Tuesday, 25 August 2009

Kyoto - einfach eine phantastische Stadt

Elsbeth in Japan
Heute viel zu Fuss durch die Stadt gegangen. Man kann nicht alles machen, aber ich habe meine Rosinen rausgepickt.
Zuerst den Higashi Honganshi Tempel, der berühmt ist durch die grösste Holzkonstruktion der Welt, 158 m lang und von grosser Harmonie. Die Holzkonstruktionen sind traditionell ohne Nägel zusammengefügt, nur einige Bambusnägel halten das ganze zusammen. Diese Konstruktionen sind erdbebensicher , da das Gebäude elastisch mitgeht. Es ist auf einem Untergrund, der eine Mischung von Lehm und Sand ist, gebaut, was ja unserem gesunden Menschenverstand widerspricht, aber eben bei Erdbeben unheimlich effektiv ist.
Dann weiter zum Kiyomizudera Tempel, der am Rande der Stadt an einem Berghang liegt. Ebenfalls von ausserordentlicher Schönheit und ein grosses Meditationszentrum.
Auf dem Weg zu diesem Tempel durch die Altstadt flaniert, wo bald an jeder Ecke ein Shintoschrein steht.
Mittagessen in einem kleinen Restaurant, das auch gleichzeitig kunstvolle Keramik anbietet. Als Abschluss der einfachen Mahlzeit einen grünen Tee getrunken, der exzellent war. Er wird mit einem schwachen Teelöffel grünem Teepulver hergestellt, das schaumig geschlagen wird in zirka 100 ml 60° warmem Wasser. Eine Delikatesse, man könnte süchtig danach werden. Man kann diese Mischung auch mit Milch haben statt Wasser, dann ist dies ein sahniges Dessert. Leider ist dieses Teepulver sehr teuer. 40 g kosten rund 15 Euros, darum ist solch eine Tasse Tee, gereicht mit 2 kleinen japanischen Süssigkeiten auch nicht für unter 6 Euros zu bekommen.
Dann zum Sanjusangen-do Tempel, der wohl einmalig ist in seiner Art, noch nie so was gesehen. Komischerweise finden die Touristengruppen diesen Tempel nicht, nur japanische Gläubige zu sehen und ein paar versprengte Touristen wie ich.
dabei ist dies wirklich ein Highlight Kyotos, 1001 vergoldete Buddhastatuen stehen aufgereiht in einer 120 m langen Tempelhalle, die 1164 gegründet wurde. Es hat 100 Jahre gedauert (vermutlich ging zwischendurch das Geld aus), um all diese Buddhas herzustellen.
In der Mitte ein grosser Buddha, dann 500 zu seiner rechten und 500 zu seiner linken Seite. Man kann vermuten, dass zirka 70 Künstler an dieser Arbeit beteiligt waren. Unter anderem kann man die Signatur der berühmtesten Bildschnitzer dieser Zeit hier zurückfinden. Die Buddhas sind unter ihrer Goldschicht aus Zedernholz gemacht. Leider waren Photos verboten. Also keine Photos.
Von diesem Tempel gehe ich über die Strasse, um das Nationalmuseum von Kyoto zu besuchen, aber dort entschuldigt man sich ausgiebig und mit Verneigungen, sie sagen, dass ich erst 2013 kommen kann, denn bis dahin wird renoviert. Na ja, dann eben nicht.
Dann den Bus genommen und nach Gion, dem Geish Viertel von Kyoto, das ich gestern bei Nacht besucht hatte. Enge Gässchen, kleine Bars, einige Theater. Gestern abend waren die Gässchen sehr schlecht beleuchtet und fast nur Männer waren unterwegs. Einige der Lamions vor den Häusern waren rot und da habe ich - wohl nicht unrichtig - beschlossen, dass dies wohl dasselbe Zeichen ist wie bei uns ... Die Geishas hier sind wohl in einer anderen Mission unterwegs. Aber tagsüber ist es hier ganz amüsant, viele junge Menschen wohnen hier, da ihnen diese gemütliche Kleinstadt Atmosphäre behagt.
Dann noch ein Photoshooting, um die japanischen Spezialitäten festzuhalten.
Morgen geht es früh los, ich werde 2 Tage unterwegs sein und weiss noch nicht, ob ich zu meinem Blog komme.
Wie man sieht, ist Platz auch in der kleinsten
Hütte. In Kyoto sind Appartments von 70m² schon in der Luxusklasse. Ein Auto darf man nur haben, wenn man auch eine Garage hat. Manchmal steht das Auto fast schon im Wohnzimmer