Wednesday, 9 January 2019

le N° de TVA intracommunautaire à porter sur vos factures est: FR72820789964

le N° de TVA intracommunautaire à porter sur vos factures est: FR72820789964
LE n° de Siret :820 789 964 00013
Ä


Envoyé de mon iPhone

Monday, 7 January 2019

Wednesday, 20 December 2017

Thursday, 25 March 2010

IMG00245.jpg

beste groeten
Studio Groene Vallei
Noordstraat 30
B-9000 Gent

Friday, 4 September 2009

Reise auf die Insel Shikoku

Elsbeth in Japan
2.9.
Von Okayama nach Matsuyama
Ich habe beschlossen, die Insel Shikoku aufzusuchen. Sie ist weniger populär bei ausländischen Touristen. Mal sehen, wie das so ist, wenn man in die wirkliche Provinz sich verirrt.
Im Reiseführer steht: The least-developed and rarely visited of Japan's four main islands, Shikoku's attraction (and drawbacks) are attendant on its relative isolation. The island can provide a more "Japanese" experience than either Honshu or Kyushu. Its people are less familiar with foreigners ....
Also dann kommt noch die Information, dass erst 1988 die Insel mit dem Festland per Brücke verbunden wurde. Sie ist die längste doppelstöckige Brücke der Welt, unten Strasse, oben Zug.


Ja und genau so war mein Aufenthalt auf Shikoku.
Schon die Toursiteninformation in Matsuyama war eine Klasse für sich. Wer hat denen nur das Schild geschreiben "We speak English".
Mein Japanisch war besser, das sagt alles!
Ich wusste, dass ich die Tram nehmen muss, aber welche und wo???
Ich hatte Glück. Ein uraltes, mageres Männchen sieht meine Probleme - und siehe da, er spricht ein wenig Englisch, er war früher gehobenes Management. Er zeigt mir, wie ich zu meinem Hotel komme. Er nimmt sich die Zeit und fährt mit mir 20 Minuten Tram, um sicher zu sein, dass ich richtig ankomme. Auf der Fahrt deutet er mir die Highlights von Matsuyama an - wenigstens die Highlights, die er als solche empfindet.
Bei jedem Café oder jeder Bäckerei, an der die Tram vorbeifährt, schreit er "good cakes, good bakery" und lacht sich halb kaputt.
Er geht dann mit mir sogar noch bis zur Rezeption des Hotels, um sicher zu sein, dass ich aufgenommen werde. Ich muss sagen, die japanische Gastfreundschaft beeindruckt mich immer wieder aufs Neue.
Und nun zu meinem Hotel. Es ist gleich neben den Dogo Onsen, zwei Thermalquellen, eine davon stark salzhaltig, die schon seit über 3.000 Jahren von den Menschen genutzt werden. Hier hat auch der Kaiser sein privates Bad seit dem 19. Jahrhundert.
Nun, nach einer Besichtigung der Stadt und der Burg mache ich das, was viele Japaner nach 18.00 Uhr machen. Ich ziehe mir meinen Badekimono an, das sind Kimonos, die in jedem Hotel jeden Tag frisch aufs Bett gelegt werden, und ziehe diese komischen Holzsandalen an mit den 2 Absätzen (vorne und hinten) und stolziere durch den Ort. Als Europäerin falle ich natürlich auf wie ein bunter Hund und die Japaner lachen sich zu Tode, ich lache zurück. Ich denke das ist für die so wie wenn die Japaner in Bayern mit Lederhosen und Bierkrügen herumrennen. Ich lache vor allem auch, da Männlein wie Weiblein beim Flanieren Han in Hand zum Bad und zu den diversen Restaurants nach dem Bad ein kleines Körbchen in den Händen tragen, Darin haben sie ihre Wertsachen, Seife, kleine Waschlapppen etc. Den Rest wie Shampoo, Haarconditioner, Cremes, Haarföhn etc bekommt man in den Onsen.
In der Onse selbst bringe ich auch das Personal auf Trab, denn ich wähle ganz grossartig die teuerste Badeversion mit Tee, Kuchen, Ruheraum (alles in wunderschönem Jugendstil eingerichtet) und anschliessend Besichtigung der kaiserlichen Räume.
Ich muss sagen, die japanische Badekultur gefällt mir. Sehr entspannend, sauber und gepflegt.
Im Anschluss gibt es ein Kurkonzert auf japanisch wohin dann alle Kimonoträger strömen. Ein muskulöser Musiker schlägt auf riesige Trommeln ein. Es verreisst einem das Trommelfell, aber die Japaner sind hin- und hergerissen von dieser Vorstellung.
Da es sehr heiss war, sind die Abende ebenfalls noch warm und angenehm, so sitzen denn alle draussen und ich auch, ich genehmige mir mir wie alle anderen noch ein schönes Eis.
3.9.
Matsuyama - Onomitchi
Leider muss ich mich schnellstens nun auf den Weg in Richtung Tokyo machen. Ich beschliesse, dies nicht auf die einfachste Art und Weise zu tun, also mit dem Zug. Ich bin neugierig und will die Brückenanlagen von Insel zu Insel sehen, was allerdings nur mit dem Bus zu machen ist.
Auf Shikoku ist fast alles nur auf japanisch beschriftet, selbst die Zahlen. Im Restaurant wusste ich nicht, was ich bestellte und ich wusste auch nicht den Preis, denn ich kann die Zahlenschriften nur bis 5 entziffern. So, nun muss ich einen Busfahrplan lesen, der absolut unlesbar ist. Die Leute sind hilfsbereit, aber sie kennen sich nicht so aus. Nun irgenwie gelang es mir, den richtigen Bus zu kriegen. Und ich muss sagen, die Strecke ist atemberaubend, auch wenn leider der blaue Himmel gefehlt hat. Es war heiss, schwül und bewölkt.
Diese Hängebrücken sind Meisterwerke der Ingenieurskunst, denn sie haben schon einige Erdbeben überstanden.
Mein Umsteigen in einen anderen Bus war ein wenig eine Katastrophe, denn der Fahrer setzte mich raus an einer kleinen Haltestelle an der Autobahn mitten in Nirgendwo (ob da wohl wirklich ein Bus kommen wird???).
Aber wie immer, man fragt sich mit dem Lexikon und den Händen durch und ich finde dann den Anschluss an den nächsten Bus nach Onomichi.
Onomichi ist eine kleiner Hafenstadt auf Hokkaido. Eine liebenswüdige Stadt mit Charme. Hier wird ein typisch japanisches Touristen Highlight angeboten, ein Literaturweg, vorbei an Tempel usw. Denn diese Stadt hat mehrere Dichter hervorgebracht. Es gibt ein Literaturmuseum und am Literaturweg sind Gedichte in Steine eingemeiselt. Für mich ist dieser Literaturweg nur interessant wegen des schönen Blickes auf das Meer und die Inselwelt, die zwischen Hokkaido und Shikoku liegt.
Abends leiste ich mir ein gutes Fischmenü.
Morgen kommt der grosse Schlag in Richtung Norden, 900 km im Shinkansen in 4 Stunden.


leaving Koyasan

Elsbeth in Japan
1.9.
Heute morgen wieder um 5.30 aufgestanden, zwar sehr müde, aber das Erlebnis der morgendlichen Zeremonie will ich mir nicht entgehen lassen.
Die Feuerzeremonie ist einzigartig und man versteht, warum die Leute gerne bei Beerdigungen plötzlich Shingon Buddhisten sind. Der Japaner ist sehr pragmatisch, er nimmt sich von allem das, was er nötig hat.
Nach der Zeremonie werde ich von den Mönchen zu einem Tee eingeladen. Es waren nur sehr wenig Besucher da und sie haben bemerkt, dass ich zum zweiten Mal teilnehme.
Gerne nehme ich die Einladung an und es kommt zu interessanten Gesprächen, da einer der Priester ein Deutscher aus Regensburg ist, ich hatte also einen Übersetzer und jemanden, der mir viel erklären konnte.
Der Buddhismus konnte in Japan so gut Fuss fassen, das er bereit war, eine Geburten- und Sterberegister zu führen und die Totenzeremonien zu halten, mit denen der Shintoismus nichts zu tun haben will. Sie wurden dann recht mächtig innerhalb des Staates, denn die ganze Statistik war in ihren Händen. Wie schon erwähnt, wurden sie so mächtig, dass der Kaiser aus Nara wegzog und seine Hauptstadt nach Kyoto verlegte, um der Einfluss Sphäre des Buddhismus zu entkommen.
Es wurde ganz lustig, es gab Kuchen und einige der alten Mönche gaben sich total der Naschsucht hin. Sie hatten so lustige Äuglein, dass ich denke, dass in ihrer Jugend auch noch andere Laster hinzukamen. Auf jeden Fall Trinken gehört auch zu ihrem Laster, das habe ich gestern abend bemerkt.
Dann gegen später kommt die Küchenhilfe total gestresst, mein Frühstück steht schon lange bereit. Ich geniesse nochmals das gute japanische Frühstück und dann ist auch für mich Zeit, mich rasch auf den Weg zu machen, denn die Züge in Japan sind furchterregend pünktlich.
Im Eilschritt schiebe ich meinen Koffer zum Bus, dann Zahnradbahn. Unterwegs fallen mir zum ersten Male die speziellen Apfelbäume dieser Gegend auf. Ich habe zum Essen säuerlich eingelegte grüne Äpfel bekommen. Es soll eine Sorte sein, die es nur hier gibt und die man nicht normal essen kann sondern nur eingelegt. Sie werden total grün geerntet. Diese Apfelbäume habe Blätter, die mindestens 3mal so gross sind wie die von unsere Apfelbäumen. Die Früchte sollen sehr gesund sein. Auf jeden Fall, ich fand sie sehr schmackhaft, wenn auch für einen europäischen Gaumen ungewöhnlich. Der Express Zug nach Okayama führt wieder durch tropische Vegetation bis kurz vor der Grossstadt.
Nach Futon Matte und Reiskissen (das sehr gewöhnungsbedürftig ist, da betonhart) habe ich mir via Internet dort ein gutes Hotel reserviert,
In Osaka habe ich Aufenthalt, das genügt mir, um den Koffer in ein Schliessfach zu geben (die hier überall in ausreichenden Mengen zu finden sind) und dann eine schnelle Tour durch die Stadt zu machen. Hier ebenfalls eine fantastische Interpretation der modernen Architektur. Wirklich, da sind die Japaner führend. Ihre Skyline ist zwar niedriger als anderswo aufgrund der Erdbebengefahr, aber sie ist ästhetisch schön.
Dann Weiterfahrt mit dem Shinkansen. Ein Erlebnis der modernen Zugfahrt. Es ist nicht nur die Lokomotive motorisiert, sondern jeder Wagon ebenfalls. Dadurch die hohen Geschwindigkeiten. Die Landschaft fliegt dahin. Es wird kurz vor einem Haltepunkt immer genau angegeben wieviele Minuten der Zug hält. Meist ist es nur eine Minute und eine Minute ist für einen japanischen Zugführer genau 60 Sekunden, wer dann nicht draussen ist, hat halt Pech gehabt, er fährt eine Station weiter. Die Türen schliessen automatisch. Entsprechend diszipliniert und organisiert stellen sich die Japaner darum vor der Tür auf. Es geht nicht hektisch zu - eigentlich nie in Japan und trotzdem ist der Rhythmus schnell - wenn ein altes Mütterchen vor der Tür steht, dann wird alles getan, um sie flott nach draussen zu setzen, und wenn man sie auch halb tragen muss. Jeder weiss, dass sein eigenes Aussteigen davon abhängt, dass Muttchen nach draussen kommt und nicht die Tür blockiert. Vor dem Einstieg haben die anderen Passagiere eine Schlange gebildet, die geduldig den Ausstieg abwartet, bevor sie sich in Bewegung setzt. Mit dieser Art des Ein- und Ausstiegs kommt nie Stress auf und es geht wirklich schneller. Hier könnten wir viel lernen.
Auf der Weiterfahrt beschliesse ich spontan noch in der Haltestelle Himeji auszusteigen, um die besterhaltene Burg Japans zu besuchen. Eine der wenigen Burgen, die aus dem 16. Jahrhundert erhalten blieben und nicht total neu rekonstruiert wurden. Die Amerikaner haben Himeji bei ihren Bombardierungen übersehen, ein grosses Glück. Viele andere Burgen und Kulturgüter haben sie gnadenlos zusammengebombt. Kyoto blieb nur erhalten, da ein Japanologe das Ohr des Präsidenten fand, sonst wäre es auch ausradiert worden.
Dann abends Ankunft in Okayama und dort muss ich nun mein gutes Hotel suchen, dessen Adresse nur sehr vage formuliert war, eben auf japanisch. Es sei ein 4-Sterne Hotel für nur 48€, mals sehen. Da es in Bahnhofsnähe sein soll, gehe ich zu Fuss. Ich muss auch in der richtigen Gegend sein, aber keiner kennt das Hotel und keiner spricht Englisch. Sie zeigen mir zwar ein tolles Palasthotel, das kann es ja nicht sein für 48€. Ich ziehe also mit meinem Koffer 3 Mal an diesem Hotel vorbei, das auch einen anderen Namen hat. Aber eine sehr nette Frau bedeutet mir, dass dies wohl das einzige sein kann, das in etwa meiner Namensbeschreibung entspricht. Ich frage dann an der Rezeption, die mir dann zur Aufkunft gibt, dass sie mich erwarten. Ein toller Schuppen, ich war platt. Die Wirtschaftskrise lässt grüssen, die Business Hotels der Oberklasse haben grosse Probleme und über Internet kann man richtig Schnäppchen machen.
Ich gehe früh ins Bett und geniesse den Luxus, denn ich habe nach all den Morgenmessen Schlafdefizit und muss am nächsten Tag auch wieder früh raus, dann geht es nach der Insel Shikoku.

Tuesday, 1 September 2009

Mein Zimmer im Tempel in Koyasan


Elsbeth in Japan


Elsbeth in Japan
31.8.
Heute morgen um 5.30 aufgestanden, um pünktlich zum morgendlichen Mantrasingen zu sein. Die Mönche sind schon lange wach. Es ist lustig, einige mit den Zahnbürsten über den Hof rennen zu sehen, da sie auch den Gemeinschaftswaschraum benutzen müssen.
Die Meditation selbst ist ein Erlebnis. Am Eingang muss man seine Schuhe in Reih und Glied aufstellen, so wie es sich gehört. Man dreht sich mit dem Rücken zur Tür und legt erst dann die Schuhe ab, so dass man beim Rausgehen nur einfach in die Schuhe schlüpfen muss. Dann bekommt man ein wenig gelbes Pulver auf die Handfläche und der Mönch deutet an, dass man dieses zerreiben muss.
In einem kleinen Raum von ca 70m² sind zwei Altäre aufgebaut. Einer, vor dem ein offenes Feuer brennt, in das ein junger Mönch nach und nach Essenzen gibt. Er hat so zirka 10 verschiedene Töpfchen vor sich und legt auch immer wieder Holz auf das Feuer. Beim zweiten Altar sitzen die Mönche schon aufgereiht, sie beginnen mit dem Mantrasingen. Es ist ein eintöniger Singsong, der von einigen der Stimmen getragen wird, die anderen fallen dann ein. Ab und zu kommt ein Gong oder werden zwei Blechplatten aufeinandergeschlagen. Der Raum ist nur mit Kerzenlicht beleuchtet, es sind sicher so ca 50 Kerzen. Und dies in einem Gebäude, das überwiegend aus Holz besteht, die Feuerwehr hätte ihre Freude. Man wird weggetragen von der eintönigen Musik, die doch etwas an sich hat. Und dann von den Essenzen. Gegen Ende wehen richtige Rauchschwaden durch den kleinen Raum, man ist von dem Gesang und dem Gerüchen benebelt und würde gar zu gerne mitmachen. Die Texte sind in Sanskrit, also auch für die Mönche schwieriger Lehrstoff. Da alle Tempel zur selben Zeit ihre "Messe" haben, hallt durch den ganzen Ort der Singsong der Mantras, schon ein bewegendes Ereignis. Die Mönche machen hier etwa ein Drittel der Einwohner aus.
Wenn man durch Koyasan geht, dann fällt auf, dass es reiche und arme Tempel gibt. Mein Tempel ist zum Beispiel ein armer. Die Gebäude sind weniger spektatkulär, es stehen keine grossen Autos rum. Und trotzdem ist gerade mein Tempel einer der bekanntesten, was das Spirituelle angeht.
Andere Tempel sind reich ausgestattete Gebäude mit dicken Autos davor, hier sieht man plötzlich Mercedes M-Klasse, die man sonst fast nie in Japan sieht (wie man überhaupt im allgemeinen sehr, sehr wenig europäische Marken sieht). Also muss hier wohl viel Geld sein, manchmal hilft halt das Spirituelle nicht viel, ist oft verbunden mit Mangel an praktischem Anpacken des Alltags.
Der Kongobuji Tempel ist das Hauptquartier des Shingon-shu Buddhismus, ein Riesenbau, dessen älteste Teile von 1593 stammen, der aber 1869 weitgehend umgebaut und restauriert wurde. Hier ist sozusagen der Vatikan des japanischen Shingon Buddhismus. Man kann einige der Innenräume besichtigen, prächtig bemalte Schiebetüren, weitgehend vergoldete Wandpanelen. Ein grosser, perfekt gestalteter Zengarten.
Ganz in der Nähe das andere Highlight von Koyasan, das Tokugawa-Ke Redai, das Familienmausoleum der Tokugawa Shoguns aus dem 17. Jahrhundert. Zwei reich verzierte, fast identisch gestaltete Tempel.
Dann die grosse Stupa des Konpon Daito Tempels, deren Bau angeblich noch unter Kobo Daishi (also im 9. Jahrhundert) begonnen wurde.
Tempel, Tempel, Tempel. Ich beschliesse jedoch, einen Teil des Pilgerweges zu gehen. Einfach um zu sehen, was entlang dieser Route so liegt und auch um die Pilger zu sehen, die sich darauf in Richtung Koyasan bewegen.
Wie man aus den beigefügten Wanderkarten ersehen kann,
ist dieses Unterfangen für einen Europäer ein kleinere Herausforderung. Im Fremdenverkehrsbüro zuckt man mit den Schultern. Ein Tourist, der wandert und evtl eine Wanderkarte will, das hat es noch nie gegeben. Und das ganze dann auch noch auf Englisch, nein.
Nun ich stütze mich also auf die beiliegenden Karten und rechne mir in etwa aus, wie die Route verlaufen muss.




Erst geht es wieder durch dieses weite Totenfeld, das kein Ende zu nehmen scheint, dann durch den Zedernwald und man kommt dann tatsächlich zu einem Dorf, dann zu einem zweiten. Man begegnet keiner Menschenseele, auch die Dörfer wie ausgestorben, kein Hund, der einen ankläfft. Von Katzen ganz zu schweigen, die scheinen in Japan nicht zu existieren. Seit meinem Aufenthalt habe ich nur eine einzige Katze gesehen. Es ist eine absolute Totenstille, im Wald wie in den Dörfern. Man begreift, dass die ganze Jugend hier nur eines will, weg aus den Dörfern, rein in die Grossstadt, auch wenn man dann nur winzige Zimmer hat. Irgendwann ist mir dann die Sache nicht mehr so geheuer und ich drehe dann um. Habe, wie ich feststelle, ganz schön viele Kilometer zurückgelegt. Bin dann froh, wieder im Tempel zu sein. Habe gerade noch Zeit, mich auf japanisch zu waschen und mich in das grosse Wannenbad zu legen, um zu entspannen. Eine tolle Sache, man könnte sich daran gewöhnen. Dann Abendessen und dieses Mal nehme ich das Angebot von warmem Sake an, denn die Nächte hier werden schon herbstlich kühl.

Der Mönch, der mich in meinem Zimmer bedient, serviert mir den heissen Sake und sagt, dass ich erst so drei Gläser trinken muss vor dem Essen. Es sei die reinste Medizin (ihre kalten Winter in den winddurchlässigen Gebäuden überlebten sie nur so) und der Geschmack vom Essen wird durch Sake verstärkt. Nun, das Essen hier im Tempel ist so vorzüglich, es schmeckt mit und ohne Sake. Der Küchenchef wäre in Paris ein reicher Mann. Er ist unermüdlich und hat auch Sinn für das Schöne. Er macht selbst schon beim Frühstück Farbkombinationen. Die Kost ist rein vegetarisch, aber Top Klasse. Ich habe seit ich in Japan bin erst einmal nur Brot gegessen (war als ich mit den italienischen Freunden die japanische Interpretation von italienischem Essen zu mir nahm). Komischerweise fehlt es mir nicht. Der Reis hier ist so schmackhaft und die Zutaten so herrlich, ich könnte glatt hier bleiben.

Trotz meines Sake Durchhängers will ich noch sehen, ob der Abt mich an sein Internetkabel lässt. Er war heute sehr nett zu mir und hat sogar darauf bestanden, dass er mich photographiert. Also, mal sehen, ob meine Sakekondition mitmacht und ich den Blog noch in ein paar Minuten hochladen kann.
Morgen früh nochmals eine "Messe" und dann rolle ich meinen Koffer in Richtung Okayama, wo ich die folgende Nacht zubringen werde, bevor ich nach Matsuyama weiterreise.
Leider keine Möglichkeit, aufs internet zu gehen. Aus den Reispapierwänden heraus schnarchen sakeselige Mönche. Die Ration war wohl zu gross. Begründung für die Ration: die Temperatur ist empfindlich kalt geworden, der Herbst beginnt, und den Winter kann man hier nur mit heissem Sake Schnaps überleben.
Nur im Gemeinschaftsbad der Männer hört man noch einige Spanier, die heute abend hier logieren, rumplantschen, die haben wohl eine Flasche noch mitgenommen.

Koyasan, ein Friedhof, der Weltkulturerbe ist

Elsbeth in Japan

Elsbeth in Japan
30.8.
Sonntag
Morgens recht früh schon zum Bahnhof, Mein Hotel lag sehr praktisch in einer Parallelstrasse zum Bahnhof. Frühstuück im Bahnhof und dann so wie die Japaner, 20 Minuten zu früh für den Zug. Sie sind immer zu früh, denn sie hassen Verspätungen, sie erwarten aber gleichzeitig, dass der Zug auf die Minute kommt. Man ist stolz hier und sagt, dass man seine Uhr nach der Bahn stellen könnte. Die Anfahrt nach Koyasan ist schwierig. Ab Kyoto kann man vergessen, dass hier noch gut Englisch gesprochen wird oder Ansagen auf Englisch kommen.
Bis Osaka geht es flott, dann aber Umsteigen, wohin? Die S-Bahn um zu einem anderen Bahnhof zu kommen. In der S-Bahn weder Ansage noch ein Plan der Stationen. Ich frage, wann meine Station kommt. Die Umstehenden zücken ihre Handys und rufen ihr GPS ab, um zu sehen, wo wir gerade sind und andere holen über Internet einen Plan der S-Bahn.
Das geht flott mit dem neuen 3G System, das auf der UMTS Technik aufgebaut ist. Wirklich erstaunlich. Sie einigen sich dann schliesslich darüber, wo sie mich rauswerfen. Und in der Tat, es klappt, ich bekomme sogar noch den Anschluss, den ich wollte. Eine Nebenlinie, die von Osaka aus auf die Wakayam Halbinsel fährt. Nach zirka einer halben Stunde geht es in tiefe Gebirgstäler. Die Zuglinie führt über Brücken und Tunnels in eine wilde, fast schon tropische Landschaft. Keine Täler, wo ein Dorf liegen könnte, zu tief eingeschnitten, zu schmal. Nur ab und zu klebt ein kleines Haus irgendwo am Berg. Wir überwinden auch viel Höhe. Endstation ist dann Gokuraku-bashi, hier müssen alle raus. Wenn ich alle sage, dan meine ich viele japanische Mitreisende, denn es ist Sonntag und Koyasan ist ein Ort, wohin man gerne mit seiner Familie geht, denn oft hat man dort auch ein Grab (dazu später).
Nun muss man noch eine uralte Zahnradbahn nehmen, Von dieser aus merkt man erst, wie hoch man schon gekommen ist. Die 8 Berge, die das Tempelgebiet von Koyasan bilden sind mit fast 2000m die höchsten auf der Halbinsel.
Dieses Gebiet ist im Juli 2004 zum Weltkulturerbe erklärt worden. Hier ist das spirituelle Zentrum des Shingon Buddhismus, des ältesten Buddhismus in Japan überhaupt. Von hier aus begann die Missionierung. Viele Pilgerwege in Japan sind auf dieses Zentrum hier ausgerichtet. Koyasan ist sozusagen das Santiago de Compostella von Japan. 117 Tempel gibt es hier und ich werde sie sicher nicht alle besuchen, das könnt ihr glauben.
Koyasan wurde von Kobo Daishi (774-835) gegründet. Er kehrte 804 von seinen buddhistischen Studien in China nach Japan zurück und bat den Kaiser, die Lehre des Mikkyo, einer Form des esoterischen Buddismus, in Japan zu unterrichten. Er suchte schon bald eine der abgelegensten Gegenden Japans aus, um dem Einfluss des Staates zu entgehen und sich ganz auf die Kontemplation und Meditation zu konzentrieren. Die tantrische Shingon Schule zählt heute in Japan zirka 10 Millionen Anhänger. Für diese ist Kobo Daishi nicht tot, sondern befindet sich in einem Zustand ewiger Meditation. Daher wurden nach und nach rund um das Mausoleum von Kobo Daishi eine halbe Million Gräber errichtet, denn man suchte die Nähe dieses Erleuchteten, der versprochen hatte, dass er, wenn er dann endgültig ins Nirwana eingeht, seine Anhänger mitnehmen werde.
Die Shingon Schule meditiert mit Bildern, den Mantras und hier in Koyasan ist das Zentrum der Ausbildung junger Mönche. Eine der harten Prüfungen ist 1.000.000 Mantras zu rezitieren in 50 Tagen, also jeden Tag 20.000.
Ja und warum erzähle ich dies alles. Nun ich bin heute natürlich schon hier herumgewandert und es ist atemberaubend, wenn ihr durch einen Zedernwald mit altem Baumbestand geht und überall Grabsteine stehen. Noch nie so viele Grabsteine gesehen, von uralt bis neueren Datums - es sollen mindestens eine halbe Million sein (vermutlich haben sie dann aufgehört zu zählen). Alles Formen, von absolut geschmackslos bis romantisch mystisch, gespenstisch, alles ist da. Und da am 13./14.8. jedes Jahr die Geister der Vorfahren für einen Tag auf die Erde zurückkommen und die Familie besuchen, sind viele Gräber noch geschmückt. Ich komme mir vor als ob ich durch ein Disneyland der Friedhöfe gehe. Siehe die Diashow. Vor allem die Bekleidung, die manche Statuen haben, verwundern. Viele bekommen einen Latz umgehängt - sollen die was essen?
Dann liegen Botschaften auf den Gräbern, in denen die Lebenden den Geistern ihrer Verstorbenen etwas mitteilen wollen. Diese Grabfelder ziehen sich über Kilometer hin, wer nicht die finanziellen Mittel hatte für ein normales Grab, der legte kleine Steine an den Wegrand.
Zwischendurch sieht man Pilger, zum Teil barfuss, die immer an den Stupas, die den Pilgerweg säumen, stehen bleiben in Kontemplation.
Gegen Abend dann mache ich mich auf in mein Kloster, wo ich die zwei folgenden Nächte verbringen werde. Die Mönche sind ein wenig aus dem Konzept. Sie müssen einen Mann erwartet haben, konnten mit meinem Namen nichts anfangen. Na ja, mir macht das nichts aus und auf Frauen sind sie eigentlich schon eingerichtet, zumindest gibt es eine getrennte Badeabteilung.
Sie sind sehr freundlich. Mein Zimmer hat zirka 8m², Nachts wird ein Futon ausgebreitet. Die Wände sind aus Reispapier, man hört alle Geräusche. Hoffentlich schnarcht keiner und ich entschuldige mich schon jetzt innerlich dafür, dass ich wohl auf die Toilette im Stockwerk tiefer muss, denn bei der Hitze trinkt man unendlich viel. Aber ich bin ja noch im Training durch das Haus in Gent.
Ein niedriger Tisch, an dem dann später mir ein Mönch ein tolles vegetarisches Abendessen serviert. Sie sind schüchtern, die jungen Mönche, die mich empfangen, rumführen, gleich mit einer Tasse Tee verwöhnen, mir später das Bett ausbreiten etc. Sprechen fast kein Englisch, nur einer scheint sprachtalentiert zu sein, die anderen eine Katastrophe. Wohl einfach zuviele Mantras rezidiert.
Ich mache mich auf in den Waschraum. Man sitzt wie bei den Onsen auf dem kleinen Hocker und wäscht sich und dann geht es in die grosse Wanne, wo man sich reinlegt und gemütlich das Bad geniesst. Da ich die erste bin, habe ich alles für mich allein und bin ich auch die erste, die in der Gemeinschaftsbadewanne sitzt. In einer japanischen Familie lässt man das Badewasser nicht raus, es geht einer nach dem anderen in dasselbe Wasser, man ist ja gewaschen!!!
Ja und morgen darf ich absolut nicht vergessen, mein Abendessen zu photographieren. So ein tolles vegetarisches Essen hatte ich noch nie. Man wollte mir noch Sake reichen, aber das ist für morgen. Mönche lieben gutes Essen und gutes Trinken.
Ja und morgen früh dann um 6 Uhr die berühmte Meditation des Muryokoin Tempels.