22.8.
Heute Aufbruch mit dem Shikansen nach Nagoya und dann nach Toba, wo ich dann eine Nacht in einem Hotel sein werde.
Der Shikansen ist der ganze Stolz der Japaner. Er fährt im Schnitt 300kmh, Aufenthaltsdauer am Bahnhof für Aus-und Einstieg 1 Minute. Durchschnitt der Verspätungen aufs Jahr gerechnet 36 Sekunden. Ich glaube, wenn die Lokführer hier so Verpätungen wie in Deutschland oder Frankreich hätten, dann würden sie Harakiri machen.
Ich lese gerade die Japan Times und da heisst es, dass ein Prozess wegen eines Zugunglücks von vor 5 Jahren nogmaals aufgerollt wird. Der Lokführer hat ein zu schnelles Tempo gefahren, da er mehrer Sekunden Verspätung hatte. Dadurch flog er aus einer Kurve und landete mit seinem Zug in einem Appartmenthaus. 107 Tote, vor allem in dem Haus und viele Verletzte. Dies war vor zirka 5 Jahren. Anscheinend ist der Gesichtsverlust und die Bestrafung gross, wenn es zu einer Verspätung kommt. Die Japaner können einfach Verspätungen nicht ausstehen. Gestern waren einige Italiener unserer Gruppe 3 Minuten verspätet am Treffpunkt, das war für unsere Reiseleiterin eine grössere Katastrophe und sie wollte nicht afhören, sich bei den anderen für diese Verspätung zu entschuldigen. Die kamen an diesem Tag nie wieder zu spät!
So, unser Shikansen geht nur 270kmh, da er öfter hält. Dafür entschuldigt sich der Lokführer. Die « nur » 270kmh sind jedoch im Fahrplan vorgesehen. Was für eine perfektionistische Welt!
Wir kommen in Nagoya an, wir, das sind zwei sympathische italienische Ehepaare und ich. Eine Reiseführerin für die Stadt steht schon bereit und im Eiltempo werden wir zuerst in ein Restaurant gebrach für eine japanische Mahlzeit, wieder köstlich, ich kann die japanische Küche nur loben, wo viel Variation im Geschmack ist wirklich einmalig. Und immer super zubereitet. Das einzige was sich immer gleich bleibt ist halt der Reis, den ich mit immer mehr Geschicklichkeit mit den Essstäbchen packen kann.
Dann geht es zur Burganlage von Nagoya, die die typische Burgenstadt Architektur hat, wie man sie in Japan sehr häufig findet. Nur war Nagoya der Sitz eine Sohnes des wichtigen Shoguns
Vom Palast geht es dann zum Toyota Museum, das einen guten Überblick
Im zweiten Weltkrieg war dann die ganze Industrieanlage von Toyota in Schutt und Asche. Hier haben die Japaner eben sehr viel gemein mit den Deutschen.
Nach diesem interessanten Ausflug in das industrielle Japan geht es dann weiter mit einem lokalen Zug nach Toba, der Stadt die Frauenherzen höher schlagen lässt, denn hier ist die Wiege der Perlenzucht.