Zuerst muss ich mich noch entschuldigen, dass Ihr anscheinend massenweise emails gekriegt habt mit Hinweis auf meinen Blog. Ich mach dies nun besser, soll nicht mehr passieren - hoffe ich.
Heute hat der Tag sehr schlecht begonnen. Auf meiner Liste stand "freier Tag" und daher dachte ich, dass ich lange schlafen könnte, zumal ich noch nachts um 2 Uhr putzmunter war wegen der Zeitverschiebung. Dann - mitten in meinem Tiefschlaf - klingelt das Telephon, es sei 7.52 und ob ich nicht wisse, dass um 7.55 Abfahrt mit dem Bus sei. Ich aus dem Bett und innerhalb von 3 Minuten in die Klamotten, den Rucksack und weg. Nicht gewaschen, nicht gekämmt, Sonnencreme dann erst im Bus aufgetragen mit der Folge, dass auf meiner Hose ein riesengrosser Fettfleck prangte.
Der Organisation ist leider ein Fehler bei der Programmausgabe passiert, alles habe sich verschoben. Nun gut, ich habe dann ohne Frühstück den morgen gut rumgebracht, aber fragt mich nicht.
Es war das übliche Touristenprogramm, Tokyo Tower mit eindrucksvollem Rundblick auf die Skyline der Stadt. Auch wenn die Wolkenkratzer wegen der Erdbebengefahr nicht so hoch wie in New York sein dürfen, ist dies wirklich beeindruckend, denn sie ziehen sich endlos dahin mit dazwischen drin kleine Häuschen. Es ist alles ziemlich unorganisch gebaut, wie wenn man in Eile war.
Dann nochmals zum kaiserlichen Park
Pinienbäume vor dem kaiserlichen Palast. Es soll 2000 davon geben und 100 Gärtner sollen sie pflegen. Die sehen aus, als ob die Gärtner sie wie Bonsais pflegen, noch nie solche Pinien gesehen. Sie sollen sehr alt sein.
Und dann nach Ueno, dem kulturellen und historischen Zentrum von Tokyo und Asakusa mit dem wichtigen Sensoji Tempel, dem ältesten Tempelareal Tokyos.
Hier sind vor allem die Japaner die Touristen. Von nah und fern kommen sie zu diesem Tempel um sich vor einer sehr kleinen, goldenen Buddahstatue zu verneigen, die angeblich einmal ein Fischer im Fluss gefunden hat und der Grund für den Bau dieses Tempels ist. Ein grosser Kessel mit Räucherstäbchen ist der grosse Anziehungspunkt. Die Leute wehen sich den Rauch zu ihrem Kopf hin und zu ihren Taschen. Dies soll Intelligenz bringen und Geld. Sehr wichtig, denn im Anschluss an das innere Tempelgebiet ist ein grosser Bereich mit kleinen Geschäften, die alles mögliche verkaufen. Die Japaner sind ganz verrückte Souvenirjäger und kaufen Dinge, die einen nur noch verwundern.
Eine andere Eigenart ist die Liebe zur Wahrsage. Im Tempel sind kleine Kästen mit 100 Schubladen aufgestellt. Auf einem Tisch befinder sich ein Gefäss mit 100 Mikadostäbchen, auf denen eine Nummer in japanischer Schrift steht. Man schüttelt dieses Gefäss und zieht dann ein Stäbchen. Die Nummer auf dem Stäbchen muss man dann auf den Schubladen suchen (denn als Nichtjapaner kann man ja nur die Schriftzeichen vergleichen, um seine Nummer zu finden). Man zieht die Schublade und holt dann ein bedrucktes Papier raus, das auf der Rückseite eine Wirklich eine Methode um Geld zu drucken.
Hier meine Vorhersage:
Regular Fortun - also ganz stinknormales Glück habe ich.
Ich sei dabei, alles unter Kontrolle zu bringen und meine eigene Identität und Würde aufzubauen. Ich sei ein starker Krieger, der das Zeug zum Präsidenten hätte, also aufgepasst Deutschland. Vielleicht werde ich auch nur Präsident des Kleintierzüchtervereins. Der Weg vor mir sei grünes Gras und Orchideen. Ich würde auch Dinge, die ich verloren hätte, wieder finden. Mit meiner Ehe würde alles gut stehen. Da kann ich nur Haha sagen.
Ein praktischer Aspekt der Japaner im Bezug auf Religion kommt darin zum Ausdruck, dass bei einer schlechten Glückskonstellation oder gar bei Vorhersage von Unglück der Japaner dann ganz einfach den Zettel um einen Draht wickelt an einem Gestell im Tempel, so bleibt das Unglück im Tempel und er kann ohne Sorgen gehen (natürlich nicht ohne vorher noch eine kleine Opfergabe in Form von Münzen zu hinterlassen, damit ihn die Sorgen nicht doch noch verfolgen)
Wie man sieht, gibt es recht viele schlechte Vorhersagen.
Man kann aber auch seine Wünsche auf ein Holztäfelchen schreiben, das man für umgerechnet zirka 4€ am Kiosk der Mönche kauft.
Vom Tempel dann in die schickste Gegend von Tokyo, Ginza. Hier liegen die schicksten Geschäfte von Tokyo, jeder Modedesigner mit Namen ist hier vertreten, sozusagen die Champs Elysées, nur grösser und schicker. Wir dürfen bei Mikamoto eine Demonstration sehen, wie Zuchtperlen gemacht werden. Zu Beginn der Vorstellung werden Lose ausgeteilt. Der Gewinner bekommt die Perle, die aus der lebendigen Auster dann herausgeschnitten wird, egal wie gross sie ist. Da mir so viel versprochen wurde, war ich sicher, ich sei der Gewinner - doch nein, kein grünes Gras und Orchideen. Wenn das mit den anderen Dingen sich genauso verhält, naja...