Sunday, 16 August 2009

Weg nach Tokyo Teil 3




Nun muss ich erst die kritischen Blicke dieses Herrn in weissen Handschuhen über mich ergehen lassen. Ich weiss nicht so richtig, was der hier soll mit seinem riesigen (Schlag?)stock und den weissen Handschuhen. Er guckt sehr streng in die Gegend, tut aber sonst nichts. Vermutlich ist er da falls wenn es an der Fahrkartenbarriere piepst, weil man das falsche Ticket hat. Man muss nämlich wissen, dass in Japan die Bahn und die Untergrundbahnlinien privatisiert sind. Die Strecke Narita Flughafen - Tokyo wird von 2 Gesellschaften bedient. In Tokyo sind 9 Untergrundbahnlinien in einer Hand, 4 weitere in einer anderen, daher muss man aufpassen, von welcher Gesellschaft man die Tickets hat, um nicht als Betrüger da zu stehen. Japan ist ein modernes Land aber ....

Im Zug dann die nächste Herausforderung. Die Stationen sind in lateinischen Buchstaben so klein angeschrieben, dass man Mühe hat, sie zu lesen. Ausserdem sind alle Fenster verdunkelt wegen der Hitze, man kann also fast nicht rausgucken. 90% der Mitfahrer sitzen in einem gekonnten Dämmerschlaf da. Wie die dann plötzlich an der Station wach werden, an der sie rausmüssen, ist mir ein Rätsel. Meine Nachbarin bitte ich, mir zu sagen, wo die Aoto Station ist, an der ich einen anderen Zug dann nehmen muss. Sie muss erst auf ihrem Handy gucken, ob der Zug da wirklich hält, dann schläft sie vor sich hin wie die anderen. Es ist übrigens in dem Zug fast eine Gespensterruhe, obwohl er voll ist. Pünktlich an meiner Station wacht sie auf, um mir zu sagen, dass ich raus muss.
In der Metrostation ähnliche Probleme, vor allem muss ich ein neues Ticket kaufen - Automat ohne lateinische Buchstaben. Ich muss die Zeichen mit denen auf meiner Karte vergleichen. Aber schliesslich bin ich da, wohin ich wollte.
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