
22.8.
Heute Aufbruch mit dem Shikansen nach Nagoya und dann nach Toba, wo ich dann eine Nacht in einem Hotel sein werde.
Der Shikansen ist der ganze Stolz der Japaner. Er fährt im Schnitt 300kmh, Aufenthaltsdauer am Bahnhof für Aus-und Einstieg 1 Minute. Durchschnitt der Verspätungen aufs Jahr gerechnet 36 Sekunden. Ich glaube, wenn die Lokführer hier so Verpätungen wie in Deutschland oder Frankreich hätten, dann würden sie Harakiri machen.
Ich lese gerade die Japan Times und da heisst es, dass ein Prozess wegen eines Zugunglücks von vor 5 Jahren nogmaals aufgerollt wird. Der Lokführer hat ein zu schnelles Tempo gefahren, da er mehrer Sekunden Verspätung hatte. Dadurch flog er aus einer Kurve und landete mit seinem Zug in einem Appartmenthaus. 107 Tote, vor allem in dem Haus und viele Verletzte. Dies war vor zirka 5 Jahren. Anscheinend ist der Gesichtsverlust und die Bestrafung gross, wenn es zu einer Verspätung kommt. Die Japaner können einfach Verspätungen nicht ausstehen. Gestern waren einige Italiener unserer Gruppe 3 Minuten verspätet am Treffpunkt, das war für unsere Reiseleiterin eine grössere Katastrophe und sie wollte nicht afhören, sich bei den anderen für diese Verspätung zu entschuldigen. Die kamen an diesem Tag nie wieder zu spät!
So, unser Shikansen geht nur 270kmh, da er öfter hält. Dafür entschuldigt sich der Lokführer. Die « nur » 270kmh sind jedoch im Fahrplan vorgesehen. Was für eine perfektionistische Welt!
Wir kommen in Nagoya an, wir, das sind zwei sympathische italienische Ehepaare und ich. Eine Reiseführerin für die Stadt steht schon bereit und im Eiltempo werden wir zuerst in ein Restaurant gebrach für eine japanische Mahlzeit, wieder köstlich, ich kann die japanische Küche nur loben, wo viel Variation im Geschmack ist wirklich einmalig. Und immer super zubereitet. Das einzige was sich immer gleich bleibt ist halt der Reis, den ich mit immer mehr Geschicklichkeit mit den Essstäbchen packen kann.
Dann geht es zur Burganlage von Nagoya, die die typische Burgenstadt Architektur hat, wie man sie in Japan sehr häufig findet. Nur war Nagoya der Sitz eine Sohnes des wichtigen Shoguns
Tokugawa und daher wurde hier mit nichts gespart. Allein schon die Grösse der Anlage nimmt einem den Atem. Leider wurde die Burg aus dem 16. Jahrhundert im zweiten Weltkrieg völlig zusammengebombt und wir haben eine originalgetreue Rekonstruktion aus dem Jahre 1959 vor uns. Nur die Verteidigungsmauern aus gigantischen Steinen zusammengesetzt - wieder ohne Mörtel, um gegen Erdstösse resistent zu sein - konnte den Luftangriffen widerstehen. Ein unglaubliches Glück war es, dass die Einwohner vor allem das Palastgebäude leergeräumt hatten. Sie haben die ganzen Schiebtüren, die reich verziert waren, herausgenommen. Offensichtlich war ihnen klar, dass sie Angriffsziel sein werden, denn Nagoya ist die Heimatstadt von Toyota, also ein strategisches Ziel. Bis in einem Jahr soll auch noch der zum Palast gehörende Administrations- und Wohntrakt rekonstruiert sein und damit bekommen die geretteten Kulturgüter wieder ihren Platz zurück, wenn auch nur in Form eines Museums.
Vom Palast geht es dann zum Toyota Museum, das einen guten Überblick
über die Entwicklung der Firma vom Hersteller von mechanischen Webstühlen zum Autoproduzenten gibt. Der Herr Toyoda, ja er schrieb sich mit d war ein unruhiger Erfindergeist, der viele Patente anmeldete und auch einige teuer z.B. an die Amerikaner verkaufen konnte. Mit diesem Geld wollte er sich unbedingt seinen Traum von der Autoproduktion erfüllen. Er war nämlich durch Europa und Amerika gereist und hat dort Autos gesehen, die es in Japan zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht gab. Er beschloss, dass auch Japan an dieser Entwicklung teilnehmen musste und importierte ein Auto, um es von seinen Arbeitern auseinandernehmen zu lassen. Diese mussten dann von Hand alle Stücke nachbilden und dann zusammensetzen. Zuerst alles aus Holz (darin besitzen die japanischen Handwerker auf Grund ihrer Tempeltradition grosses Geschick) und dann aus Stahl, und für die Stahlversion hatte er das knowhow seiner Webstuhlarbeiter. Die ersten Modelle von Herrn Toyoda liessen dann eine gewisse Eleganz missen. Der Weg zum kompetitiven Auto war dann doch noch recht steinig.
Im zweiten Weltkrieg war dann die ganze Industrieanlage von Toyota in Schutt und Asche. Hier haben die Japaner eben sehr viel gemein mit den Deutschen.
Nach diesem interessanten Ausflug in das industrielle Japan geht es dann weiter mit einem lokalen Zug nach Toba, der Stadt die Frauenherzen höher schlagen lässt, denn hier ist die Wiege der Perlenzucht.
22.8.
Heute Aufbruch mit dem Shikansen nach Nagoya und dann nach Toba, wo ich dann eine Nacht in einem Hotel sein werde.
Der Shikansen ist der ganze Stolz der Japaner. Er fährt im Schnitt 300kmh, Aufenthaltsdauer am Bahnhof für Aus-und Einstieg 1 Minute. Durchschnitt der Verspätungen aufs Jahr gerechnet 36 Sekunden. Ich glaube, wenn die Lokführer hier so Verpätungen wie in Deutschland oder Frankreich hätten, dann würden sie Harakiri machen.
Ich lese gerade die Japan Times und da heisst es, dass ein Prozess wegen eines Zugunglücks von vor 5 Jahren nogmaals aufgerollt wird. Der Lokführer hat ein zu schnelles Tempo gefahren, da er mehrer Sekunden Verspätung hatte. Dadurch flog er aus einer Kurve und landete mit seinem Zug in einem Appartmenthaus. 107 Tote, vor allem in dem Haus und viele Verletzte. Dies war vor zirka 5 Jahren. Anscheinend ist der Gesichtsverlust und die Bestrafung gross, wenn es zu einer Verspätung kommt. Die Japaner können einfach Verspätungen nicht ausstehen. Gestern waren einige Italiener unserer Gruppe 3 Minuten verspätet am Treffpunkt, das war für unsere Reiseleiterin eine grössere Katastrophe und sie wollte nicht afhören, sich bei den anderen für diese Verspätung zu entschuldigen. Die kamen an diesem Tag nie wieder zu spät!
So, unser Shikansen geht nur 270kmh, da er öfter hält. Dafür entschuldigt sich der Lokführer. Die « nur » 270kmh sind jedoch im Fahrplan vorgesehen. Was für eine perfektionistische Welt!
Wir kommen in Nagoya an, wir, das sind zwei sympathische italienische Ehepaare und ich. Eine Reiseführerin für die Stadt steht schon bereit und im Eiltempo werden wir zuerst in ein Restaurant gebrach für eine japanische Mahlzeit, wieder köstlich, ich kann die japanische Küche nur loben, wo viel Variation im Geschmack ist wirklich einmalig. Und immer super zubereitet. Das einzige was sich immer gleich bleibt ist halt der Reis, den ich mit immer mehr Geschicklichkeit mit den Essstäbchen packen kann.
Dann geht es zur Burganlage von Nagoya, die die typische Burgenstadt Architektur hat, wie man sie in Japan sehr häufig findet. Nur war Nagoya der Sitz eine Sohnes des wichtigen Shoguns
Vom Palast geht es dann zum Toyota Museum, das einen guten Überblick
Im zweiten Weltkrieg war dann die ganze Industrieanlage von Toyota in Schutt und Asche. Hier haben die Japaner eben sehr viel gemein mit den Deutschen.
Nach diesem interessanten Ausflug in das industrielle Japan geht es dann weiter mit einem lokalen Zug nach Toba, der Stadt die Frauenherzen höher schlagen lässt, denn hier ist die Wiege der Perlenzucht.
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