Saturday, 15 August 2009


Hallo,
bin gut angekommen in Narita, dem Flughafen von Tokyo. Der Flug verging im Flug, denn ich hatte einen netten Japaner als Nachbarn, der mir auch gleichzeitig ein wenig Sprachkurs gab. Also ich bin gut gerüstet.
Japan ist überraschend. Schon am Flughafen (der sehr gross ist) eine Ruhe und Unaufgeregtheit, wie man sie von unseren Flughäfen nicht kennt.
Bei Einreise müssen alle Nichtjapaner einen Fingerabdruck machen lassen und ein Photo. Also, nun bin ich auf der potentiellen Fahndungsliste!
Keiner motzt, wo bleibt der
Datenschutz?
Ich habe dann am Flughafen erst mal alle möglichen Informationen eingeholt für meine weitere Reise. Es stimmt schon, das Englisch, selbst in der Tourist Information ist nicht gerade toll. Aber freundlich und hiflsbereit sind die Menschen, das ist beeindruckend.
Mein Hotel liegt im Zentrum von Narita, der Stadt, wo der Flughafen liegt und ist mit einem Shuttle Bus erreichbar. Um dem Jet Lag zu entgehen mache ich mich erst zum Hotel, lasse den Koffer schon dort (Zimmer kann ich noch nicht bekommen) und dann ist es auch schon 10 Uhr morgens und ich mach mich gleich auf eine Besichtigungstour.
Und da fand ich schon auf der Strasse die erste Überraschung. Etwa ein Drittel der Passanten lief mit kleinen Schirmen durch die Gegend zum Schutz gegen die Sonne. Nicht nur Frauen!
Ja, es ist heiss hier. Um 7 Uhr hat der Flugkapitän noch 25° angesagt und für den Rest des Tages bis 35°. Die Sonne brennt schon gnadenlos. Also hier mein erster Einkauf - ein kleiner Sonnenschirm, der mich wohl auf der Reise begleiten wird.
Nach 15 Minuten zu Fuss bin ich auch schon bei einer besonderen Sehenswürdigkeit, dem Naritasan Shinshoji Tempel, der 940 unter Tenkei gegründet und dem Feuergott Fudo Myouou gewidmet wurde. Das Tempelgelände ist riesig, überall Pagoden, die reich verziert sind und ein wunderschöner Park mit organisierter Wildnis, wie dies im japanischen Garten so üblich ist. Sehr grosse alte Bäume, künstlich angelegte Bäche (die natürlich wirken) und Seen.
Ich folge einer Tempelzeremonie, in der viele Menschen anwesend sind. Der Singsong der Mönche ist einschläfernd und darum zuckte dann auch alles zusammen als dann ein Mönch, der eher einem Sumokämpfer glich auf den wohl grössten Gong, den ich je gesehen habe, schlug.
Dann kam die Feuerzeremonie, die von einem wohl hochrangigen alten Priester geleitet wurde.
Plötzlich kamen mehrer junge Mönche und stellten sich auf und alle Japaner (vor allem die Frauen) rannten mit ihren Handtaschen zu diesen Mönchen, um ihnen diese zu übergeben. Diese nahmen diese mit zum Feuer und wedelten sie durch den Rauch. Dann brachten sie sie zurück. Mit glücklichen Gesichtern kamen dann die Menschen wieder auf ihre Plätze zurück. Wahrscheinlich bringt dies Glück oder erhöht die Summe in ihren Geldbeuteln. Wie überhaupt das Tempelgelände auch gleichzeitig als Lottobude dient. Überall kann man Lose mit Zahlen kaufen - und die Menschen kaufen! Vermutlich das Einkommen der Mönche.
Die Müdigkeit holt mich dann um 12 Uhr Ortszeit ein. Ich lege mich für eine Stunde in den Park zum Schlafen und mache mich auf den Rückweg ins Hotel.
Dabei kam ich an einem sehr populären Restaurant vorbei. Vor dem Restaurant sitzen 3 Männer, die mit grossen Messern lebende Aale filetieren. Der Kopf des Aals wird auf dem Holztisch festgenagelt und mit dem Messer wird dann kunstvoll die Haut abgezogen und dann die Gräten entfernt. Ein anderer bereitet dann die Filets so zu, dass man sie auf den Grill legen kann. Es sind niedrige Holztische aufgestellt und im Gegensatz zu den anderen Restaurants, an denen ich vorbeikam, war es hier voll. Ich also rein in die Bude, jeder guckt, denn ich bin wohl die einzige Europäerin, die sich hierher verirrte. Ich bekomme dann einen Platz am Rand des Tisches. Zuvor muss ich jedoch meine Schuhe ausziehen und in einem Plastikbeutel mitnehmen zum Tisch. Ich deute an, dass ich das esse, was alle essen und bekomme dann auch meine Esstäbchen und den Fisch mit Reis und eine Suppe ohne auch nur ein einziges Fettauge drauf. Da ich sehe, dass die anderen erst den Fisch und den Reis essen und die Suppe links liegen lasse, mache ich dasselbe. Ich versuche nun meine Künste mit den Stäbchen zu verbessern. Die Leute am Tisch amüsieren sich heimlich. Dann reichen sie mir einige Gewürze, die man anscheinend noch hinzufügen muss. Gott sei dank ist der Reis schön klebrig und kein Uncle Ben's, der vom Stäbchen fällt. Aber ich habe wohl den besten Fisch meines Lebens gegessen. So was Köstliches, nicht umsonst ist hier die Bude voll.
Essen scheint in Japan eine schnelle Sache zu sein. Im nu waren die Menschen an meinem Tisch fertig, zum Abschluss stürzten sie die Suppe in einem Zug runter und weg waren sie. Ich bin im Land der Schnellesser!
Nach diesem Fischgenuss zurück zum Hotel, wo ich nun endlich mein Zimmer bekomme und mich duschen kann und natürlich auch Zeit habe für diese Blognachricht.

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