Tuesday, 18 August 2009





Elsbeth in Japan
Also heute, Dienstag, den 19.8. verlief der Morgen weniger hektisch. Ich war pünktlich zur Stelle, wenn auch noch sehr müde durch die Zeitverschiebung. Ich schlafe morgens am besten, weil es dann bei uns so rund Mitternacht ist.
Ziel heute Kamakura. Die Gruppe: die Reiseleiterin, ein Amerikaner namens Scot und ich.
Wir fahren mit dem Vorortzug nach dem Ort Kamakura, das im 12. und 13. Jahrhundert ein wichtiger Regierungssitz einer mächtigen Shogun Familie (die Familie Minamoto) war. Wir erleben noch die Atmosphäre des Pendlerzuges, der wie eine Sardinenbüchse durch Tokyo fährt. Da es rund 9 Uhr war, ging es schon wieder besser, aber wir fühlten uns trotzdem eingeengt. Erst nach ein paar Stationen ging es besser. In der wirklichen rush hour betreten die Profipendler die Ubahn nur noch rückwärts, da es sich nur darum dreht sich auch noch in den Waggon reinzudrücken, und das tut man besser rückwärts. Wieder die Uniformen weisses Hemd, schwarzer Anzug und die Office Ladies - oder wie man sie hier nennt die "OLs" schick angezogen mit hohen Absätzen, die unter den Japanerinnen, die zur Arbeit gehen, sehr beliebt sind. Vielleicht wollen sie damit die Tatsache ausgleichen, dass sie im allgemeinen eher kurze Beine haben in Proportion zu ihrem langen Oberkörper. Allerdings der schnelle Schritt zur Arbeit macht diese hohen Absätze weniger elegant. Die meisten OLs sind nur mit ihrem Handy beschäftigt, die Männer zwar auch, aber nicht im selben Masse. Der neben mir hatte Manga Komiks auf seinem Bildschirm, aber recht scharfe. Na ja, die durchschnittliche Pendeldauer für einen Arbeitnehmer in Tokyo beträgt 70 Minuten, da muss man sich halt auch amüsieren.
Als wir dann aus dem Zentrum von Tokyo herauskommen, ergattern wir sogar einen Sitzplatz, denn die Reise dauert ca 1 Stunde.
Kamakura verfügt über eine Reihe von interessanten historischen Stätten und liegt am Meer mit einem schönen langen Strand.
Unter dem Shogunat (12./13. Jahrhundert) gewinnt der Zen-Buddhismus grossen Einfluss in Kamakura und es wurde die mit 13,3 m zweitgrösste Buddha-Statue Japans aufgestellt, eine Bronzestatue des Amida Buddhas. Ursprünglich war die State durch einen Tempelbau geschützt, doch dieser wurde im 15. Jahrhundert durch eine Tsunami zerstört und dies, obwohl dieser Bau auf einer beträchtlichen Anhöhe war. Die Buddha Statue blieb aufgrund ihres ausserordentlichen Gewichtes stehen.





Unweit der Statue steht der Hase Tempel aus dem 13. Jahrhundert mit der grössten Holzskulptur eines Buddhas in Japan, die man jedoch nicht photographieren darf. Ausserdem ist hier ein Zahn Buddhas in einem Quarzschrein aufbewahrt.
Der Hase Tempel ist ein beliebtes Ziel für Familien, vor allem wenn ein Kind krank ist oder starb, werden hier Votive hinterlassen. Man kann auch um Kindersegen bitten, hier wird Hilfe geboten.



Wer in diesem Tempel ist, verpasst es auch nicht, die gesammelte Bibliothek, die in einem kunstvoll geschnitzten Gehäuse aufbewahrt wird, zu drehen, das ersetzt sehr viele Gebete, vergleichbar mit Gebetsmühlen.


Monday, 17 August 2009

Shopping in Ginza

Elsbeth in Japan
Japan - eine Nation mit Shopping als Leidenschaft.
Ein grosses Warenhaus in Japan ist nicht nur mals so was, wo man hingeht. Vor jedem Eingang stehen schon mal mehrer Hostessen, die freundlich sich verbeugen, lächeln, ihre Hilfe anbieten, einen aufmerksam machen auf spezielle Angebote. Wenn man dann mal mit freundlichem Nicken vorbeigeht und mit den Schultern gezuckt hat, da man nichts versteht, dann beginnt ein Spiessrutenlauf. Jede Abteilung hat mehrere Verkäuferinnen, die freundlich jeden, der verbeigeht, begrüssen. Höflichkeit ist von enormer Bedeutung hier. Aber natürlich für den Kunden auch ermüdend, wenn man immer freundlich zurückgrüssen muss. Die Auswahl ist gross, alle grossen Firmen sind vertreten und die Japaner lieben europäische Labels.
Aber das Nonplusultra ist in Japan die Lebensmittelabteilung der Warenhäuser. Vergesst Lenotre oder Fauchon in Paris, Harrods oder Fortnum and Mason in London, sie sind eine läppische Grösse im Vergleich zu was man hier sieht (und nicht nur einmal). Die Japaner haben das feinste vom feinsten im Angebot und noch viel mehr. Eine Auswahl, die einen umwirft. Sei es die vorgekochten Leckerbissen, sei es das Gebäck, sei es die Confiserien. Viele Dinge, die ich noch nie gesehen habe. Freundlich wurde mir dann und wann ein kleines "Versucherle" gereicht. Die Obst- und Gemüseabteilung gleicht einem Kunstwerk, nur Topqualität und die toll präsentiert. Es muss den Japanern grauen vor dem, was bei uns als Topware angeboten wird. Natürlich sind auch die Preise olala.
In einer der Lebensmittelabteilung war neben den Fischen eine winzigkleine Sushibar mit 6 Stühlen, wovon gerade einer frei wurde. Hierin zwängte ich mich, ich landete neben 2 älteren (85+) Damen. Vor mir die Riesenmesser der 2 Sushichef, die immer direkt hinter der Glaswand vor mir niedergingen auf die armen Fische. Als sie mich sahen ging ein grosses Hihi los. Ich passte kaum in diese winzigkleine Umgebung. Eine Bedienung kam mit einem kleinen Plakat und deutete auf einen englischen Text: excuse us but you will have 5 minutes waiting time. Ok für mich, deutete ich an und bestellte meine Sushis nach einem Bilderbogen vor mir. Und ich bekam innerhalb von Minuten auch genau das vorbereitet vor meinen Augen. Bildschöne, muss ich sagen und hab vor lauter Hunger kein Photo gemacht - zu blöd. Dann der erste Faux-pas, ich habe die Ess Stäbchen verkehrt rum in der Hand. Hihihih, die Damen tuschelten. Nun, ich gucke hinüber, lerne schnell, Stäbchen andersrum und los. Verliere fast nichts, mache keine Flecken und es schmeckt köstlich. Ich schlürfe den grünen Tee, der dazu gereicht wurde, so wie es sich gehört und dann werde ich mutig, ich frage o-kanjoo onegai shimasu, d.h. die Rechnung bitte. Die beiden Damen erstarren, sie denken nun, dass ich alles, was sie sich über mich zuflüsterten, verstanden habe. Die zwei Sushi Chefs machen hihihi und deuten dorthin, wo ich bezahlen muss. Mit einem fröhlichen sayoonara verabschiede ich mich. Sie sind alle perplex.
Und dann gehe ich dahin, wohin sicher der liebe Rainer mit mir gegangen wäre - zum Sony Center, um einen Blick in die technische Zukunft, die uns erwartet, zu werfen. Und ich muss sagen, es war die Wucht, u.a. 3DTV, man musste mir dann sagen, dass der Ladenschluss ansteht. Sonst wäre ich vielleicht jetzt noch dort.


Besuch in einem Kabuki-Cho Theater

Elsbeth in Japan

Nach meiner Shopping Tour in Ginza beschloss ich noch spontan, in das alte Kabuki-Cho Theater zu gehen, das in derselben Strasse liegt wie die grossen Kaufhäuser. Dieses alte Gebäude hat den Immobilienrausch (ein m² hier soll angeblich 300.000$ kosten) überlebt. Kabuki-Cho ist eine alte Tradition und sehr beliebt. Alle Rollen werden von Männern gespielt. Die Stücke sind traditionelle Komödienstücke, die einfach nur unterhalten sollen. Ich bekam nur noch einen Stehplatz ganz oben, alles war ausverkauft. Der Besuch dieses Theaters kann das Image, das wir von den Japanern haben, total umkrempeln. Ich habe noch nie sowas erlebt. Das Publikum war begeistert, wie Italiener. Das Stück handelte vom Verteidigen der Jungfräulichkeit, die Ehefrau, die ihre Ehre verteidigen muss, tapferen Samurais und tolpatischigen Dienern etc, Sex and Crime, alles was so ins Cliché passt. Und die Menschen schrieen oft wie im Kasperletheater, wo die Kinder schreien, Kaspar, pass auf, der Verbrecher steht hinter dir.
Eine Burleske und natürlich die Männer in Frauenrollen mit Geishakostümen und weiss geschminkt. Immer wieder Applaus auf offener Szene. Einige Schauspieler, die neu hinzu kamen, wurden mit Gegröhle begrüsst. Also so gar nicht zurückhaltend, wie wir die Japaner sonst kennen. Man sah viele Männer noch in ihren Büroanzügen, weisses Hemd, schwarze Hose ist hier so die Uniform des Salarismannes.
Ihr seht, mein Abend war ausgefüllt und nach einem schlechten Start heute morgen, muss ich jetzt eine Mütze Schlaf nehmen, denn sonst hocke ich rum wie die Japaner, die stehend und sitzend in der U-Bahn in den Schlaf fallen. Die U-bahn ist sozusagen das verlängerte Schlafzimmer der japanischen Angestellten. Die Japaner sind eine Nation mit chronischem Schlafmangel. Laut unserer Reiseleiterin kommt ihr Mann erst nach Mitternacht nach Hause und ihr Abendessen findet um 1 Uhr nachts statt. Er beginnt seine Arbeit um 9.30. Mittlere Pendlerstrecke einfach in Tokyo 70 Minuten!!! Und das ist völlig normal.

Tokyo by night




Elsbeth in Japan
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21 Uhr und noch immer 26°




Elsbeth in Japan
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Elsbeth in Japan
Ich kann es einfach nicht lassen mit den Klos. Dieses hier ist eine öffentliche Toilette. Sobald diese spürt, dass du in der Nähe bist, beginnt Vogelgezwitscher. Die Knöpfe haben wieder die Funktionen, die ich schon beschrieben habe.
Hatte heute auch eine Toilette mit dem Geplätscher eines Brunnens in eine Zen Garten. Einfach toll, ich gehe so oft wie nie!!!
Elsbeth in Japan
Ich kann es mit den genialen Erfindungen der Japaner nicht lassen.
Erster Preis, an den, der errät zu was diese Gerät hier dient. Kleine Hilfe, ist für eine aussterbende Spezies gedacht.

ein Tag der schlecht begann

Elsbeth in Japan
Zuerst muss ich mich noch entschuldigen, dass Ihr anscheinend massenweise emails gekriegt habt mit Hinweis auf meinen Blog. Ich mach dies nun besser, soll nicht mehr passieren - hoffe ich.

Heute hat der Tag sehr schlecht begonnen. Auf meiner Liste stand "freier Tag" und daher dachte ich, dass ich lange schlafen könnte, zumal ich noch nachts um 2 Uhr putzmunter war wegen der Zeitverschiebung. Dann - mitten in meinem Tiefschlaf - klingelt das Telephon, es sei 7.52 und ob ich nicht wisse, dass um 7.55 Abfahrt mit dem Bus sei. Ich aus dem Bett und innerhalb von 3 Minuten in die Klamotten, den Rucksack und weg. Nicht gewaschen, nicht gekämmt, Sonnencreme dann erst im Bus aufgetragen mit der Folge, dass auf meiner Hose ein riesengrosser Fettfleck prangte.
Der Organisation ist leider ein Fehler bei der Programmausgabe passiert, alles habe sich verschoben. Nun gut, ich habe dann ohne Frühstück den morgen gut rumgebracht, aber fragt mich nicht.
Es war das übliche Touristenprogramm, Tokyo Tower mit eindrucksvollem Rundblick auf die Skyline der Stadt. Auch wenn die Wolkenkratzer wegen der Erdbebengefahr nicht so hoch wie in New York sein dürfen, ist dies wirklich beeindruckend, denn sie ziehen sich endlos dahin mit dazwischen drin kleine Häuschen. Es ist alles ziemlich unorganisch gebaut, wie wenn man in Eile war.





































Dann nochmals zum kaiserlichen Park


Pinienbäume vor dem kaiserlichen Palast. Es soll 2000 davon geben und 100 Gärtner sollen sie pflegen. Die sehen aus, als ob die Gärtner sie wie Bonsais pflegen, noch nie solche Pinien gesehen. Sie sollen sehr alt sein.






Eines der älteren Gebäude im Palastbezirk. Die Waffenkammer des Shoguns. Die Palastmauer ist ohne Zement aufgebaut, damit sie und auch die Gebäude, die darauf stehen, bei Erdbeben nicht zu Schaden kommen. Raffinierte Methode






Und dann nach Ueno, dem kulturellen und historischen Zentrum von Tokyo und Asakusa mit dem wichtigen Sensoji Tempel, dem ältesten Tempelareal Tokyos.
Hier sind vor allem die Japaner die Touristen. Von nah und fern kommen sie zu diesem Tempel um sich vor einer sehr kleinen, goldenen Buddahstatue zu verneigen, die angeblich einmal ein Fischer im Fluss gefunden hat und der Grund für den Bau dieses Tempels ist. Ein grosser Kessel mit Räucherstäbchen ist der grosse Anziehungspunkt. Die Leute wehen sich den Rauch zu ihrem Kopf hin und zu ihren Taschen. Dies soll Intelligenz bringen und Geld. Sehr wichtig, denn im Anschluss an das innere Tempelgebiet ist ein grosser Bereich mit kleinen Geschäften, die alles mögliche verkaufen. Die Japaner sind ganz verrückte Souvenirjäger und kaufen Dinge, die einen nur noch verwundern.
Eine andere Eigenart ist die Liebe zur Wahrsage. Im Tempel sind kleine Kästen mit 100 Schubladen aufgestellt. Auf einem Tisch befinder sich ein Gefäss mit 100 Mikadostäbchen, auf denen eine Nummer in japanischer Schrift steht. Man schüttelt dieses Gefäss und zieht dann ein Stäbchen. Die Nummer auf dem Stäbchen muss man dann auf den Schubladen suchen (denn als Nichtjapaner kann man ja nur die Schriftzeichen vergleichen, um seine Nummer zu finden). Man zieht die Schublade und holt dann ein bedrucktes Papier raus, das auf der Rückseite eine Wirklich eine Methode um Geld zu drucken.
Hier meine Vorhersage:
Regular Fortun - also ganz stinknormales Glück habe ich.
Ich sei dabei, alles unter Kontrolle zu bringen und meine eigene Identität und Würde aufzubauen. Ich sei ein starker Krieger, der das Zeug zum Präsidenten hätte, also aufgepasst Deutschland. Vielleicht werde ich auch nur Präsident des Kleintierzüchtervereins. Der Weg vor mir sei grünes Gras und Orchideen. Ich würde auch Dinge, die ich verloren hätte, wieder finden. Mit meiner Ehe würde alles gut stehen. Da kann ich nur Haha sagen.
Ein praktischer Aspekt der Japaner im Bezug auf Religion kommt darin zum Ausdruck, dass bei einer schlechten Glückskonstellation oder gar bei Vorhersage von Unglück der Japaner dann ganz einfach den Zettel um einen Draht wickelt an einem Gestell im Tempel, so bleibt das Unglück im Tempel und er kann ohne Sorgen gehen (natürlich nicht ohne vorher noch eine kleine Opfergabe in Form von Münzen zu hinterlassen, damit ihn die Sorgen nicht doch noch verfolgen)

Wie man sieht, gibt es recht viele schlechte Vorhersagen.
Man kann aber auch seine Wünsche auf ein Holztäfelchen schreiben, das man für umgerechnet zirka 4€ am Kiosk der Mönche kauft.


Vom Tempel dann in die schickste Gegend von Tokyo, Ginza. Hier liegen die schicksten Geschäfte von Tokyo, jeder Modedesigner mit Namen ist hier vertreten, sozusagen die Champs Elysées, nur grösser und schicker. Wir dürfen bei Mikamoto eine Demonstration sehen, wie Zuchtperlen gemacht werden. Zu Beginn der Vorstellung werden Lose ausgeteilt. Der Gewinner bekommt die Perle, die aus der lebendigen Auster dann herausgeschnitten wird, egal wie gross sie ist. Da mir so viel versprochen wurde, war ich sicher, ich sei der Gewinner - doch nein, kein grünes Gras und Orchideen. Wenn das mit den anderen Dingen sich genauso verhält, naja...

Sunday, 16 August 2009

Wo sind die Einwohner von Tokyo am Sonntag

Am Sonntag sind in Tokyo die Strassen wie ausgestorben und man fragt sich wo die vielen Millionen sind. Nun, im kaiserlichen Park tummelten sich welche, aber keine Massen, trotz des schönen Wetters.
Aber das Rätsel war bald gelöst. Sie sind im Museum der Modernen Kunst das unfern des Palastes liegt. Es ist dort eine prächtige Paul Gauguin Ausstellung und dann auch noch eine sehr gute permanente Ausstellung mit zu 90% japanischen Künstlern. Die Leute standen Schlange vor den Bildern, selten ein so volles Museum erlebt. Und die Leute kaufen Kataloge wie warme Semmeln, eine wahre Freude für Patricks Verlegerherz. Es war beeindruckend. Die Gauguin Ausstellung hatte sehr viele Bilder, die nicht nur die Tahiti Mädchen zeigten, recht ungewöhnliche Gauguin Bilder (wenigstens für mich Banausen) und hervorragende Holzdrucke, die mich doch sehr überraschten.
Nach dem Museumsbesuch noch der Besuch eines Viertels, das sich auf Bücher spezialisiert hat, alte Bücher, second hand Bücher, neue Bücher - ein kleiner Buchladen am anderen und viele Bücherwürmer, die darin schmökerten. Und das bei 2000 Schriftzeichen, bewundernswert.
Meine Pläne für morgen stehen schon fest, mal sehen, ob ich mein ganzes Programm zustande bringe, vielleicht habe ich mir zuviel vorgenommen.

Sonntag in Tokyo

Elsbeth in Japan
Natürlich habe ich auch Tokyo besucht. Man muss in Grossstädten den Sonntag nutzen, denn da kann man sich besser zurechtfinden als während der Werktage, wo viel Verkehr ist. Ich habe das Gebiet de Kaiserpalastes besucht, das wie eine Oase mitten in Tokyo liegt (und nicht allzu fern von meinem Hotel). Es ist heute wie ein riesiger Park mit alten Bäumen, Tempelschrein, Museum etc.


Umgeben ist das ganze von einer Mauer, die so breit sein musste, dass 6 Samurais darauf patrouillieren konnten, also wirlich breit. Um sich diese Mauer leisten zu können, hatte der Kaiser die tolle Idee, dass alle seine Lehnsherren Arbeiter und Steine zur Verfügung stellen mussten für den Bau. Der Transport dieser riesigen Steinblöcke war für die damalige Zeit ein enormer Aufwand, angeblich konnte man nur 2 Blöcke auf einem Schiff unterbringen. Der Kaiser schlug 2 Fliegen mit einer Klappe, er hatte eine Schutzmauer und er schwächte die Macht seiner Lehnsherren. Die Mauer ist noch gut erhalten, sie hat Erdbeben und Brände gut überlebt, was man von dem alten Palast nicht sagen kann. Leider war mal wieder was mit meiner Kamera und das Bild ist daher nicht genial.