Monday, 24 August 2009

Kyoto - das ist meine Stadt

Elsbeth in Japan
24.8.
Kyoto ist meine Stadt. Es gibt endlich Strassennamen, man findet sich zurecht. Vom Hotel aus ist Zentrum zu Fuss gut erreichbar und es gibt enorm viel zu sehen. Mit "nur" 1,5 Millionen Einwohner ist Kyoto übersichtlicher als Tokyo. Die Menschen sind weniger gestresst, haben für japanische Verhältnisse fast was südländisches an sich. Es gibt viel zu sehen, allein ca 1500 Tempel sind in dieser alten Kaiserstadt, die erst 1868 vom Kaiser aus politischen Gründen für Tokyo verlassen wurde. Er entzog sich durch diesen Umzug dem Machtbereich des Shoguns und erreichte so mehr Unabhängigkeit. Dieser Schachzug und die Modernisierung des Landes entzog dem Shogun die Machtbasis.
Kyoto hat einen unendlichen kulturellen Reichtum und blieb von den Bomben des 2. Weltkriegs verschont. Also gilt es für den Touristen: Rosinenpicken, denn sonst kommt man nicht rum.
Morgen habe ich einen Tag ohne geführtes Programm und vor lauter Angebot weiss ich noch nicht wie ich das Maximale rausbekomme. Wir werden sehen.
Heute Besuch von der Nijo Burg, dem Goldenen Pavillon des Rokuon-Ji Tempels und des Kaiserpalastes.
Kleine Anmerkung zum besseren Verständnis der Diareihe. Der Holzfussboden im Shogun Palast (Nijo Burg) war so angelegt, dass bei jeder Bewegund ein Quietschen zu hören war. So konnten Spione und andere verdächtige Elemente nie unbemerkt sich anschleichen. Die einzigen Räume, die nicht quietschten, waren die innersten Privaträume im Frauenbereich, wo nur der Shogun sich aufhalten durfte. Das Quietschen wird ausgelöst durch Nägel, auf denen die Holzdielen aufsitzen. Die Japaner bezeichnen dieses Quietschen als Gesang der Nachtigall.

Nachmittags Besuch des Buddha Tempels in Nara mit der grössten Buddhastatue der Welt und des grossen Shinto Schreines von Nara. Nara war im 8. Jahrhundert Sitz des Kaiserhauses. Doch nachdem die Buddha Mönche die politische Macht an sich rissen, entzog sich der Kaiser dieser Bevormundung ganz elegant, indem er den Palast nach Kyoto verlegte. Heilige Schreine kann man nicht so leicht verlegen wie einen Palast und so verloren die Mönche ihre übermächtige Stellung.