Monday, 24 August 2009

Diashow Kyoto und Nara

Elsbeth in Japan - Diashow Kyoto und Nara

Kyoto - das ist meine Stadt

Elsbeth in Japan
24.8.
Kyoto ist meine Stadt. Es gibt endlich Strassennamen, man findet sich zurecht. Vom Hotel aus ist Zentrum zu Fuss gut erreichbar und es gibt enorm viel zu sehen. Mit "nur" 1,5 Millionen Einwohner ist Kyoto übersichtlicher als Tokyo. Die Menschen sind weniger gestresst, haben für japanische Verhältnisse fast was südländisches an sich. Es gibt viel zu sehen, allein ca 1500 Tempel sind in dieser alten Kaiserstadt, die erst 1868 vom Kaiser aus politischen Gründen für Tokyo verlassen wurde. Er entzog sich durch diesen Umzug dem Machtbereich des Shoguns und erreichte so mehr Unabhängigkeit. Dieser Schachzug und die Modernisierung des Landes entzog dem Shogun die Machtbasis.
Kyoto hat einen unendlichen kulturellen Reichtum und blieb von den Bomben des 2. Weltkriegs verschont. Also gilt es für den Touristen: Rosinenpicken, denn sonst kommt man nicht rum.
Morgen habe ich einen Tag ohne geführtes Programm und vor lauter Angebot weiss ich noch nicht wie ich das Maximale rausbekomme. Wir werden sehen.
Heute Besuch von der Nijo Burg, dem Goldenen Pavillon des Rokuon-Ji Tempels und des Kaiserpalastes.
Kleine Anmerkung zum besseren Verständnis der Diareihe. Der Holzfussboden im Shogun Palast (Nijo Burg) war so angelegt, dass bei jeder Bewegund ein Quietschen zu hören war. So konnten Spione und andere verdächtige Elemente nie unbemerkt sich anschleichen. Die einzigen Räume, die nicht quietschten, waren die innersten Privaträume im Frauenbereich, wo nur der Shogun sich aufhalten durfte. Das Quietschen wird ausgelöst durch Nägel, auf denen die Holzdielen aufsitzen. Die Japaner bezeichnen dieses Quietschen als Gesang der Nachtigall.

Nachmittags Besuch des Buddha Tempels in Nara mit der grössten Buddhastatue der Welt und des grossen Shinto Schreines von Nara. Nara war im 8. Jahrhundert Sitz des Kaiserhauses. Doch nachdem die Buddha Mönche die politische Macht an sich rissen, entzog sich der Kaiser dieser Bevormundung ganz elegant, indem er den Palast nach Kyoto verlegte. Heilige Schreine kann man nicht so leicht verlegen wie einen Palast und so verloren die Mönche ihre übermächtige Stellung.

Sunday, 23 August 2009

Leider kein Geld für eine Perlenkette

Elsbeth in Japan
Toba und der Ise -Shima Nationalpark.
Das Hotel in Toba dominiert von einem Hügel aus die Ise Bucht, die heute als Nationalpark geschützt ist. Man muss nämlich wissen, dass die Japaner sich in den letzten 30 Jahren wohl zu einer der ökologischsten Nation der Welt entwickelt haben. Die Flüsse fast lupenrein, Bäume sind prinzipiell geschützt (man holzt in Kanada ab), Müll wird rezykliert, dass wir Deutschenschon wieder Stiefkinder sind. Meere müssen geschützt werden, damit auch die zukünftige Generation Fische hat (man überfischt die Weltmeere, aber nicht die eigene Küste), mit den Thermalquellen werden ganze Heiz- und Warmwassersysteme ausgeklügelt, aber man lässt gleichzeitig die Aircondition auf Hochtouren laufen und die Häuser sind schlecht isoliert. Ja, und eine neue Erkenntnis, ich habe seit zwei Tagen beheizte Klodeckel, Temperatur kann ich auswählen. Ich bin nur noch nicht draufgekommen, ob ich die auch kühlen kann, denn es ist sehr heiss hier.
Aber nun zurück zu der schönen IseBucht, die ich leider vor lauter Gucken nicht photographiert habe. Da wo Naturschönheit ist, da findet man in Japan einen Shintoschrein, und da die Natur hier besonders schön ist, ist hier auch das höchste Shinto Heiligtum Japans, das der Sonnengöttin Amatrasu gewidmet ist. Jahrlich kommen 6 Millionen Besucher hierher. Das Besondere an diesem Schrein ist, dass, zurückgehend auf ein Kaiserdekret aus dem 12 Jahrhundert, dieser Schrein alle 20 Jahre rekonstruiert wird. Nur Kriege oder andere Krisen haben diesen Rhythmus kurzfristig unterbrochen. Man brannte den alten Schrein ab und baute alles neu. Da man hier jedoch von rund 200 Gebäuden spricht, hat man das Ganze ein wenig gelockert. Und damit die Pilgerströme immer kommen können, gibt es zwei Anlagen, eine die besucht wird und eine wo die neuen Gebäude gebaut werden. Man wollte dies auch so, um die traditionelle Handwerkskunst nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Tempel werden im traditionellen Stil gebaut und wir haben die Handwerker bei ihrer Arbeit gesehen, denn 2013 ist der Abschluss der Rekonstruktion vorgesehen. Früher hat man die reichen Tempelgaben dann verbrannt oder evtl besonders wertvolle Kulturgüter an andere Tempel oder Privatleute weitergegeben. Eine radikale Wiedererneuerung also.
Der Schrein war enorm gut besucht, die Leute werfen eine Münze vor den Schreinen ihrer Wahl, verbeugen sich dann zweimal (90° wenn sie es noch können), dann klatschen sie zweimal in die Hände, damit die Gottheit sie auch hört, und verbeugen sich noch zweimal. So einfach ist das im Shintoismus, so schnell geht es einem dann besser. Während dieser Zeremonie kann man einen Wunsch sich ausdenken.
Dann gehen die Familien fröhlich in das Shopping Zentrum ausserhalb des Geländes, das ebenfalls im alten Stil mit kleinen Holzhäusern aufgebaut ist. Und da gibt es wieder Kitsch jede Menge und die kulinarischen Spezialitäten der Region, an jeder Ecke wird etwas genascht. Tofueis, Eis mit grünem Teegeschmack, Meeresfrüchte in allen Variationen, Soyanudeln, spezielle Kuchen usw.
Apropos Kuchen, habe ganz vergessen zu berichten, dass im Bahnhof von Nagoya eine lange Schlange geduldig wartender Japaner war, und ihr werdet es nicht glauben, sie warteten auf Baumkuchen. Ein japanischer Bäcker hat mehrer Rollen am Drehen, er hat vermutlich in Deutschland die Baumkuchenfabrikation gesehen und hat damit hier in Japan einen Hit gelandet. In einer langen Schlange warten ist eigentlich etwas, das die Japaner nicht akzeptieren, sie wollen schnell bedient sein.
Nach einem wieder exzellenten Mittagsmahl gehen wir zur Perlen Insel oder Mikimoto Insel, wo das Perlenmuseum steht und natürlich auch eine grosse Verkaufsfläche.
Dort wird zuerst gezeigt, wie die Perlentaucher früher gearbeitet haben. Die Taucher waren ausschliesslich Frauen, denn die können angeblich länger den Atem anhalten und mit ihrer Fettschicht auch mehr gegen die Kälte angehen. Denn eine solche Ama, wie diese Taucherinnen heissen, ist 4-5 Stunden im Wasser. Heute gibt es noch 1300 Amas in der Bucht. Sie werden schon als Kinder trainiert und können über eine Minute unter Wasser bleiben.
Meist arbeiten sie im Team mit ihrem Ehemann, der das Boot führt und die Frauen auf ein Zeichen hin sehr schnell nach oben zieht an einem Seil. Somit begeben diese Frauen eigentlich ihr Leben in die Hände ihres Mannes. Ich würde dies für meinen Teil im Moment nicht ausprobieren.
Die Frauen sind ganz in Weiss gekleidet, denn anscheinend schreckt diese Farbe die Haie ab. Die Ganzkörperbekleidung schützt auch vor den Quallen. Heute ist das einzig Moderne am Outfit die Tatsache, dass sie unter der weissen Bekleidung Taucheranzüge tragen. Aber eine Pressluftflasche ist nicht erlaubt, um Überfischung zu vermeiden. Es muss traditionelle gearbeitet werden. Man muss nämlich wissen, dass die Perlen eigentlich nur ein Nebenprodukt waren. Eigentlich bezahlt werden die Frauen nach dem Gewicht der Austern bezahlt, die sie emporbringen und ein weiteres Produkt, das sie abernten sind bestimmte Algensorten.
Mikimoto hat das Nebenprodukt der Perlen am Hals der Frauen schon als junger Mensch bewundert und es hat sich in ihm festgesetzt, dass mehr Frauen solch einen Schmuck haben sollten, man musste nur die richtige Methode finden, um die Austern anzuregen. Er hat dann intensiv geforscht um eine effektive Methode zu finden, die als Ergebnis möglichst regelmässig geformte Perlen bringt. Die Ateliers die in die Austern eine kleine "Perlmuttsaat" einbringen gleichen einem Operationssaal. Mit viel Geschick wird die Saat eingebracht in den Bereich der Auster, der für die Perlmuttproduktion zuständig ist.
Die Austern müssen dann 3 Jahre in eine Aquakultur in der Ise Bucht untergebracht werden. Nur 1/3 der Austern liefern dann ein Ergebnis. Taifune, Bakterienbefall, rote Algen und andere Vorkommnisse bringen Verluste von 2/3.
Die Qualitätsauslese ist nach wie vor manuell und mit den Augen. Und die gehen dem Betrachter über, wenn er die historischen Schmuckkreationen im Museum sieht.
Der Museumsladen am Ausgang ist dann eine grosse Versuchung. Die Preise sind deutlich geringer als in Europa und man muss sagen, Mikimoto ist tolle Qualität.
Aber was soll's, ich bin noch 2 Wochen unterwegs, da gibt es andere Prioritäten.
Abends werden wir in den Zug verfrachtet und heute abend schreibe ich in einem Hotel in Kyoto meine Berichte, denn in Toba gab es keinen Internetanschluss.
Elsbeth in Japan
22.8.
Heute Aufbruch mit dem Shikansen nach Nagoya und dann nach Toba, wo ich dann eine Nacht in einem Hotel sein werde.
Der Shikansen ist der ganze Stolz der Japaner. Er fährt im Schnitt 300kmh, Aufenthaltsdauer am Bahnhof für Aus-und Einstieg 1 Minute. Durchschnitt der Verspätungen aufs Jahr gerechnet 36 Sekunden. Ich glaube, wenn die Lokführer hier so Verpätungen wie in Deutschland oder Frankreich hätten, dann würden sie Harakiri machen.
Ich lese gerade die Japan Times und da heisst es, dass ein Prozess wegen eines Zugunglücks von vor 5 Jahren nogmaals aufgerollt wird. Der Lokführer hat ein zu schnelles Tempo gefahren, da er mehrer Sekunden Verspätung hatte. Dadurch flog er aus einer Kurve und landete mit seinem Zug in einem Appartmenthaus. 107 Tote, vor allem in dem Haus und viele Verletzte. Dies war vor zirka 5 Jahren. Anscheinend ist der Gesichtsverlust und die Bestrafung gross, wenn es zu einer Verspätung kommt. Die Japaner können einfach Verspätungen nicht ausstehen. Gestern waren einige Italiener unserer Gruppe 3 Minuten verspätet am Treffpunkt, das war für unsere Reiseleiterin eine grössere Katastrophe und sie wollte nicht afhören, sich bei den anderen für diese Verspätung zu entschuldigen. Die kamen an diesem Tag nie wieder zu spät!
So, unser Shikansen geht nur 270kmh, da er öfter hält. Dafür entschuldigt sich der Lokführer. Die « nur » 270kmh sind jedoch im Fahrplan vorgesehen. Was für eine perfektionistische Welt!
Wir kommen in Nagoya an, wir, das sind zwei sympathische italienische Ehepaare und ich. Eine Reiseführerin für die Stadt steht schon bereit und im Eiltempo werden wir zuerst in ein Restaurant gebrach für eine japanische Mahlzeit, wieder köstlich, ich kann die japanische Küche nur loben, wo viel Variation im Geschmack ist wirklich einmalig. Und immer super zubereitet. Das einzige was sich immer gleich bleibt ist halt der Reis, den ich mit immer mehr Geschicklichkeit mit den Essstäbchen packen kann.
Dann geht es zur Burganlage von Nagoya, die die typische Burgenstadt Architektur hat, wie man sie in Japan sehr häufig findet. Nur war Nagoya der Sitz eine Sohnes des wichtigen Shoguns Tokugawa und daher wurde hier mit nichts gespart. Allein schon die Grösse der Anlage nimmt einem den Atem. Leider wurde die Burg aus dem 16. Jahrhundert im zweiten Weltkrieg völlig zusammengebombt und wir haben eine originalgetreue Rekonstruktion aus dem Jahre 1959 vor uns. Nur die Verteidigungsmauern aus gigantischen Steinen zusammengesetzt - wieder ohne Mörtel, um gegen Erdstösse resistent zu sein - konnte den Luftangriffen widerstehen. Ein unglaubliches Glück war es, dass die Einwohner vor allem das Palastgebäude leergeräumt hatten. Sie haben die ganzen Schiebtüren, die reich verziert waren, herausgenommen. Offensichtlich war ihnen klar, dass sie Angriffsziel sein werden, denn Nagoya ist die Heimatstadt von Toyota, also ein strategisches Ziel. Bis in einem Jahr soll auch noch der zum Palast gehörende Administrations- und Wohntrakt rekonstruiert sein und damit bekommen die geretteten Kulturgüter wieder ihren Platz zurück, wenn auch nur in Form eines Museums.
Vom Palast geht es dann zum Toyota Museum, das einen guten Überblick über die Entwicklung der Firma vom Hersteller von mechanischen Webstühlen zum Autoproduzenten gibt. Der Herr Toyoda, ja er schrieb sich mit d war ein unruhiger Erfindergeist, der viele Patente anmeldete und auch einige teuer z.B. an die Amerikaner verkaufen konnte. Mit diesem Geld wollte er sich unbedingt seinen Traum von der Autoproduktion erfüllen. Er war nämlich durch Europa und Amerika gereist und hat dort Autos gesehen, die es in Japan zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht gab. Er beschloss, dass auch Japan an dieser Entwicklung teilnehmen musste und importierte ein Auto, um es von seinen Arbeitern auseinandernehmen zu lassen. Diese mussten dann von Hand alle Stücke nachbilden und dann zusammensetzen. Zuerst alles aus Holz (darin besitzen die japanischen Handwerker auf Grund ihrer Tempeltradition grosses Geschick) und dann aus Stahl, und für die Stahlversion hatte er das knowhow seiner Webstuhlarbeiter. Die ersten Modelle von Herrn Toyoda liessen dann eine gewisse Eleganz missen. Der Weg zum kompetitiven Auto war dann doch noch recht steinig.
Im zweiten Weltkrieg war dann die ganze Industrieanlage von Toyota in Schutt und Asche. Hier haben die Japaner eben sehr viel gemein mit den Deutschen.
Nach diesem interessanten Ausflug in das industrielle Japan geht es dann weiter mit einem lokalen Zug nach Toba, der Stadt die Frauenherzen höher schlagen lässt, denn hier ist die Wiege der Perlenzucht.

Saturday, 22 August 2009

Elsbeth in Japan
21.8.
Heute Abreise aus Tokyo, das sicherlich noch mehrere Tage an Besichtigung wert gewesen wäre, aber man soll ja immer etwas für ein nächstes Mal aufbewahren, also sayonara Tokyo.
Es geht zum Mt Fuji, aber leider ist ausgerechnet heute das Wetter sehr wolkig, also Fuji futsch in den Wolken. Aber von Zeit zu Zeit reissen die Wolken bei der Anreise auf und man hat gute Sicht auf diesen beeindruckenden Berg, der mit 3776 m Höhe als höchster Gipfel Japans aus seiner Umgebung heraussticht. Es ist Sommer und daher ist der Gipfel schwarz, das photogene Zuckerhäubchen aus Schnee ist für eine andere Jahreszeit. Daher verschwende ich auch nicht allzu viel Zeit, einen Fuji mit vielen Photos zu dokumentieren, denn aus der diesigen Ferne ergibt dies nichts.
Die Basis des Berges ist zirka 40 km breit und die Kegelvulkanform klassisch. Die Japnaer haben bis auf rund 2400m eine Serpentinenstrasse de Luxe gebaut, die in den Kurven immer einen geriffelten Strassenbelag hat , um mehr Sicherheit zu gewährleisten. Hier könnten unsere Strassenbauer etwas lernen.
Auf der Anhöhe 2400m ist ein grosser Souvenirshop und sind auch einige Restaurants im grossen Stil. Von hier aus startet die Fujibesteigung, die für jeden Japaner ein fast religiöses Erlebnis bedeutet. Wir werden nur mit dem Bus hingekarrt und haben genau 30 Minuten Aufenthalt. Wie bedaure ich, dass ich nicht an dem allgemeinen Aufbruch auf den Berg teilnehmen kann, auch wenn dies hier ein organisierter Massenbetrieb ist. Die Japaner wandern anscheinend nur in Gruppen. Diese treffen sich am Eingang zum Aufstieg, der mit einem Holztor gekennzeichnet ist. Dann kommt ein Gruppenphoto und der Wanderführer gibt eine aufmunternde Ansprache mit Tips etc die dann mit einem dreifachen Faust in die Höhe begleitet von Ausrufen, die sicher dem Deutschen Zickezacke entsprechen, endet, wobei dann alle mitschreien. Und dann geht es los. Die Wanderer sind alle exzellent ausgerüstet und gegen die Sonne geschützt. Bei manchen geht dies sogar soweit, dass sie ein schwarzes Tuch vor ihren Hut hängen und nur die Augen von unter dem Hut rausschauen. Die Talibans hätten hier ihre grösste Freuden. Aber nicht nur die Frauen sind so verhüllt. Man sieht keine nackten Beine oder Arme, obwohl die Temperatur hier unten noch bei 26° liegt. Die Japaner kennen die Kraft ihrer Sonne, die wirklich gnadenlos ist, was manche Europäer leider nur zu spät merken. In jeder der Gruppe, mit denen ich gereist bin, sind ein bis zwei Personen total erbrannt , obwohl sie - so behaupten sie - Sonnencreme aufgetragen haben. Also die paar Europäer, die in Bermudas den Fuji besteigen, werden es sicher bereuen. Ich gehe bis zum ersten Anstieg. Die Serpentinen schlingen sich in einer gut berechneten Steigung hoch.














Der Untergrund ist pure schwarzrote Lavaasche, also staubig. Wie immer sind die Japaner gut organiseert. Aufstieg und Abstieg sind im Einbahnsystem, selbst der Weg rund des Kraters ist nur in einer Richtung begehbar. Wohl auch besser so in Anbetracht der Anzahl von Wanderern. Dicht an dicht geht es nach oben. Die Park Ranger lassen immer eine Gruppe nach der anderen im 5-Minutenabstand losgehen. Wehe also dem, der in seiner Gruppe zurückhängt. Und heute werden sie nicht einmal mit einer guten Sicht belohnt. Als wir mit dem Bus abreisen, verhüllt dichtester Nebel den Berg. Darum also auch die Empfehlung, nur mit einer Kopflampe ausgestattet die Wanderung zu beginnen.
Die vielen Nichtwanderer beglücken sich in den vielen Souvenirshops mit kleinen Fujimodellen und glücksbringenden kleinen Glöckchen etc. Die Japaner sind die geborenen Souvenirkäufers. Es gehört zur guten Sitte, den Daheimgebliebenen kleine Geschenke mitzubringen, alles Schreckliche ist erluabt. Viele springen nur aus dem Bus und gehen direkt rein in den Laden, den sie erst bei Busabfahrt dann verlassen, beladen mit Plastiktüten. Man begreift nun die Mentalität der japanischen Touristen in Europa.

Es geht weiter nach Hakone, das an einem See liegt, der in einem alten Kaldera entstanden ist, dem Lake Asji.
Hakone ist auch berühmt für seine Onsen, das sind die Thermalquellen, die in Japan überall heraussprudeln, wenn man nur ein wenig bohrt.
Nach einer schrecklichen Bootsfahrt Disneylandstyle und nur in einer Nebelwand (aber für die Japaner ist PRogrammm Programm, egal wie) werden wir zum Hotel gebracht, wo ich dann mein erstes Onsen Erlebnis habe. Das Hotel hat eigene Onsen in seinem Zengarten, die die Gäste benutzen können. Wenn man nun glaubt, man hüpft da fröhlich hinunter und springt mal so rein, dann täuscht man sich gewaltig. Alles unterliegt hier einem strengen Ritual.
Im Zimmer liegt ein Kimono aus. Diesen muss man anziehen mit den dazugehörenden Latschen (die laut kleinem Plakat sterilisiert sind, also ich bekomme keinen Fusspilz).
Dann fährt man mit dem Lift direkt hinunter in den Badebereich, wo einem bedeutet wird, dass man von hier aus nur noch barfuss laufen darf. Ausserdem bekommt man ein klitzekleines Handtuch,, dieses wird das einzige Objekt sein, das man später mitnehmen darf.
Nun ist man in einem Raum, der gut ausgestattet ist mit Einweghaarbürsten, Bodylotion, Hautcremes aller Art, Spiegel, Haarföhns etc. Hier sind die am Werk, die das Bad schon hinter sich haben. Für mich geht es nun darum, den Kimono und das grosse Handtuch, das ich aus dem Zimmer mitnehmen musste, in ein Schliessfach zu legen und dann mit meinem kleinen Tüchlein weiter in einen Waschraum zu gehen. Dort sind kleine, durch eine niedrige Mauer abgetrennte Waschzellen mit kleine Plastikhockern, einer niedrig angebrachten Dusche, einem Eimer, Desinfektionsmittel, Seife, Shampoo, Haarconditioner, Duschgel.
Man muss nun erst den kleinen Plastikstuhl desinfizieren und dann sitzt man darauf, man ist nun von evtl Blicken rechs und links geschützt und muss sich von oben bis unten abschrubben und waschen.. Dann wird die Seife gut abgespült und man kann nun in die Onsen eintauchen, wo schon einige Japanerinnen sitzen, die einen aufmerksam betrachten. Das kleine Tüchlein lege ich wie die Japanerinnen gefaltet auf das Haupt, denn es darf aus hygienischen Gründen nicht in das Wasser kommen.
Man kann nun die Onsen im Innenbereich und im Aussenbereich benutzen. Sie haben rund 41° Temperatur und riechen ganz leicht nach Schwefel. Das Wasser ist sehr weich.
Im Aussenbereich sind die Onsen von einem Zengarten umgeben. Ich kann jedem nur die Anlage eines solchen Gartentyps empfehlen. Man geht nur ab und an mit einer Harke durch die Steinchen , kein Rasenschneiden. Die einzelnen Pflanzen darin muss man pflegen und ein wenig bonsaimässig zuschneiden - fertig ist die Gartenanlage. Man kann sich reinsetzen und meditieren.
Ich bleibe lange im Onsen sitzen. Es ist sehr entspannend.
Natürlich bin auch ich neugierig und schaue mir die Frauen an. Also ich kann nur sagen, unter den Kleidern sind die angeblich zierlichen Figuren der Japanerinnen trügerisch schön. In Natur bin ich doch ein bisschen enttäuscht. Meine Theorie der kurzen Beine in Proportion zum Oberkörper halte ich aufrecht. Steife Silikonbrüste leider schon verbreitet, denn im algemenen sind die Frauen hier relativ flach, nur ganz wenige haben ein bisschen Balkon von Natur aus. Orangenhaut jedoch findet man nicht, die zeigen nur die europäischen Frauen, die gerade hinzugekommen sind. Es muss wohl auch am Futter liegen, denn selbst korpulentere japanische Frauen haben keine Zellulitis.
Diese Betrachtungen sollen nicht boshaft sein, sie entspringen ganz einfach einer gewissen Neugierde.
Ich werde keine Onsenphotos bringen.
Dann noch ganz kurz zu den Schwierigkeiten bei Bodylotion etc. Alles nur auf japanisch geschrieben. Es gab also in der Umkleidekabine jede Menge Hihi der Frauen, die mir dann im einzelnen mit Gestik vermittelten, für was die einzelen Cremen und Lotionen gut sind. Fasziniert sahen sie zu, wie mein Haar eben nicht so glatt wie ihres wird beim Föhnen, die Neugierde ist immer beiderseits.
Nun noch schick machen und ab in die Bar, wo eine Pianistin spielt. Alles sehr traditionell, aber immerhin ein wenig Unterhaltung.

Thursday, 20 August 2009

Wirrwarr der Elektrik




Elsbeth in Japan
Kaum zu glauben, Kabelsalat beim Fischmarkt


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Sushi Bar




Elsbeth in Japan
Schlange vor einer populären Sushi Bar am Fischmarkt. Die Bar daneben hatte nur einen Kunden. Ich bin natürlich hier in der Schlange zum allgemeinen Amusement der Japaner.
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Sushi Messer




Elsbeth in Japan
Verkauf von Sushi Messern an einem Stand beim Fischmarkt. Diese Messer sind sehr teuer
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U-bahn Schlaf




Elsbeth in Japan
Der Schlaf in der U-Bahn, morgens um 10 Uhr schon die komplette Erschöpfung. Meist hängen so rund 90% der Mitfahrer rum, wenn man morgens sehr früh oder abends die Bahn nimmt.
Heute sogar einen gesehen, der auf dem Bahnsteig im Stehen tief schlief














Jede Menge Handschlaufen für die Rush-hour
Elsbeth in Japan
Heute endlich mal ausgeschlafen, aber darum leider ein wenig spät für die Attraktion Tokyos, den Fischmarkt Tsukiji, wo jeden morgen schon sehr früh die Fischauktion lauft und dann anschliessend der Markt für Otto Normalverbraucher offensteht. Ein unglaubliches Angebot. Der Japaner lebt vom Meer, am Meer und hat nur Fisch im Kopf, wenn er an Essen denkt. Fleisch erobert nur sehr langsam und fast ausschliesslich in Form von Rinderhack den Tisch.
Die Gegend um den Fischmarkt ist von einer überraschenden Einfachheit, wenn man sonst das andere Tokyo im Kopf hat. Allein die elektrischen Installationen erinnern hier eher an Osteurop als an eines der modernsten Länder der Welt. Es gibt um den Fischmarkt herum kleine Märkte, die eher an einen Soukh in Nordafrika erinnern in ihrem malerischen Angebot. Aber trotz allem von einer nicht zu übertreffenden Sauberkeit. Kaum hat man ein Glas vor einem Stand auch nur zufällig berührt, schon rennt jemand mit einem Tuch um es sauber zu reiben. Die müssten mal bei mir zuhause meine Fenster sehen.
Nach einer Sushi Mittagspause in einer sehr populären Sushi Bar am Fischmarkt habe ich Kulturelles auf dem Programm. Das Nationalmuseum Tokyo im Ueno Park. Geschichte und Kultur Japans sind hier in einer Art und Weise ausgestellt, wie es nur die Japaner können. Jedes Stück gut präsentiert und alles nur von ausgesuchtester und perfekter Qualität. Präzision und Qualitätsbewusstsein sind tief in der japanischen Mentalität verwurzelt. Dies begreift man nirgends besser als hier als Tourist in Tokyo. Selbst der Barmann, der den Kaffee oder Tee an der Bar serviert macht dies mit einer Perfektion, die Tasse muss genau ausgerichtet sein, alles bis auf i-Tüpfelchen genau, der Schaum auf dem Cappucchino, das Design mit dem Kakao auf dem Milchschaum etc.
Heute folgendes Erlebnis: Mir fiel im Museum ein altes Ubahn ticket heraus, ohne dass ich es merkte, gleich sprangen zwei herbei und hoben es auf und fragten, ob sie es in den Müll werfen könnten. Dies machte mich sehr verlegen, denn die dachten natürlich "diese schlampigen Europäer". Wie überhaupt nirgends Schmutz zu sehen ist oder etwa ein kleiner Fetzen Papier auf der Strasse. Man tut dies einfach nicht und man akzeptiert es auch nicht. Man sieht hier hin und wieder Leute mit Gesichtsmasken, die wie Operationsärzte durch die Gegend eilen. Dies sind nicht etwa Hypochonder, die Angst vor Bakterien haben. Nein, es sind Leute, die eine kleine Erkältung haben und wenn man dies hat dann setzt man sich mit Rücksicht auf die anderen diese Maske auf, um niemanden anzustecken. Keine schlechte Idee, hilft sicherlich vor allem in der U-Bahn gegen Ansteckungsgefahr.
Ich möchte auch nicht nochmals auf das Kapitel Toiletten zurückkommen, aber ich kenne kein Land, wirklich kein Land, wo die öffentlichen Toiletten so sauber sind, dass man meint, man sei zuhause. Nie fehlt Klopapier, nie ein Schmutz, immer picobello. Immer Seife etc, wir können viel lernen in dieser Beziehung. Was müssen die einen Horror haben vor dem, was bei uns so an öffentlichen Einrichtungen ist.
So, nun heisst es Koffer packen, morgen früh geht es zu Fuji und nach Hakone, wo ich dann eine Nacht in einem anderen Hotel verbringe. Hoffentlich ebenfalls mit einfachem Internetanschluss.