Monday, 17 August 2009

Shopping in Ginza

Elsbeth in Japan
Japan - eine Nation mit Shopping als Leidenschaft.
Ein grosses Warenhaus in Japan ist nicht nur mals so was, wo man hingeht. Vor jedem Eingang stehen schon mal mehrer Hostessen, die freundlich sich verbeugen, lächeln, ihre Hilfe anbieten, einen aufmerksam machen auf spezielle Angebote. Wenn man dann mal mit freundlichem Nicken vorbeigeht und mit den Schultern gezuckt hat, da man nichts versteht, dann beginnt ein Spiessrutenlauf. Jede Abteilung hat mehrere Verkäuferinnen, die freundlich jeden, der verbeigeht, begrüssen. Höflichkeit ist von enormer Bedeutung hier. Aber natürlich für den Kunden auch ermüdend, wenn man immer freundlich zurückgrüssen muss. Die Auswahl ist gross, alle grossen Firmen sind vertreten und die Japaner lieben europäische Labels.
Aber das Nonplusultra ist in Japan die Lebensmittelabteilung der Warenhäuser. Vergesst Lenotre oder Fauchon in Paris, Harrods oder Fortnum and Mason in London, sie sind eine läppische Grösse im Vergleich zu was man hier sieht (und nicht nur einmal). Die Japaner haben das feinste vom feinsten im Angebot und noch viel mehr. Eine Auswahl, die einen umwirft. Sei es die vorgekochten Leckerbissen, sei es das Gebäck, sei es die Confiserien. Viele Dinge, die ich noch nie gesehen habe. Freundlich wurde mir dann und wann ein kleines "Versucherle" gereicht. Die Obst- und Gemüseabteilung gleicht einem Kunstwerk, nur Topqualität und die toll präsentiert. Es muss den Japanern grauen vor dem, was bei uns als Topware angeboten wird. Natürlich sind auch die Preise olala.
In einer der Lebensmittelabteilung war neben den Fischen eine winzigkleine Sushibar mit 6 Stühlen, wovon gerade einer frei wurde. Hierin zwängte ich mich, ich landete neben 2 älteren (85+) Damen. Vor mir die Riesenmesser der 2 Sushichef, die immer direkt hinter der Glaswand vor mir niedergingen auf die armen Fische. Als sie mich sahen ging ein grosses Hihi los. Ich passte kaum in diese winzigkleine Umgebung. Eine Bedienung kam mit einem kleinen Plakat und deutete auf einen englischen Text: excuse us but you will have 5 minutes waiting time. Ok für mich, deutete ich an und bestellte meine Sushis nach einem Bilderbogen vor mir. Und ich bekam innerhalb von Minuten auch genau das vorbereitet vor meinen Augen. Bildschöne, muss ich sagen und hab vor lauter Hunger kein Photo gemacht - zu blöd. Dann der erste Faux-pas, ich habe die Ess Stäbchen verkehrt rum in der Hand. Hihihih, die Damen tuschelten. Nun, ich gucke hinüber, lerne schnell, Stäbchen andersrum und los. Verliere fast nichts, mache keine Flecken und es schmeckt köstlich. Ich schlürfe den grünen Tee, der dazu gereicht wurde, so wie es sich gehört und dann werde ich mutig, ich frage o-kanjoo onegai shimasu, d.h. die Rechnung bitte. Die beiden Damen erstarren, sie denken nun, dass ich alles, was sie sich über mich zuflüsterten, verstanden habe. Die zwei Sushi Chefs machen hihihi und deuten dorthin, wo ich bezahlen muss. Mit einem fröhlichen sayoonara verabschiede ich mich. Sie sind alle perplex.
Und dann gehe ich dahin, wohin sicher der liebe Rainer mit mir gegangen wäre - zum Sony Center, um einen Blick in die technische Zukunft, die uns erwartet, zu werfen. Und ich muss sagen, es war die Wucht, u.a. 3DTV, man musste mir dann sagen, dass der Ladenschluss ansteht. Sonst wäre ich vielleicht jetzt noch dort.