In Tokyo gibt es im Sommer kein Regenproblem aber ein Sonnenproblem. Daher haben viele Menschen ihre Sonnenschirme dabei. Hier im Eingangsbereich des Museums für moderne Kunst Schliessfächer für Schirme. Man nimmt dann seinen Schlüssel mit ins Museum. Genial. Eine weitere geniale Erfindung lerne ich bei meinem Einkauf eines Getränke kennen. Der ausziehbare Trinkhalm. Der Bedarf an einer Längenveränderung von Trinkhalmen, die es ermöglicht, den Halm der Trinkhöhe des Gefässes anzupassen, war sicherlich die absolute Marktlücke in Japan.
Eine weitere geniale Erfindung sind vollautomatisierte Toiletten, die fast schon eierlegende Milchkuhsäue sind. Also, man kann da Toiletten finden (auch im öffentlichen Bereich), die da so verschieden Knöpfe haben mit japanischen Schriftzeichen, so dass ein Europäer dann zu blöd ist, die Spülung zu finden. Ich habe dann im Hotel ausprobiert, zu was die verschiedenen Knöpfe sind, um beim nächsten Besuch einer öffentlichen Toilette nicht so jämmerlich zu versagen.
Also der Knopf ganz oben ist ein Knopf, der da so ein Geräusch macht, damit draussen vor die Tür die Leute nicht hören, dass es da so plätschert. Der zweite Knopf, der entscheidet über einen Wasserdruck. Der dritte ist der Grund, warum man den Wasserdruck verändern muss, der setzt eine Bidetdusche in Gang. Man kann sich aber auch entscheiden, dass da nur so ein leichter Spraystrahl kommt. Der eigentliche Spülknopf ist hinter der Abdeckbrille verborgen, da muss man dann so richtig nach hinten gucken, um den zu finden. Auf jeden Fall war ich froh, dass ich die Knopfprobe machte, ohne draufzusitzen. Der Wasserdruck war hoch eingestellt, ich hatte also Wasserspiele in meinem Klo. Einfach genial, ich bin sicher, das wird exportiert. Würde aber den Vorschlag machen, dass sie als Geräuschkulisse Beethovens 9. nehmen.
