Elsbeth in Japan
Wie man im teuren Japan überlebt;
Es stimmt, der Yen ist gegenüber dem Euro abgewertet worden. Aber trotzdem sind die Preise hier manchmal verrückt. Ein Beispiel: Dasselbe Menü, das man zu Mittag isst, kostet am Abend 2-3 Mal soviel. Manchmal noch mehr.
Da Fisch, das Grundnahrungsmittel, auch in Japan sehr teuer ist, kann dies dann zu astronomischen Preisen gehen. Auf der anderen Seite ist Fleisch oder Gemüse auch keine Alternative, denn beides ist ebenfalls sehr teuer und wird nur in Miniportionen in die Mahlzeiten eingebaut. Ein Pfirsich kostete heute 3€. Es ist dann natürlich ein Pfirsich wie gemalt und sehr gross, aber eben 3€. Trauben, wunderschön, aber ein kleines Päckchen von vielleicht 300g von tollster Qualität kostet eben 7-8€.
Was macht man dann, um als Tourist mit kleinem Buffet zu überleben?
Man isst im Restaurant zu Mittag, sucht sich dabei ein gutes, aber nicht allzu schickes aus. Abends geht man so kurz vor Ladenschluss in eines der Luxuswarenhäuser, das im Untergeschoss eine tolle Lebensmittelabteilung hat, die so fantastisch ist, dass Fauchon in Paris oder Käfer in München vor Neid verblassen. Alles frisch zubereitet, die Sushis frisch geschnitten, alles schön präsentiert - aber alles muss weg, denn der Japaner will Frische, er akzeptiert nichts vom vorhergehenden Tag. Und die japanische Hausfrau kocht anscheinend werktags nicht, denn es werden unwahrscheinlich viel vorbereitete Mahlzeiten angeboten, die frisch vor einem gekocht werden (dies ist den Japaner wichtig, sie müssen Frische sehen!).
Kurz nach 7.30 werden plötzlich alle diese Lunchpakete, die wunderbar verpackt und zusammengestellt sind, zum halben Preis angeboten. An jedem Stand werden dem potentiellen Käufer auch kleine Proben der Mahlzeiten angeboten, um den Appetit zu wecken. Selbst bei den Backwaren kann man plötzlich vieles probieren.
Vorteil: Man kann die vielen Dinge geschmacklich kennenlernen. Und es gibt hier vieles, das ich zuvor nie gesehen habe. Dies ist die Vorspeise. Und dann kauft man ein tolles Sushipaket, das man mit Ess Stäbchen und Saucen mitbekommt. Und dies zum halben Preis.
Dies habe ich heute abend z.B. mitgenommen, nachdem ich als Vorspeise einige Geschmacksproben entlang der Stände genommen habe - zur allgemeinen Belustigung der Japaner. Vor ein paar Tagen hat sich besonders einer in der Nudelküche amüsiert. Er wollte unbedingt seine Sojanudeln mit Sauce loskriegen und ersah mich als Opfer. Dreimal musste ich einen Nachschlag (ganz gerne) über mich ergehen lassen mit viel Hihihi, denn ich machte ihm nach der ersten Probe das Zeichen, dass ich es prima fand.
So, und da ich durch den Jetlag so um 23 Uhr richtig Hunger habe, habe ich mein Suishi Paket gepflegt zu mir genommen in meinem Hotelzimmer. Dieses liegt im 14. Stock, den 13. Stock gibt es hier nicht, denn die Japaner sind abergläubisch. Von meinem Zimmer aus habe ich einen tollen Blick auf die Stadt bei Nacht. Es fehlt nun nur noch Sake, aber alleiniges Trinken will ich lieber nicht beginnen sonst ...
So, nun wiss ihr, wie man in Japan gut essen kann für wenig Geld. In Kyoto fangen die Abendmenüs im mittelguten Restaurant bei einem Preis von 60-80 € an.